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09.03.2026 11:28

5. Gold in Folge für Team aus Lörrach – Team „hæven“ siegt bei bundesweiter Physikmeisterschaft

M. Sc. Wiebke Schuppe Pressekontakt
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

    Am vergangenen Wochenende zeigten 84 Physik-Talente ihr Können beim German Young Physicists’ Tournament (GYPT). Die zwölf Bestplatzierten haben nun die Chance auf die Nationalauswahl, die Deutschland bei internationalen Wettkämpfen vertreten wird.

    Deutsche Physikmeister:innen 2026 dürfen sich ab sofort Johann Hoffmann (16), Till Kuhny (16) und Jonathan Osswald (17) vom Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach nennen. Sie haben dieses Wochenende das 13. GYPT – die deutsche Physikmeisterschaft – für sich entschieden: Mit ihrem Team „hæven“ überzeugten sie die Jury und holten Gold – auf hohem wissenschaftlichem Niveau und Englisch! Damit dominierte zum fünften Mal in Folge ein Lörracher Team das Turnier.

    Das zweitplatzierte Team „In Nü.. in Nü... IN NÜRNBERG“ holte Silber und setzt sich zusammen aus Benjamin Graf (17) vom Hochfranken-Gymnasium Naila, Elisa Schöpf (18) vom Gymnasium Münchberg und Alan Stranjak (19) vom Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf. Ebenfalls mit einer Silbermedaille um den Hals beendete das Team „|X|“ mit Mihailo Macesic (18) vom Josef-Effner-Gymnasium in Dachau, Nikita Petrov (17) vom Gymnasium Neubiberg und Ayush Yadav (17) vom Gymnasium Freiham in München das Turnier.

    „Das GYPT ist ein Wettbewerb, der seinesgleichen sucht. Die Schülerinnen und Schüler forschen nicht nur an anspruchsvollen Forschungsaufgaben, sondern präsentieren diese auch und gehen in den wissenschaftlichen Diskurs“, resümiert Dr. Heike Riel, designierte Präsidentin der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Ebenso betont sie: „In diesem Jahr ist rund ein Drittel der Teilnehmenden weiblich, was für einen Physikwettbewerb alles andere als selbstverständlich ist.“

    Beispielaufgabe

    Eines der am häufigsten untersuchten Phänomene dieses Bundeswettbewerbs war der faszinierende Effekt, dass Licht mit Hilfe von Zucker in seine farbigen Bestandteile zerlegt werden kann. Weißes Licht ist eine Überlagerung von vielen Farben, die in der Physik durch ihre jeweilige Wellenlänge beschrieben werden.
    Als elektromagnetische Welle schwingt Licht i. A. in alle Richtungen. Mithilfe von Polarisationsfiltern, wie sie beispielsweise in 3D-Kinobrillen zum Einsatz kommen, lassen sich je nach Drehwinkel des Filters jedoch bestimmte Schwingungsrichtungen auswählen.
    Lässt man weißes Licht nun durch Wasser, in dem Zucker gelöst ist, hindurchscheinen und nutzt dabei zwei Polarisationsfilter mit unterschiedlichen Drehwinkeln, erscheint das Licht plötzlich farbig. Die Schüler:innen sollten den experimentellen Aufbau so weit optimieren, dass sich sehr schmale Wellenlängenbereiche präzise auswählen lassen. Um diese knifflige Aufgabe zu bearbeiten, mussten die Schüler:innen zunächst verstehen, warum Zucker die Schwingungsebene des Lichts für unterschiedliche Wellenlängen verschieden stark dreht.

