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24.03.2026 11:55

Erwärmung von Küstengewässern treibt großflächige schwüle Hitzewellen an

Corinna Bertz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

    Steigende Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind laut einer neuen Studie für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs großflächig auftretender schwüler Hitzewellen verantwortlich. Die Studie von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Princeton University und der Sun Yat-sen University deutet darauf hin, dass die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten ein Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeextreme sein könnten.

    Hitzewellen mit hoher Luftfeuchtigkeit haben in den vergangenen Jahrzehnten stark an Intensität zugenommen und werden voraussichtlich weiter zunehmen, wodurch sich auch das Risiko hitzebedingter Todesfälle erhöht. Frühere Untersuchungen legen nahe, dass selbst gesunde Menschen bei Feuchtkugeltemperaturen – ein Maß für die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit – über 31,5 °C zusammenbrechen können, da sich der Körper dann nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann. Das weitverbreitete und großflächige Auftreten schwüler Hitzewellen, wie 2023 in Asien, ist bislang jedoch kaum verstanden.

    „Wir sehen einen starken Zusammenhang zwischen der Erwärmung der Küstengewässer und einer Häufung von schwül-heißen Extremereignissen – insbesondere in den Tropen. Dort liefern die Ozeane mehr Feuchtigkeit und die Atmosphäre transportiert diese feucht-warme Luft an Land, wodurch die Hitze verstärkt wird“, sagt Leitautor und PIK-Forscher Fenying Cai. „In Regionen, die weiter vom Äquator entfernt sind, spielt auch das Zusammenwirken der Erwärmung von Land und Ozean, gekoppelt mit großräumigen atmosphärischen Wellenmustern, eine wichtige Rolle.“

    Das internationale Forschungsteam analysierte Klimadaten aus den Jahren 1982 bis 2023 mit Hilfe eines komplexen Netzwerkansatzes und entdeckte starke Zusammenhänge zwischen Land und Ozean. So ist beispielsweise die Erwärmung im Indischen Ozean mit steigenden Risiken für schwüle Hitze in Südasien und im Nahen Osten verbunden, während die Erwärmung des tropischen Nordatlantiks die Risiken im nördlichen Südamerika verstärkt. Die Studie zeigt auch, dass der Einfluss des Ozeans bei großräumigen Ereignissen stärker ist als bei isolierten lokalen Hitzewellen.

    „Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen zwischen Land und Ozean ist der Schlüssel für wirksame Strategien zur Klimaanpassung. Die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten können als potenzieller Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeereignisse eine entscheidende Rolle spielen“, sagt Co-Autor und PIK-Forscher Jürgen Kurths.


    Originalpublikation:

    Artikel:

    Cai, F., Gerten, D., Zhang, K., Zhang, T., Yang, S., Kurths, J.: Large-scale aggregation of humid heatwaves exacerbated by coastal oceanic warming. Nature Geoscience. [DOI: 10.1038/s41561-026-01952-z]


    Weitere Informationen:

    https://www.nature.com/articles/s41561-026-01952-z - Link zum Artikel


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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