idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
30.03.2026 13:22

Schnelltestentwicklung zur Diagnose schwer behandelbarer VRE-Bakterien

Janna Schmidt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

    Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE) zählen zu den besonders besorgniserregenden antibiotikaresistenten Problemkeimen, da ihre Behandlung stark eingeschränkt ist. Die Resistenz beruht auf den Enzymkomplexen VanA oder VanB, die Vancomycin unwirksam machen. VanB wird jedoch in gängigen Empfindlichkeitstests der Diagnostik oft nicht zuverlässig erkannt, was zu ineffektiven Therapien und einer weiteren Ausbreitung von VRE führen kann. Ein Forscherteam arbeitet gemeinsamen mit einem belgischen Industriepartner an der Entwicklung eines Antikörper-basierten VRE-Schnelltests, der die Expression von VanA und VanB zuverlässig nachweisen kann.

    Enterococcus faecium ist ein Bakterium, das von Natur aus gegen viele gängige Antibiotika resistent ist. Insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen, wie immungeschwächten Personen, kann das Bakterium schwer behandelbare Infektionen verursachen und stellt daher ein bedeutendes Problem als nosokomialer Infektionserreger dar. Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE) zählen zu den besonders besorgniserregenden antibiotikaresistenten Problemkeimen, da ihre Behandlung stark eingeschränkt ist. Die Resistenz beruht auf den Enzymkomplexen VanA oder VanB, die Vancomycin unwirksam machen. VanB wird jedoch in gängigen Empfindlichkeitstests der Diagnostik oft nicht zuverlässig erkannt, was zu ineffektiven Therapien und einer weiteren Ausbreitung von VRE führen kann.

    Das Team von Dr. Alexander Klimka, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (IMMIH) arbeitet gemeinsamen mit Dr. Paul Higgins (IMMIH und DZIF) und einem belgischen Industriepartner an der Entwicklung eines Antikörper-basierten VRE-Schnelltests, der die Expression von VanA und VanB zuverlässig nachweisen kann. Der Prototyp dieses VRE-Schnelltests wird dann mit verschiedenen klinischen Isolaten und mithilfe eines in-vitro-Darmmodells von Dr. Thomas Fließwasser (UK Bonn) evaluiert, um ihn danach mit dem Industriepartner zur Marktreife zu bringen. „Unser Ziel ist es, einen Schnelltest zu entwickeln, der beide Resistenzmechanismen sicher erfasst und sich unkompliziert in den diagnostischen Alltag integrieren lässt“, sagt Dr. Alexander Klimka. Dazu wird Dr. Tamara Rügamer, Oberärztin am IMMIH, in einer klinischen Studie testen, ob sich der Test in den Arbeitsablauf eines universitären Diagnostiklabors integrieren lässt und dadurch zu einer erheblich vereinfachten, sicheren und letztlich auch kostengünstigeren Diagnostik von VRE beitragen kann.

    Die Uniklinik Köln und das DZIF können dabei auf einschlägige Erfahrungen in der gemeinsamen, translationalen Testentwicklung verweisen. Dr. Alexander Klimka, Dr. Paul Higgins und weitere Mitarbeitende des IMMIH haben gemeinsam mit dem belgischen Industriepartner bereits zwei Schnelltests zur Detektion Carbapenemase-resistenter Acinetobacter baumannii erfolgreich zur Marktreife gebracht (OXA-23 K-SeT, 2018, und RESIST-ACINETO, 2022).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Alexander Klimka
    Universität zu Köln
    aklimka@uni-koeln.de


    Weitere Informationen:

    https://www.dzif.de/de/schnelltestentwicklung-zur-diagnose-schwer-behandelbarer-... DZIF-Pressemeldung mit Bild


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).