Eine beachtliche Anzahl an Wildbienen-Arten haben Forschende der Uni Würzburg am eigenen Campus nachgewiesen. Einige Maßnahmen der Uni sorgen für geeignete Lebensräume und fördern so die Artenvielfalt.
170 Wildbienen-Arten leben am Campus Hubland der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Das ist die Bilanz einer Studie, die der Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie des JMU-Biozentrums von 2012 bis 2023 durchführte. Die Ergebnisse sind nun im Fachmagazin Ampulex erschienen.
Von den 531 nachgewiesenen Wildbienen-Arten in Bayern sind also knapp ein Drittel auf dem etwa 100 Hektar großen Campusgelände zu finden. 31 Arten befinden sich zudem auf der Roten Liste Bayerns. Sie sind somit mindestens als gefährdet eingestuft, darunter die Dunkle Zweizahnbiene (Aglaoapis tridentata) und die Steinkraut-Sandbiene (Andrena tscheki).
„Die Ergebnisse zeigen, dass der Campus ein überraschend artenreicher und ökologisch bedeutsamer Lebensraum für Bestäuber ist“, erklärt Erstautor und Lehrstuhl-Mitarbeiter Hanno Korten. Die Studie liefere eine wissenschaftliche Grundlage dafür, bei der Weiterentwicklung des Campus Biodiversität und Flächenplanung miteinander in Einklang zu bringen.
Was der Lehrstuhl für die Vielfalt der Wildbienen-Arten tut
Was das Uni-Gelände im Osten Würzburgs so attraktiv für Wildbienen macht, sind die Naturnähe und das Klima im mittleren Maintal. Gleichzeitig sorgen einige gezielte Maßnahmen der JMU dafür, die Artenvielfalt zu fördern.
Zum Beispiel pflegt der Lehrstuhl seit 2014 eine kleine Fläche als sogenannten Hymenopteren-Garten, also als speziell für Wildbienen, Wespen und andere Hautflügler angelegten Garten. Auf dem knapp 800 Quadratmeter großen Gelände östlich des Biozentrums befinden sich Bambus und Schilf, deren Hohlräume Wildbienen als Nistplätze dienen. Zudem kommen den Insekten eine Löss-Steilwand, Totholz und Sand-Nisthügel zugute.
Direkt neben dem Garten liegt eine Streuobstwiese, auf der unter anderem alte Obstbäume stehen. Sterben diese ab, bleibt ihr Totholz als weiteres Schutz-Habitat liegen.
Lebendiger Campus sorgt für nachhaltige Mahd
Auch die Initiative Lebendiger Campus spielt eine Rolle dabei, die Artenvielfalt der Wildbienen hochzuhalten. Die Forschenden Dr. Sarah Redlich, Dr. Johannes Spaethe und Juniorprofessorin Nadja Simons vom Biozentrum haben die Initiative ins Leben gerufen.
Eines ihrer Projekte ist ihr nachhaltiges Mahd-Konzept: Ein einmaliges Mähen im Jahr mit einem insekten-schonenden Balkenmäher und Entfernen des Schnittguts ermöglicht mit der Zeit einen blühenden Lebensraum für Insekten und Vögel. Die Initiative legt zusätzlich viele Kleinst-Biotope an, die Wildbienen als Nisträume nutzen können. Dazu zählen Totholzhaufen und offene Bodenstellen.
Hanno Korten, Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III), Biozentrum, T +49 931 31-85845, hanno.korten@uni-wuerzburg.de
Hanno Korten, Paul Geisendörfer, Sebastian Hopfenmüller, Antonia Mayr: Die Wildbienenfauna (Hymenoptera, Anthopila) des Campus Hubland der Universität Würzburg. Ampulex 17/2026.
https://www.uni-wuerzburg.de/projekte/lebendiger-campus/ Mehr Informationen zur Initiative Lebendiger Campus
Eine bedrohte Art, die die Forschenden auf dem Hubland-Campus fanden: Die Dunkle Zweizahnbiene (Agla ...
Quelle: Paul Geisendörfer
Copyright: Universität Würzburg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

Eine bedrohte Art, die die Forschenden auf dem Hubland-Campus fanden: Die Dunkle Zweizahnbiene (Agla ...
Quelle: Paul Geisendörfer
Copyright: Universität Würzburg
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