DZHW-Wissenschaftler Dr. Gunther Dahm erhält Ulrich-Teichler-Preis
Für seine Dissertation zum Thema „Studieren ohne Hochschulreife – Ausmaß und Determinanten des Studienerfolgs von nicht-traditionellen Studierenden“ ist der DZHW-Wissenschaftler Dr. Gunther Dahm mit dem Ulrich-Teichler-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der Gesellschaft für Hochschulforschung für herausragende Dissertationen im Bereich der Hochschulforschung vergeben und würdigt besonders innovative und empirisch fundierte Beiträge zur Weiterentwicklung des Forschungsfelds.
Der Preis wurde von dem Hochschulforscher Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Teichler gestiftet und wird im Rahmen der Jahrestagung der Fachgesellschaft verliehen. 2026 fand diese vom 18. bis 20. März an der Universität Paderborn statt. Die zweite Preisträgerin ist Dr. Sabine Freudhofmayer, die zum Thema „Studieren im Kontext der Ökonomisierung von Hochschulbildung: Rekonstruktionen zum kollektiven Erfahrungsraum der Studierenden der Bildungs- und Erziehungswissenschaft“ an der Universität Wien promoviert hat.
In seiner Dissertation untersucht Dr. Dahm den Studienerfolg sogenannter nicht-traditioneller Studierender – also von Personen, die ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium aufnehmen. Hintergrund ist die Reform der deutschen Hochschulzulassung durch den Öffnungsbeschluss der Kultusministerkonferenz von 2009, der beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang erleichterte. Die Arbeit greift damit eine zentrale Frage der Bildungspolitik auf: Wie erfolgreich sind Studierende ohne Abitur im Studium?
Für die Analyse nutzt Dr. Dahm mehrere umfangreiche Datensätze, darunter das Nationale Bildungspanel, die amtliche Hochschulstatistik und den DZHW-Datensatz zur 21. Sozialerhebung. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Zwar brechen nicht-traditionelle Studierende ihr Studium häufiger ab als Studierende mit klassischer Hochschulzugangsberechtigung. Wer das Studium jedoch erfolgreich abschließt, erreicht vergleichbare Studienleistungen.
Das erhöhte Abbruchrisiko hängt dabei weniger mit der Studierfähigkeit zusammen als mit den Lebensumständen der Studierenden. So absolvieren nicht-traditionelle Studierende häufiger ein Fernstudium und befinden sich aufgrund ihres höheren Alters oft in einer anderen Lebensphase, etwa mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen.
Darüber hinaus prüft die Dissertation eine zentrale Annahme der Forschung: Gelten für nicht-traditionelle Studierende andere Abbruchmechanismen als für traditionelle Studierende? Dafür wird erstmals im deutschen Hochschulkontext das Modell der Studienintegration von Vincent Tinto auf diese Gruppe angewendet und weiterentwickelt. Die Ergebnisse zeigen, dass auch für nicht-traditionelle Studierende die soziale Integration an der Hochschule ein entscheidender Faktor für den Studienerfolg ist, ebenso wie etwa die Studienfinanzierung.
Mit seiner Arbeit liefert Dr. Dahm erstmals bundesweit generalisierbare Erkenntnisse zum Studienerfolg von Studierenden ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung. Gleichzeitig stärkt die Dissertation die theoretische Fundierung der Forschung zu Bildungsdurchlässigkeit und zur Öffnung der Hochschulen für neue Zielgruppen.
Hier finden Sie die Dissertation: https://doi.org/10.15488/20110
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
fachunabhängig
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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