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12.03.2026 11:00

Gebäudemodernisierungsgesetz: steigende Heizkosten erwartet

Julia Wolke Öffentlichkeit und Kommunikation
Öko-Institut

    Die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes können Verbraucher*innen in die Heizkostenfalle treiben. So drohen die Kosten für den Betrieb einer Gasheizung von heute 11 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf rund 15 ct/kWh im Jahr 2029 und auf mehr als 25 ct/kWh im Jahr 2040 anzusteigen. Gründe hierfür sind steigende Netzentgelte und CO2-Preise sowie höhere Kosten für einen wachsenden Biomethananteil. Diese und weitere Auswirkungen der Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz zeigt eine aktuelle Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace.

    Auswirkungen für Mieter*innen

    Die geplanten Vorgaben sind insbesondere für Mieter*innen mit steigenden Kosten verbunden. Größere Anteile erneuerbarer Gase führen zu höheren Brennstoffkosten, die Vermieter*innen über die Nebenkosten weitergeben können. Besonders für Haushalte mit geringem Einkommen steigen die Belastungen überproportional: Sie müssen im Jahr 2040 fast doppelt so viel für die Kilowattstunde Heizenergie ausgeben wie heute.

    Gleichzeitig haben Mieter*innen keine Möglichkeit, Einfluss auf Investitionsentscheidungen für den Einbau neuer Heizsysteme zu nehmen. Ohne wirksamen Mieterschutz bleibt die Lenkungswirkung deshalb schwach: Neue Gasheizungen könnten weiter eingebaut werden, während das Kostenrisiko vor allem bei den Mietenden liegt.

    Auswirkungen für Wohneigentümer*innen

    Für Wohneigentümer*innen, die ihre Wohnung selbst nutzen, verändert sich vor allem die Kalkulationsgrundlage bei neuen Heizungsinvestitionen. Gasheizungen sind zwar grundsätzlich möglich, unterliegen aber steigenden Anforderungen zur Nutzung erneuerbarer Gase.

    Damit wachsen die Unsicherheiten bezüglich künftiger Kosten, Verfügbarkeit und Nachweispflichten erneuerbarer Bio-Brennstoffe. Laut der Studie verschiebt sich damit das Risikoprofil von Gasheizungen: Zwar sind die Investitionskosten zunächst vergleichsweise niedrig, langfristig steigen jedoch die Kostenrisiken und der organisatorische Aufwand deutlich.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Sibylle Braungardt
    Gruppenleiterin Wärmewende & Effizienz
    im Institutsbereich Energie & Klimaschutz
    Öko-Institut Consult GmbH, Büro Freiburg
    Telefon: +49 761 45295-294
    E-Mail: s.braungardt@oeko.de

    Malte Bei der Wieden
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich
    Energie & Klimaschutz
    Öko-Institut Consult GmbH, Büro Freiburg
    Telefon: +49 761 45295-247
    E-Mail: m.beiderwieden@oeko.de


    Originalpublikation:

    https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/GMG-Studie-Greenpeace.pdf Studie „Weniger Klimaschutz, höhere Kosten, größere Unsicherheit: Bewertung der Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz“ des Öko-Instituts
    Diese Studie entstand in der Öko-Institut Consult GmbH.


    Weitere Informationen:

    https://www.oeko.de/news/pressemeldungen/gebaeudemodernisierungsgesetz-studie-le... Pressemitteilung: „Gebäudemodernisierungsgesetz: Studie legt konkrete Zahlen zur CO₂-Lücke vor“ des Öko-Instituts
    https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Auswirkungen-GebaudeModG-Klimaziele.pdf Studie „Auswirkungen der Eckpunkte für ein Gebäudemodernisierungsgesetz auf die Klimaziele“ des Öko-Instituts


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Energie, Gesellschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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