Mit der Ausstellung „_ _ _STADT“ öffnet der Kunstverein Siegen das seit Jahren leerstehende Karstadt-Gebäude in Siegen als temporären Ort für Kunst, Architektur und Stadtforschung. Internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende der Universität Siegen verwandeln die Beton-Tristesse der früheren Verkaufsfläche in eine moderne Galerie-Szenerie.
Das alte Kaufhaus zeigt noch immer die verblassten Spuren des Konsums. Der Kassenbereich, die Rolltreppen, die alten Schilder. Früher kam man an Karstadt nicht vorbei, auch weil das Geschäft einen so bequem in die Siegener Oberstadt gebracht hat. Knapp drei Jahre nach der Schließung wird das langgezogene Gebäude mit der Ausstellung „_ _ _STADT“ neu belebt. Nicht als Einkaufsort, sondern als Raum für Kunst, Architektur und neue Ideen für eine Stadt von morgen. Der Kunstverein Siegen und die Neue Architekturschule der Universität Siegen entwickelten neue Perspektiven für den Umgang mit innerstädtischem Leerstand. Dabei wird deutlich, dass Handel längst nicht mehr alleiniger Motor von Stadtentwicklung ist. Gefragt sind neue, kreative Nutzungskonzepte für innerstädtische Räume.
Und so wird die untere Etage des alten Kaufhauses derzeit zu einer Art Experimentierfeld. Denn hier zeigen nicht nur Künstler*innen wie Ada Van Hoorebeke, Alwin Lay, Amedeo Polazzo, Ana Navas, Erika Hock, Ida Kammerloch, Karla Zipfel, Louise Nguyen und Olof Duus, Paula Erstmann, Sarah & Charles, Samuel Treindl, SpätiSpäti und Yoel Pytowski ihre Werke, sondern sie greifen auch die spezifische Geschichte des Ortes auf. Verfremdete Konsumobjekte, fragmentierte oder überdimensionierte Alltagsprodukte, textile Installationen, Videoarbeiten und Projektionen spielen mit dem Ausstellungsraum, der als Kaufhaus von gestern immer präsent bleibt. So entsteht eine Atmosphäre, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunftsszenarien überlagern.
Die Universität Siegen prägt das Projekt maßgeblich. Ein zentrales Element der Ausstellung ist ein architektonisches Modell des Karstadt-Gebäudes, das im Rahmen des Reallabors unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Erl entstand. Das Modell zeigt: Statt abgeschlossener Verkaufsflächen können offene Räume für Arbeit, Begegnung und Kultur im alten Karstadt entstehen.
Begleitend zur Ausstellung wird der Diskurs auch öffentlich geführt. So trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Gesprächsabend mit Jennifer Cierlitza vom Kunstverein Siegen, Prof. Erl und Stadtbaurat Henrik Schumann, um die Möglichkeiten der Stadtentwicklung im Bestand zu skizzierten. Der Architektur-Professor und Stadtplaner erklärte, dass sich diese Ausstellung als Einladung verstehe, Stadt neu zu denken: offen, gemeinschaftlich und experimentell. Der Leerstand solle nicht dauerhaft beklagt, sondern aktiv genutzt werden, vielleicht als „Möglichkeitsraum“, wie derzeit durch den Kunstverein. „Wir brauchen Orte, wo die Stadtgesellschaft zusammenkommen kann“, so Prof. Erl.
Öffnungszeiten der Ausstellung bis zum 9. Mai im ehemaligen Karstadt-Gebäude:
Freitag und Samstag, jeweils 14 bis 18 Uhr, geschlossen an Karfreitag und Ostersamstag. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist im Haus Seel zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.
Prof. Dr.-Ing. Architekt und Stadtplaner Thorsten Erl
erl@architektur.uni-siegen.de
Installationen im ehemaligen Siegener Karstadt-Gebäude.
Copyright: Kunstverein Siegen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, jedermann
Bauwesen / Architektur, Kunst / Design
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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