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12.03.2026 10:34

Mobile Learning im Medizinstudium: Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Dr. Milena Hänisch Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Essen

    Die Digitalisierung verändert das Medizinstudium grundlegend. Digital unterstütztes mobiles Lernen (mLearning) bietet die Möglichkeit, flexibel und praxisnah auf Wissen in klinischer Umgebung zugreifen zu können. Eine kürzlich in „Medical Teacher“ erschienene Übersichtsarbeit analysiert die Erfolgsfaktoren und Hürden bei der Einführung von mLearning in der medizinischen Ausbildung und liefert einen praxisorientierten Leitfaden für Hochschulen, Lehrende und Entscheidungsträger:innen. Ermöglicht wurde die Studie durch das Erasmus+ 4D-Projekt, an dem Forschende der Medizinischen Fakultäten in Duisburg-Essen, Mataro in Spanien und Lublin in Polen beteiligt sind.

    Die Analyse von 76 internationalen Studien zeigt sechs zentrale Erfolgsfaktoren für den Einsatz digital unterstützten mobilen Lernens. Dazu zählen unter anderem eine verbesserte Organisation der Ausbildung, gesteigerte Lernqualität, positive Effekte auf die Versorgung von Patient:innen sowie eine intensivierte Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden.

    Hürden und Herausforderungen

    Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von mLearning mit Herausforderungen verbunden ist. Zu den identifizierten Hürden zählen fehlende institutionelle Richtlinien, technische Einschränkungen, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sowie mangelnde digitale Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden. Darüber hinaus zeigen sich zusätzliche Barrieren wie generationsbedingte Unterschiede im Umgang mit digitalen Technologien und institutionelle Widerstände, die auf traditionelle Lehr- und Organisationskulturen zurückzuführen sind.

    Großes Potenzial – wenn die Rahmenbedingungen stimmen

    „Digital unterstütztes mobiles Lernen hat das Potenzial, die Ausbildung in klinischen Umgebungen nachhaltig zu verbessern. Sie ermöglichen Zugang zu Wissen in Echtzeit, Flexibilität im klinischen Lernkontext und verstärkte Zusammenarbeit im Team, was die Qualität des Studiums nachhaltig unterstützen kann“, erklärt Prof. Stephanie Herbstreit. „Gleichzeitig müssen technische, organisatorische und ethische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, damit mLearning langfristig erfolgreich eingesetzt werden kann.“

    Dreistufiger Implementierungsansatz

    Als zentrales Ergebnis schlagen die Autor:innen einen dreistufigen Implementierungsansatz vor, der von der sorgfältigen Gestaltung digitaler Innovationen über deren strukturierte Einführung bis hin zur nachhaltigen Nutzung und kontinuierlichen Weiterentwicklung reicht. Die Implementierungsprozesse sollten inklusiv und partizipativ gestaltet werden, indem Studierende, Lehrende und Entscheidungsträger:innen gemeinsam Strategien entwickeln. Neben technologischen Investitionen gehören dazu vor allem Schulungen, Coaching-Programme und eine unterstützende Infrastruktur, um die Akzeptanz und effektive Nutzung von mLearning dauerhaft zu sichern.

    mLearning:
    Mit mLearning wird ein lernortunabhängiges, kontextbezogenes Lernen bezeichnet, das soziale Interaktionen, den aktiven Austausch von Inhalten und die Nutzung persönlicher elektronischer Geräte als zentrales Medium für den Fernunterricht integriert. Dabei setzen Studierende – sogenannte mLearner – Bildungstechnologien über mobile Endgeräte nach eigenem Ermessen ein.

    Über das 4D-Projekt:
    Im Erasmus+ 4D-Projekt haben die Lehrforschenden einen dreiphasigen Mixed-Methods-Ansatz verfolgt. In einer ersten Phase wurden mittels Fokusgruppen und Literaturanalysen Bedarfe, Kontextfaktoren sowie Barrieren und förderliche Bedingungen identifiziert. Darauf aufbauend werden in einem ko-kreativen Prozess gemeinsam mit der Zielgruppe passgenaue mobile Anwendungen entwickelt. In einer dritten Phase wurden diese Anwendungen in Praxisumgebungen pilotiert und hinsichtlich Usability, Lernergebnissen, Kommunikationsprozessen, Nutzerverhalten und regulatorischer Anforderungen evaluiert. So konnte die Kommunikation zwischen den beteiligten Akteur:innen verbessert, Lernprozesse transparenter gestaltet und die Verbindung zwischen Hochschule und klinischer Praxis nachhaltig gestärkt werden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Stephanie Herbstreit


    Originalpublikation:

    Link zur Originalveröffentlichung:
    Exploring barriers and facilitators to mobile technology integration in clinical education: A focus group study with students and stakeholders https://www.tandfonline.com/doi/10.1080/0142159X.2025.2607521


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-due.de/med/meldung.php?id=1900


    Bilder

    Digitalisierung des Lernens in der Praxis
    Digitalisierung des Lernens in der Praxis
    Quelle: Logo des Projekts
    Copyright: Erasmusplus Projekt 4D


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende
    Medizin, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Digitalisierung des Lernens in der Praxis


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