idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
09.03.2026 16:08

SmartID: Digitaler Produktpass und Markenschutz in einem Code vereint

Andrea Schneidewendt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

    Fraunhofer-Forschende haben ein neues System entwickelt, das herkömmliche Produktinformationen, Daten für den digitalen Produktpass und eine Echtheitsprüfung in einem fälschungssicheren QR-Code bündelt. Die Lösung richtet sich an Akteure, die neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen auch den Produktschutz und die Rückverfolgbarkeit sicherstellen wollen. Zudem ist das System in bestehende Druckstraßen leicht zu integrieren. Auf der diesjährigen Interpack, eine der führenden Messen für die Verpackungsindustrie, stellt das Fraunhofer-Konsortium die anwendungsbereite Technologie vor.

    Schrittweise Pflicht für digitalen Produktpass ab 2027

    Nach fast 50 Jahren geht der klassische Strichcode langsam in Rente. Ab 2027 sollen ihn 2D-Barcodes wie beispielsweise QR-Codes ergänzen. Grund sind neue gesetzliche Anforderungen in der Europäischen Union: Die Produkte und Verpackungen sollen in Zukunft deutlich mehr Informationen tragen als bislang – etwa Produktionsdatum, Materialzusammensetzung, Chargennummer, Herkunft oder Ablaufdatum.

    SmartID: innovative Lösung für Rechtssicherheit und Markenschutz

    Mit SmartID lassen sich die gesetzlichen Anforderungen sowie der Bedarf an Authentifizierung, Produktschutz und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette wirksam erfüllen. »Unser Identifikationssystem SmartID bindet die einzigartige Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen QR-Code ein«, erläutert Dr. Tobias Jochum, Projektkoordinator am Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP. SmartID kann einfach in die App eines Herstellers integriert werden. »Um die Informationen einzusehen, reicht es, mit dem Smartphone den QR-Code zu scannen. Dadurch werden die Produktdaten zusammen mit der Echtheit überprüfbar – alles in einem Schritt«, so Jochum.

    Funktionsweise: individuelle Oberflächenstruktur als Fingerabdruck

    Jede Oberfläche, ob Verpackung oder Produkt, weist einzigartige Strukturen mit Höhen und Tiefen im Submillimeterbereich auf. Diese sind mit dem menschlichen Auge nicht zu erkennen. Ein Kamerasystem gewinnt aus den natürlichen Mikrostrukturen einen individuellen und einzigartigen Fingerabdruck des Produkts oder der Verpackung. Zusammen mit einer Seriennummer und den weiterführenden Informationen aus dem digitalen Produktpass wird dieser Fingerabdruck in einem QR-Code hinterlegt. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT haben dafür eigens eine Software entwickelt, die in bestehende Druckstraßen und ihre Kamerasysteme leicht integriert werden kann. Der QR-Code wird auf die Oberfläche der Ware oder Verpackung gedruckt und dient zukünftig als Baustein, um Produktschutz und digitalen Produktpass zu vereinen.

    Speicherung, Prüfung und Transparenz

    Hersteller speichern die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck der Verpackung oder des Produkts in einer Datenbank. Bei Bedarf – etwa beim Kauf oder in Retourenprozessen – können Mitarbeitende den QR-Code und die Oberflächenmerkmale mithilfe der App auslesen. Die App vergleicht den Fingerabdruck und die Informationen aus dem Code mit den hinterlegten Referenzdaten und zeigt sofort, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt. Nicht nur Hersteller und Handel, sondern auch Endkundinnen und Endkunden können beim Kauf den Code scannen, um die Echtheit zu prüfen und weiterführende Informationen zu dem Produkt zu erhalten.

    Praxiseinsatz: gebrauchsfertige Lösung für Druckstraßen

    »SmartID vereint rechtliche Anforderungen, Produktidentifikation und Transparenz in einer Technologie. Nach fünf Jahren Entwicklung und Optimierung stellen wir nun ein gebrauchsfertiges System vor, das einfach in jede Druckstraße der Welt integriert werden kann«, fasst Jochum zusammen. Erste Lizenznehmer sind bereits gefunden. Ein Partner ist die evia Gruppe. Sie möchte die Technologie in der Modebranche einsetzen. Textilien gehören zu den Produktgruppen, für die der digitale Produktpass ab 2027 verpflichtend ist.

    SmartID auf der Interpack 2026

    Die Fraunhofer-Institute für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, für Sichere Informationstechnologie SIT und für Angewandte Polymerforschung IAP stellen das SmartID-Kamerasystem in eine Produktionslinie integriert auf der Messe Interpack 2026 in Halle 4, C54 am Stand des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA vor.


    Weitere Informationen:

    https://www.iap.fraunhofer.de/de/Pressemitteilungen/2026/smartid-digitaler-produ...
    https://www.iap.fraunhofer.de/de/smartid.html
    https://www.iap.fraunhofer.de/de/jahresbericht/2023/smartid.html Interview mit Dr. Tobias Jochum über SmartID: Wie die Technologie funktioniert und was sie einzigartig macht.


    Bilder

    SmartID integriert die Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen fälschungssicheren QR-Code. Hersteller, Handel, Verbraucher können den Code und die Oberflächenmerkmale mit einer App auslesen und so die Echtheit einer Ware prüfen
    SmartID integriert die Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen fälschungss ...
    Quelle: Nadine Sandowski
    Copyright: Fraunhofer IAP


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Maschinenbau, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    SmartID integriert die Oberflächenstruktur einer Verpackung oder eines Produkts in einen fälschungssicheren QR-Code. Hersteller, Handel, Verbraucher können den Code und die Oberflächenmerkmale mit einer App auslesen und so die Echtheit einer Ware prüfen


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).