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24.03.2026 14:57

Leibniz-Einrichtungen in Mannheim/Köln, Mainz, Kiel, Frankfurt am Main und Berlin evaluiert

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Kommunikation
Leibniz-Gemeinschaft

    Die gemeinsame Förderung von fünf Leibniz-Einrichtungen durch Bund und Länder soll fortgeführt werden. Das empfiehlt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft nach Abschluss der regelmäßigen wissenschaftlichen Evaluierung. Eine erneute Überprüfung der Fördervoraussetzungen soll bei allen fünf Einrichtungen nach dem Regelturnus von sieben Jahren erfolgen.

    Folgende Leibniz-Einrichtungen wurden evaluiert:
    • GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim/Köln
    • Leibniz-Institut für Resilienzforschung, Mainz (LIR)
    • Kiel Institut für Weltwirtschaft – Leibniz Zentrum zur Erforschung globaler ökonomischer Herausforderungen
    • Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, Frankfurt am Main
    • Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin (IGB)

    Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:
    1) GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim/Köln
    Das Leibniz-Institut GESIS bietet grundlegende forschungsbasierte Dienstleistungen für die Sozialwissenschaften an. Seine Angebote sind in den angesprochenen Fächern hoch anerkannt, wie der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner Stellungnahme betont.
    Das Institut unterstützt den gesamten Forschungsprozess von der Studienplanung bis zur Datenarchivierung. Insbesondere bietet GESIS Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Tools und Beratung an, um Umfragen und Datenerhebungen auf methodisch höchstem Niveau durchzuführen, nutzbar zu machen und zu archivieren. Außerdem verantwortet das Institut eigene Datensätze, die für die Wissenschaft und darüber hinaus die breite Öffentlichkeit relevant sind, z. B. die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) und das Politbarometer.
    GESIS entwickelt seine Dienste kontinuierlich und strategisch weitsichtig weiter. Grundlage dafür ist eine Methodenforschung, die Sozialwissenschaften und Informatik zusammenführt. Die Planung über Umfragen hinaus die Arbeiten zu digitalen Verhaltensdaten weiter zu stärken, sieht der Leibniz-Senat als vielversprechend an. Er hebt zudem hervor, dass GESIS hohe Standards für deren wissenschaftliche Nutzung setzt. Diese seien auch mit Blick auf nationale und europäische Regulierungen hoch relevant. Nicht zuletzt würdigt der Senat die zentrale Rolle von GESIS für die Sozialwissenschaften beim Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung von GESIS fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Evaluierung/Senatsstellungnahmen/GESIS_-_Senatsstellungnahme__24.03.2026__mit_Anlagen.pdf

    2) Leibniz-Institut für Resilienzforschung, Mainz (LIR)
    Das Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) untersucht, wie die psychische Gesundheit von Menschen in Stressphasen erhalten oder anschließend wiederhergestellt werden kann. Ziel ist es, die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen zu verstehen und Interventionen zur Stärkung der Resilienz zu entwickeln, um stressbedingten psychischen Erkrankungen vorzubeugen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft stellt in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme fest, dass das LIR seit seiner Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft im Jahr 2020 entscheidend zur Weiterentwicklung des Resilienz-Konzepts und zur Profilierung der Resilienzforschung beigetragen habe. So richte das Institut jedes Jahr die zentrale internationale Fachtagung auf diesem Gebiet aus; seine sehr guten, teilweise sogar herausragenden Forschungsergebnisse würden in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht. Sie seien die Grundlage für innovative Anwendungen, etwa digitale Präventionsprogramme und Angebote für Schulen und Unternehmen.
    Der Senat unterstützt die Planungen des Instituts, zukünftig experimentelle Ergebnisse mit bio-informatischen Methoden zusammenzuführen und personalisierte Maßnahmen zur Stärkung von Resilienz zu entwickeln. Derzeit ist das LIR auf drei Standorte in Mainz verteilt. Deren langjährig geplante Zusammenführung in einem Gebäude solle mit hoher Priorität umgesetzt werden, so der Senat.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des LIR fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Evaluierung/Senatsstellungnahmen/LIR_-_Senatsstellungnahme__24.03.2026__mit_Anlagen.pdf

    3) Kiel Institut für Weltwirtschaft – Leibniz Zentrum zur Erforschung globaler ökonomischer Herausforderungen
    Das Kiel Institut arbeitet zu globalen ökonomischen Zusammenhängen und Entwicklungen. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft sieht das Institut mit seinen wissenschaftlich und gesellschaftlich hochaktuellen Themen international hervorragend positioniert. Neben den Forschungsleistungen hebt er den erfolgreichen Wissenstransfer in Politik und Gesellschaft sowie die hochwertigen Dateninfrastrukturen des Kiel Instituts hervor. Besonders sichtbar seien unter anderem die Daten zu internationalen Unterstützungsleistungen für die Ukraine und die Beteiligung an der Gemeinschaftsdiagnose im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.
    2023 übernahm der amtierende Präsident die Leitung und initiierte einen am Institut breit unterstützten Veränderungsprozess. In Anlehnung an das Department-Modell angelsächsischer Hochschulen wird in einem derzeit noch laufenden Prozess die organisatorische und personelle Struktur dynamisch umgestaltet. Das führt insbesondere zu einer deutlich höheren Zahl von Professuren, die das Institut gemeinsam mit Universitäten besetzt. Neben der Universität Kiel ist dabei vor allem die Universität Hamburg ein wichtiger institutioneller Partner. Über eine neue Außenstelle in Berlin intensiviert das Kiel Institut außerdem die Politikberatung. Inhaltlich werden künftig zum einen die wichtigen Arbeiten zu Makroökonomie, internationalen Finanzmärkten, Außenhandel, internationaler Entwicklung und globaler Transformation weiterverfolgt. Darüber hinaus wird es dank einer Erhöhung der institutionellen Förderung möglich, die Arbeiten zur Geoökonomie erheblich auszuweiten.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Kiel Instituts fortzuführen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Evaluierung/Senatsstellungnahmen/Kiel_Institut_-_Senatsstellungnahme__24.03.2026__mit_Anlagen.pdf

