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16.03.2026 12:48

Wissen Sie auch so wenig über Pilze?

Dr. Simon Thijs Kommunikation & Marketing
Universität Trier

    Einer Studie der Universität Trier nach ist man damit in Deutschland nicht allein. In der Bevölkerung sind kaum Kenntnisse über Champignon und Co vorhanden.

    Im Rahmen der Studie aus der Biologie-Didaktik wurde das Wissen über einheimische Pilzarten in einer repräsentativen Stichprobe von 747 Personen in Deutschland untersucht. Sie zeigte erhebliche Wissenslücken in Bezug auf Pilzarten, die vermutlich zur anhaltenden Vernachlässigung der Organismengruppe der Pilze in Forschung, Naturschutz und Bildung beiträgt. Das könnte negative Folgen für die Erreichung globaler Biodiversitätsziele haben.

    Im Durchschnitt konnten die Teilnehmenden nur 16,7 % der gezeigten heimischen Pilzarten korrekt identifizieren – mehr als ein Viertel war nicht in der Lage, eine einzige Art zu bestimmen. Nur etwa ein Drittel erkannte den Speisewert richtig. 70 % konnten keine 5 Pilzarten auflisten. Die Mehrheit ging fälschlicherweise davon aus, dass Pilze Pflanzen seien.

    Die Autorinnen und Autoren betonen daher, dass Pilze in Lehrplänen, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit stärker berücksichtigt werden sollten, da Artenkenntnis als wichtige Grundlage für umweltfreundliches Verhalten und Naturschutz gilt. „Menschen neigen dazu, nur das zu schätzen und zu schützen, was sie kennen“, erklärt Autorin Ina Schanz. „Daher ist eine zentrale Voraussetzung für den Schutz der Biodiversität die sogenannte Species Literacy – also die Artenkenntnis, die neben der Fähigkeit zu deren Identifikation auch das Wissen über Arten, deren Lebensräume und ihre ökologische Bedeutung umfasst.“
    Pilze mit Image-Problem

    Frühere Studien zeigten, dass die Artenkenntnis in der Bevölkerung in Bezug auf Tiere und Pflanzen allgemein niedrig ist. Besonders wenig bekannt war bislang über das Wissen zu Pilzen, obwohl sie nach den Tieren das zweitgrößte Organismenreich darstellen. Pilze werden häufig negativ konnotiert, etwa im Zusammenhang mit Krankheiten, Schimmel oder Vergiftungen. Diese Wahrnehmung verdeckt ihre enorme ökologische und auch gesellschaftliche Bedeutung. Pilze sind für das Funktionieren der Ökosysteme unverzichtbar.

    Als wichtigste Zersetzer organischer Substanz spielen sie eine zentrale Rolle in Stoffkreisläufen, interagieren mit Pflanzen und Mikroorganismen und liefern dem Menschen wertvolle Substanzen wie Antibiotika und cholesterinsenkende Medikamente. Dennoch gab es kaum Studien zum Artenwissen über Pilze – insbesondere in Deutschland. Diese Forschungslücke wurde in der aktuellen Studie angegangen.

    Als Konsequenz aus den Ergebnissen entwickelt das Team der Universität Trier derzeit ein neues Pilzmodul im Lehr-Lern-Labor Biologie, das Schülerinnen und Schülern die Vielfalt, Morphologie und die ökologische Bedeutung der Pilze näherbringen soll. Ziel ist es, Artenkenntnis und Naturbewusstsein frühzeitig zu fördern und damit langfristig zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beizutragen.

    Zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41598-026-41150-w


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Ina Schanz & Prof. Dr. Martin Remmele
    Biologie und ihre Didaktik
    Mail: schanz@uni-trier.de
    Tel. +49 651 201-4638


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler
    Biologie, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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