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24.03.2026 10:50

Team SWOT begleitet Ausweitung des RoboCup-Wettbewerbs

Eva Kaupp Hochschulkommunikation
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

    „Smart Manufacturing League“: Schulteams arbeiten auf Augenhöhe mit Hochschulteams zusammen

    Wo kommen junge Menschen in Berührung mit Zukunftstechnologien? Wo lernen sie technische Fähigkeiten, die sie für ihren späteren Beruf wirklich gebrauchen können? In der Schule natürlich – zumindest, wenn sie bei einer Robotik-AG mitmachen, die vom Center für Robotik (CERI) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) unterstützt wird. Am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt, am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt und am Würzburger Bildungszentrum der Caritas-Don Bosco gGmbH starten in diesem Jahr neue Robotik-Gruppen, die beim überregionalen RoboCup-Wettbewerb mitmachen werden.

    Schon seit einigen Jahren nimmt das Team SWOT des Centers für Robotik an den RoboCup-Meisterschaften mit großem Erfolg teil. Sie waren bereits mehrfach deutsche Meister sowie Weltmeister- und Vizeweltmeister in der RoboCup@Work-Liga. Diese Liga dient dazu, die Herausforderungen in einer digital gesteuerten Produktion abzubilden und von Studierendenteams lösen zu lassen. Beispielsweise transportieren autonome Roboter Werkstücke von einer Station zur nächsten, können zuverlässig unterschiedliche Gegenstände voneinander unterscheiden und lassen sich auch von Aufgabenstellungen wie „Greife eine schwarze Schraube von einer dunklen Ablagefläche“ nicht verwirren.

    Brückenliga mit Schulteams

    In diesem Jahr werden die RoboCup@Work-Liga und die Logistics-Liga miteinander zur sogenannten „Smart Manufacturing League“ fusioniert. Dadurch ändern sich nicht nur die Aufgabenstellungen, die Liga öffnet sich außerdem für neue Teilnehmergruppen. Bisher nahmen Schülergruppen in den Junior-Ligen teil, während die Major-Ligen den Hochschulteams vorbehalten waren. Die Smart Manufacturing League hat eine Brückenliga vorgesehen, sodass Schulen und Hochschulen im kooperativen Betrieb Aufgaben erledigen können, d. h. zwei Roboter erfüllen eine Aufgabe gemeinsam.

    Wie die neuen Aufgaben und die neuen Wettbewerbsregeln aussehen, konnten die Teams kürzlich bei den „RoboCup German Open“ in Köln erarbeiten und testen. Vier Auszubildende der Caritas-Don Bosco gGmbH fuhren kurzerhand gemeinsam mit ihrem Ausbilder Christof Keller und Frank Matzer, dem stellvertretenden Direktor der Caritas-Don Bosco gGmbH, dorthin, um erste Erfahrungen zu sammeln: Als angehende Fachkräfte in den Bereichen IT, Zerspanung, Kfz-Mechatronik und Industrieelektronik bringen sie wichtige Fähigkeiten für den Robotik-Wettbewerb mit.

    Sich im Rahmen der Ausbildung mit Computer- und Roboter-Einsatz zu beschäftigen, ist eine Herzensangelegenheit für Frank Matzer. Er wollte sich regional vernetzen, um Unterstützung zu bekommen, und stieß schnell auf CERI-Leiter Prof. Dr. Tobias Kaupp. Nach Besuch und Gegenbesuch waren sich beide Seiten schnell einig, gemeinsam am RoboCup teilzunehmen. „Wir müssen da spielerisch rangehen, sodass es auch Spaß macht“, betont Matzer. Die Caritas-Don Bosco gGmbH kümmert sich um Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf, beispielsweise wegen psychischen Belastungen oder Lernschwierigkeiten.

    Trotz der geringen Vorlaufzeit schafften es die Auszubildenden innerhalb von zwei Wochen, ihren mobilen Roboter zum Laufen zu bringen – getauft auf den Name „Torino“ nach dem Wirkungsort von Don Bosco. Den Roboter durch den Parkour fernzusteuern, klappt schon sehr gut, denn die Fernsteuerung ähnelt einer Spielekonsole – „das kennen die Jugendlichen heutzutage alle“, sagt Frank Matzer.