    4) Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, Frankfurt am Main
    Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE arbeitet zu der Frage, wie ein optimaler Ordnungsrahmen für Finanzmärkte ausgestaltet sein sollte. Der Fokus liegt dabei auf Europa. Neben den Wirtschaftswissenschaften werden weitere Disziplinen, besonders die Rechtswissenschaften, einbezogen.
    SAFE wurde 2013 gegründet und habe sich innerhalb kurzer Zeit zu einer der führenden Einrichtungen auf seinem Feld entwickelt, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute verabschiedeten Stellungnahme. Die Forschungsergebnisse würden regelmäßig in hochrangigen Zeitschriften publiziert. Über ein eigenes Forschungsdatenzentrum stelle SAFE europäische Wirtschafts- und Finanzdaten bereit, zudem sei es in der Beratung von Politik und Regulierungsbehörden engagiert. Für die Weiterentwicklung in diesen Bereichen empfiehlt der Senat eine systematische Erfassung von Nutzung und Impact.
    Der Senat würdigt, dass das wissenschaftliche Personal am Institut sehr gut für Karrierewege innerhalb und außerhalb der Wissenschaft qualifiziert werde. Die Arbeiten der kommenden Jahre seien insbesondere durch ein umfangreiches Projekt zu historischen Finanzdaten bestimmt. Außerdem plane SAFE, seine interdisziplinäre Finanzmarktforschung im Hinblick auf die Themen Nachhaltigkeit und grüne Transformation auszubauen.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung von SAFE fortzusetzen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Evaluierung/Senatsstellungnahmen/SAFE_-_Senatsstellungnahme__24.03.2026__mit_Anlagen.pdf

    5) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin (IGB)
    Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) erforscht aquatische Ökosysteme mit einem Fokus auf Binnengewässer. Dazu arbeiten am IGB Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen zusammen, unter anderem aus Hydrologie, Limnologie, Ökologie und Fischereiforschung.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hebt in seiner heutigen Stellungnahme hervor, dass das IGB in den vergangenen Jahren viele wichtige Ergebnisse vorgelegt habe, beispielsweise hinsichtlich der Einflüsse des Klimawandels auf Gewässer und deren Biodiversität. Grundlage für die Arbeiten seien hervorragende Infrastrukturen, darunter Messstationen in Seen und Flüssen, Fischhaltungsanlagen und Labore. Sehr erfolgreich sei das IGB außerdem bei der Kommunikation seiner Arbeitsergebnisse an gesellschaftliche Akteure. Internationale Beachtung fanden beispielsweise die Einschätzungen zum Fischsterben in der Oder 2022.
    Nachdem der bisherige Direktor im Oktober 2025 auf seine Professur an der KU Leuven zurückgekehrt ist, wird das IGB derzeit kommissarisch geleitet. Für die strategische Entwicklung des Instituts sei es dringlich, die Stelle wie geplant in einem internationalen Rekrutierungsverfahren wissenschaftlich hochrangig zu besetzen, so der Senat. Die neue Institutsleitung solle dann die positive Entwicklung der vergangenen Jahre weiterführen und das wissenschaftliche Profil des IGB weiter schärfen. Sehr erfreulich sei es, dass ein neues, gemeinsam genutztes Gebäude zur Biodiversitätsforschung auf dem Campus der Freien Universität Berlin mittlerweile fertiggestellt ist.
    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IGB fortzuführen.
    Den Wortlaut der Stellungnahme finden Sie unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Evaluierung/Senatsstellungnahmen/IGB_-_Senatsstellungnahme__24.03.2026__mit_Anlagen.pdf

    Hintergrund:
    Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.
    Grundlage für die Bewertung ist eine schriftliche Unterlage der Einrichtung und ein Evaluierungsbesuch am Institut. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem die bewertete Institution Stellung nehmen kann. Im Anschluss an die Bewertung verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme. Die Stellungnahme schließt mit einer Förderempfehlung ab und dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen.
    Die Senatsstellungnahmen werden zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) auf der Website der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht.

    Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
    Christoph Herbort-von Loeper
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 471
    Mobil: 0174 / 310 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf technologisch relevanter Forschung und aktivem Technologietransfer: Leibniz-Institute bringen innovative Entwicklungen gezielt in die Anwendung und fördern durch Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie die Umsetzung neuer Technologien in die Gesellschaft. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei gut 2,3 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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