Das DFKI in Trier kooperiert mit der Abteilung Wirtschaftspsychologie der Universität (Prof. Dr. Thomas Ellwart) im neuen Verbundprojekt HYTEG und entwickelt mit Partnern ein hybrides Lernsetting für Resilienz in Unternehmen mittels Extended Reality (XR) und KI-basierter Prozessanalyse. In Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftemangel und geopolitischen Unsicherheiten trainiert es Teamresilienz praxisnah: XR-Serious Games simulieren reale Störungen wie Lieferkettenabbrüche, KI analysiert Verhalten und Feedback-Loops stärken Antizipation sowie Anpassungsfähigkeit.
Anfang Februar traf sich das interdisziplinäre Konsortium unter Leitung der TU Chemnitz (Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement) zum offiziellen Kick-off in Chemnitz. Anforderungen aus Wissenschaft und Praxis wurden gebündelt, erste Prototypideen diskutiert – von teaminternen Dynamiken bis KI-gestützten Prognosen. Das DFKI bringt hier seine Expertise in Kognitiver Sozialsimulation ein, um menschliche Entscheidungsprozesse und soziale Interaktionen simulationsbasiert erfassbar zu machen.
Immersives Lernsetting für reale Störungen
HYTEG wird durch das Bundesministerium für Bildung, Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMBF) und die EU über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) im Rahmen des Programms „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ gefördert. Das Projekt läuft von Januar 2026 bis Dezember 2028 und adressiert insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus Produktion, Dienstleistung, Verwaltung und Beratung. Kern des Vorhabens ist ein XR-basiertes Serious Game, das reale Arbeitsprozesse und typische Störungsszenarien – etwa Lieferkettenabbrüche oder Konflikte im Team – simuliert. Teilnehmende spielen diese Situationen in einem sicheren, realitätsnahen Raum durch, während Daten zu Verhalten und Teamprozessen erfasst und in unmittelbare Feedback-Loops überführt werden. So werden zentrale Resilienzfaktoren wie Antizipation, gemeinsames Lernen und Anpassungsfähigkeit sichtbar und gezielt trainierbar.
Das Toolkit umfasst unter anderem:
• Gefährdungs-Check: Instrument zur systematischen Erhebung von Belastungs- und Vulnerabilitätsfaktoren.
• Teamresilienz-Monitor: Visualisierung teambezogener Prozesse wie Kommunikation, Koordination und kollektives Problemlösen.
• KI-basierte Resilienzanalyse: Modellierung und Simulation von Abläufen, Identifikation kritischer Abhängigkeiten sowie „What-if“-Szenarien für strategische Entscheidungen. „HYTEG macht Resilienz erlebbar: Teams lernen nicht abstrakt, sondern in einem sicheren, realitätsnahen Raum, unterstützt durch KI-gestützte Analysen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Ingo Timm, Forschungsbereichsleiter Kognitive Sozialsimulation am DFKI und Professor an der Universität Trier. „Damit schlagen wir eine Brücke zwischen Sozial-KI und angewandter Psychologie – mit dem Ziel, Trainings zu entwickeln, die direkt im Arbeitsalltag wirksam werden“.
Brücke zwischen Forschung und Praxis
Das HYTEG-Konsortium vereint arbeitswissenschaftliche, psychologische und technologische Expertise mit starken Praxispartnern.
• Die TU Chemnitz (Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement) leitet das Konsortium, gestaltet das Lernsetting und bringt ihre Erfahrung an der Mensch Technik-Schnittstelle ein.
• Das DFKI in Trier entwickelt simulationsbasierte KI-Methoden zur Analyse von Teamverhalten und Resilienzprozessen.
• Die Wirtschaftspsychologie der Universität Trier steuert Modelle der Teamresilienz und validierte psychologische Instrumente bei.
• Praxispartner wie ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH, XR-Spezialist unframe, Alpha Sigma GmbH, Duramentum GmbH & Co. KG und mediaman GmbH stellen Anwendungsfälle bereit und testen Prototypen im betrieblichen Alltag.
• Assoziierte Partner – darunter das Netzwerk Attraktive Unternehmen Trier und das Finanzamt Trier – bringen weitere Perspektiven aus Wirtschaft und Verwaltung ein.
Durch diese Konstellation werden Prototypen frühzeitig in unterschiedlichen Branchen erprobt, iterativ verbessert und an spezifische Anforderungen angepasst. Ziel ist es, Unternehmen bei der Gestaltung stabiler, resilienter Arbeitssysteme zu unterstützen, Teams auf KI-geprägte Arbeitswelten vorzubereiten und psychische Belastungen langfristig zu reduzieren.
Prof. Dr. Thomas Ellwart
Wirtschaftspsychologie
Mail: ellwart@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-2051
XR-Serious Games simulieren reale Störungen wie Lieferkettenabbrüche, KI analysiert Verhalten und Fe ...
Quelle: Alexander Bischel
Copyright: Universität Trier
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Gesellschaft, Informationstechnik, Psychologie, Wirtschaft
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

XR-Serious Games simulieren reale Störungen wie Lieferkettenabbrüche, KI analysiert Verhalten und Fe ...
Quelle: Alexander Bischel
Copyright: Universität Trier
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