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12.03.2026 14:48

EFRE-Förderung stärkt Solar- und Wärmepumpenforschung in Niedersachsen

Rebekka Müller Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation
Institut für Solarenergieforschung GmbH

    Mit rund 6 Mio. Euro aus dem EFRE-Programm baut das Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) seine Forschungsinfrastruktur aus. Am Standort Emmerthal entsteht ein zweigeschossiges Gebäude mit etwa 1300 m² Forschungsfläche. Dort arbeiten Teams an langlebigen Photovoltaikmodulen und effizienten Wärmepumpensystemen. Neue Labore und Prüfstände ermöglichen industrienahe Entwicklungs- und Testumgebungen. Das Vorhaben stärkt die technologische Entwicklung in der Solar- und Wärmepumpentechnik und unterstützt die europäische Wertschöpfung in beiden Bereichen.

    • Neubau eines zweigeschossigen Forschungsgebäudes mit rund 1300 m² Forschungsfläche am Standort Emmerthal
    • Ausbau der Forschungsinfrastruktur für nachhaltige Photovoltaikmodule und effiziente Wärmepumpensysteme
    • Zusätzliche Forschungsflächen für industrienahe Prüf- und Entwicklungsumgebungen zur Stärkung der europäischen Wertschöpfung in der Solar- und Wärmepumpentechnologie

    Hannover/Emmerthal, 12. März 2026 – Am heutigen Tag überreichte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, dem Institut für Solarenergieforschung Hameln/Emmerthal (ISFH) den Förderbescheid für das Fördervorhaben „Integrierte Solare Systemtechnik – Erweiterung der Forschungsinfrastruktur“, das im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 6 Mio. Euro gefördert wird. Mit dem Vorhaben erweitert das ISFH seine Forschungsinfrastruktur für nachhaltige Photovoltaikmodule und effiziente Wärmepumpensysteme. Das Projekt umfasst ein neues zweigeschossigen Forschungsgebäude mit rund 1300 Quadratmetern Forschungsfläche am Standort Emmerthal. Das Gebäude ergänzt die bestehende Halle für Integrierte Solare Systemtechnik sowie den Forschungsbau SolarTeC und schafft benötigten Raum für neue Forschungs- und Prüfstände.

    Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „Die aktuelle geopolitische Lage macht es einmal mehr offensichtlich: Energiesouveränität ist kein abstraktes Ziel, sondern Voraussetzung für Stabilität und Sicherheit. Mit der Förderung des ISFH stärken wir Forschung, die für eine robuste und unabhängige Energieversorgung unverzichtbar ist. Der Ausbau der Infrastruktur des ISFH schafft die Voraussetzungen, um Photovoltaikmodule und Wärmepumpensysteme zu entwickeln, die mit weniger kritischen Rohstoffen auskommen, höhere Effizienz erreichen und in Europa industriell gefertigt werden können. Jede Innovation, die hier entsteht, bringt uns einer widerstandsfähigen, nachhaltigen und zunehmend autarken Energieversorgung einen Schritt näher.“

    Stärkung zentraler Zukunftsfelder der Energiewende

    Durch die Erweiterung baut das ISFH seine Kompetenzen in zwei zentralen Technologiefeldern aus:
    • Entwicklung nachhaltiger, ressourcenschonender und recyclingfähiger Photovoltaikmodule und deren Produktionstechniken
    • Forschung und Prüfung hocheffizienter Wärmepumpen und Wärmepumpensysteme

    Dr. Raphael Niepelt, Projektleiter am ISFH, erklärt: „Mehr als die Hälfte unserer Energie nutzen wir für die Erzeugung von Wärme. Für eine erfolgreiche Energiewende müssen wir Stromerzeugung und Wärmeversorgung gemeinsam betrachten. Wir können in der neuen Forschungshalle Photovoltaik, Wärmepumpen und digitale Steuerungssysteme systematisch untersuchen und ihre Wechselwirkungen analysieren. Damit bringen wir die Energiewende in Gebäuden und Quartieren voran.“

    Im Bereich der Photovoltaik entwickelt das ISFH materialeffiziente Modulkonzepte für Einfach- und für Tandemsolarzellen, alternative Kontaktierungstechnologien ohne Silber sowie Verfahren zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Glas-Glas-Modulen. Die Forschung daran macht es möglich, den Einsatz kritischer Rohstoffe zu reduzieren und die industrielle Fertigung in Europa zu stärken.
    Im Bereich der Wärmepumpen entstehen neue Prüf- und Entwicklungsumgebungen für leistungsstarke Systeme. Die Forschung konzentriert sich auf Effizienzsteigerung, klimafreundliche Kältemittel und die Integration in sektorübergreifende Energiesysteme.

    „Dank der zusätzlichen Forschungsfläche können wir unsere industrienahen Entwicklungs- und Prüfdienstleistungen für nachhaltige Photovoltaikmodule und effiziente Wärmepumpensysteme ausbauen. Die neue Laborfläche erweitert unser Angebotsspektrum für die wissenschaftlich-technologische Unterstützung heimischer Photovoltaikfertigung und fördert so die technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Partner in Niedersachsen und Europa“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter des ISFH.

    Impuls für den Innovationsstandort Niedersachsen

    Mit der neuen Forschungsinfrastruktur will das ISFH seinen Beitrag zur Reduktion von strategischen Abhängigkeiten in der Produktion von Solarmodulen leisten, insbesondere durch Weiterentwicklung und Sicherung von Know-how wie etwa materialeffiziente Modulkonzepte und industriekompatible Fertigungsverfahren.
    Auch im Wärmesektor ist der Transformationsbedarf hoch: Wärmepumpen spielen eine zentrale Rolle bei der Kopplung von Strom- und Wärmesektoren und bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestands. Das ISFH reagiert mit dem Ausbau seiner Infrastruktur auf die steigende Nachfrage aus Industrie und Forschung nach Prüf- und Entwicklungsleistungen.

    Dr. Henning Schulte-Huxel, Leiter der Arbeitsgruppe Photovoltaik-Spezialmodulbau am ISFH, erklärt:
    „Die zusätzlichen Forschungsflächen ermöglichen uns, großformatige PV-Module und leistungsstarke Wärmepumpen unter realitätsnahen Bedingungen zu entwickeln und zu prüfen. Damit stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Forschungslandschaft und bieten der Industrie in Niedersachsen eine leistungsfähige, unabhängige Forschungs- und Prüfplattform.“

    Mit dem Vorhaben leistet das ISFH einen direkten Beitrag zur niedersächsischen Innovationsstrategie im Feld „Energietechnologien und -systeme, Produktionstechnik und Neue Materialien“ und stärkt die Forschungs- und Entwicklungsbedingungen für Unternehmen im Land.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Raphael Niepelt


    Bilder

    Von links nach rechts: Projektleiter Dr. Raphael Niepelt, Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel, Minister Falko Mohrs, Referatsleiter Dr. Sebastian Huster
    Von links nach rechts: Projektleiter Dr. Raphael Niepelt, Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel, Minister Falk ...
    Quelle: MWK
    Copyright: MWK


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Energie, Maschinenbau, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Von links nach rechts: Projektleiter Dr. Raphael Niepelt, Prof. Dr.-Ing. Rolf Brendel, Minister Falko Mohrs, Referatsleiter Dr. Sebastian Huster


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