    Zusammenbau von Objekten als neue Aufgabe

    Wenn es darum geht, den autonomen Betrieb zu programmieren, stehen die Auszubildenden in regem Austausch mit SWOT-Teammitglied Maximilian Streng, der zurzeit sein Masterstudium an der THWS abschließt. Mit dem Start der neuen Brückenliga haben sich auch die Aufgaben geändert: Es geht zwar immer noch um das Aufnehmen und Transportieren von Objekten, aber nun kommt noch das Zusammenbauen von Werkstücken hinzu, in diesem Fall mit Lego-Duplo-Steinen. Hingegen gibt es für Fehler wie Kollisionen weniger Punktabzug als zuvor. „Die Objekterkennung wird für uns nun einfacher“, schildert Streng. „Aber das Zusammenbauen ist schwieriger, das haben wir bisher noch nicht gemacht.“ Daher sei das Treffen in Köln weniger ein klassischer Wettbewerb, sondern diene eher dazu, die neuen Aufgaben und Regeln festzulegen und auszutesten, erläutert Prof. Dr. Kaupp. „Mir persönlich ist wichtig, dass die Aufgaben industrierelevant bleiben. Jetzt haben wir noch etwas Zeit, daran zu arbeiten, bevor es im Juli zu den Weltmeisterschaften nach Südkorea geht.“

    Diese Veranstaltung wird das Don-Bosco-Team zwar aussitzen, aber bei den Weltmeisterschaften 2027 in Nürnberg wollen sie auch an den Start gehen. Die Schulteams können selbst entscheiden, wie tief sie in die jeweiligen Aufgaben einsteigen wollen. Unterstützung bekommen sie vor allem über den Austausch auf der Messaging-Plattform Discord. „Ohne Maxi würde hier nichts laufen“, sagt Ausbilder Christof Keller mit einem kleinen Schmunzeln. „Am Anfang mussten wir oft nachfragen, aber wir haben auch unseren Stolz.“ Während des RoboCups konnten die Auszubildenden außerdem an Workshops zu Themen wie Sensorintegration, Programmierungsgrundlagen, CAD-Design oder 3D-Druck teilnehmen.

    Maximilian Streng freut sich auf die weitere Zusammenarbeit, auch wenn die Auszubildenden in Zukunft mehr auf sich allein gestellt daran arbeiten werden – „dann ist der Lerneffekt größer“. Über Discord steht Team SWOT auch mit den Teams der anderen Hochschulen aus Magdeburg, Bonn oder Nürnberg sowie mit deren Schulteams im Austausch. „Diese gegenseitige Unterstützung, davon lebt der RoboCup“, betont Streng. Auch mit dem eigens mitgebrachten 3D-Drucker habe das THWS-Team hauptsächlich anderen Teams ausgeholfen.

    Für Prof. Dr. Tobias Kaupp ist die Öffnung der neuen Liga für Schulteams eine positive Neuerung: „Wir wollen die Motivation für die Robotik so früh wie möglich wecken und damit auch mehr regionale Studierende für unseren Bachelorstudiengang Robotik gewinnen. Am Ende geht es natürlich darum, dem Fachkräftemangel in Robotik und Automatisierung zu begegnen.“ Auch Frank Matzer freut sich über die neuen Möglichkeiten für Auszubildende: „Die Teilnahme am RoboCup war mehr als nur ein Wettbewerb – sie war ein entscheidender Bestandteil für die berufliche Entwicklung unserer Auszubildenden. Diese Erfahrung hat nicht nur die fachlichen Fähigkeiten geschärft, sondern auch die Bedeutung von Teamarbeit hervorgehoben.“

    Zum RoboCup-Wettbewerb
    Der RoboCup-Wettbewerb wurde 1996 ins Leben gerufen und geht auf die Idee zurück, bis 2050 ein humanoides Roboter-Team zu erschaffen, das gegen die amtierenden Fußballweltmeister gewinnen kann. Mittlerweile hat sich der RoboCup diversifiziert und bietet den Fußball-Ligen Wettbewerbe in weiteren Ligen an, darunter Rettungswesen und Haushalt. Deutsche Hochschulen engagieren sich vor allem in den Bereichen digitale Produktion und Logistik, da diese für die Wirtschaft von besonderem Interesse sind.

    Über die THWS
    Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.


    Bilder

    V. li.: Frank Matzer (stellv. Direktor der Caritas-Don Bosco gGmbH), THWS-Masterstudent Maximilian Streng, Ausbilder Christof Keller, Christian Theobald (Auszubildender Zerspanung), Nico Weicht (Auszubildender Kfz-Mechatronik) und Prof. Dr. Tobias Kaupp
    V. li.: Frank Matzer (stellv. Direktor der Caritas-Don Bosco gGmbH), THWS-Masterstudent Maximilian S ...
    Quelle: THWS/Eva Kaupp
    Copyright: THWS/Eva Kaupp


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler, jedermann
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


     

    V. li.: Frank Matzer (stellv. Direktor der Caritas-Don Bosco gGmbH), THWS-Masterstudent Maximilian Streng, Ausbilder Christof Keller, Christian Theobald (Auszubildender Zerspanung), Nico Weicht (Auszubildender Kfz-Mechatronik) und Prof. Dr. Tobias Kaupp


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