    Nationalauswahl

    Zugleich wurden die besten zwölf jugendlichen Physik-Talente in die deutsche Nationalauswahl berufen, von denen fünf das Nationalteam bilden werden, das Deutschland beim internationalen Wettbewerb „International Young Physicists’ Tournament“ (IYPT) vertreten wird.
    Die Nationalauswahl besteht aus:
    · Philipp Adelbrecht (15), Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach
    · Philip Klippel (18), Gymnasium Grünwald, Grünwald
    · Linus Konnerth (16), Herder-Gymnasium, Berlin
    · Jonathan Osswald (17), Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach
    · Phil Peters (18), Schiller-Gymnasium, Hameln
    · Nikita Petrov (17), Gymnasium Neubiberg, Neubiberg
    · Karim Rachidi (17), Gymnasium Papenburg, Papenburg
    · Elisa Schöps (18), Gymnasium Münchberg, Münchberg
    · Junes Senz (16), Heinrich-Hertz-Gymnasium, Berlin
    · Eric Stefan Vanselow (15), Schiller-Gymnasium, Hameln
    · Ayush Yadav (17), Gymnasium Freiham, München
    · Ivan Zaitsev (17), Herder-Gymnasium, Berlin

    Zum ersten Mal wurde dieses Jahr ein Preis für die beste Diskussion vergeben, der an den im Juli 2025 verstorbenen Lehrer und GYPTler der ersten Stunde, Otmar Winkler, erinnern soll. Denn beim Wettbewerb muss nicht nur die eigene Lösung präsentiert, sondern auch die vorher unbekannte Lösung anderer Teilnehmender diskutiert werden. Mit einer sehr guten Punktzahl von 9,0 konnte Nikita Petrov (17) vom Gymnasium Neubiberg eine Urkunde sowie einen Buchpreis entgegennehmen.

    GYPT

    Die Basis des Wettbewerbs bilden die 17 Aufgaben des IYPTs, die jedes Jahr neu gestellt werden. Ihr besonderer Reiz liegt darin, dass sie sich zunächst mit schulischem Physikwissen und einfachen Experimenten bearbeiten lassen. Wer jedoch tiefer einsteigt, entdeckt schnell die überraschende Komplexität und wissenschaftliche Tiefe, die in scheinbar alltäglichen Phänomenen verborgen ist.
    „Mit 276 Anmeldungen aus allen Regionen Deutschlands und zwei neuen Standorten ist es großartig zu sehen, wie erfolgreich sich das GYPT über die letzten Jahre entwickelt hat“, betont Liane Brandt, wissenschaftliche Koordinatorin des Wettbewerbs. „Jetzt blicken wir gespannt auf den Juli, wenn unser Nationalteam beim International Young Physicists’ Tournament in Zürich in der Schweiz antritt.“
    Im Januar 2026 konnten sich insgesamt 84 Jugendliche über 14 Regionalwettbewerbe sowie einen zusätzlichen Online-Wettbewerb für das Bundesfinale qualifizieren. Bei ihrer Forschungsarbeit wurden die Schülerinnen und Schüler entweder an einem der 22 GYPT-Standorte in ihrer Nähe betreut, von engagierten Lehrkräften an ihren Schulen unterstützt oder arbeiteten eigenständig von zu Hause aus an ihren Projekten.

    Seit Beginn des Wettbewerbs wird das GYPT maßgeblich von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung gefördert. Die Stiftung ermöglicht nicht nur die Durchführung des Wettbewerbs in Deutschland, sondern unterstützt auch die Teilnahme der deutschen Schülerinnen und Schüler an internationalen Wettbewerben.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Liane Brandt liane.brandt@gypt.org


    Weitere Informationen:

    https://www.gypt.org GYPT


    Bilder

    Das Gold-Team des GYPT 2026 (v.l.n.r.: Heike Riel, Till Kuhny, Johann Hoffmann, Jonathan Osswald)
    Das Gold-Team des GYPT 2026 (v.l.n.r.: Heike Riel, Till Kuhny, Johann Hoffmann, Jonathan Osswald)

    Copyright: © GYPT / Felix Wechsler 2026


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler
    Physik / Astronomie
    überregional
    Schule und Wissenschaft
    Deutsch


     

    Das Gold-Team des GYPT 2026 (v.l.n.r.: Heike Riel, Till Kuhny, Johann Hoffmann, Jonathan Osswald)


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