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31.03.2026 10:22

Förderangebot Momentum: 11,3 Mio. Euro für strategische Entwicklung von Professuren

Jens Rehländer Stabsreferat Kommunikation
VolkswagenStiftung

    In dem Förderangebot "Momentum" hat die VolkswagenStiftung jetzt 12 Vorhaben bewilligt. Die Mittel werden dafür eingesetzt, Professuren mit neuen fachlichen und strategischen Akzenten weiterzuentwickeln. Jeweils fast eine Mio. Euro gehen nach Münster, Tübingen, Ulm und Berlin; die Vorhaben werden weiter unten beispielhaft vorgestellt.

    Worin unterscheidet sich "Momentum – Förderung für Erstberufene" von anderen Förderangeboten der VolkswagenStiftung? Im Fokus stehen hier nicht Einzelprojekte, die sich in eine etablierte Forschungskette einfügen. Vielmehr geht es darum, Ideen zu fördern, die eine Professur mit neuen fachlichen und strategischen Impulsen bereichern.

    "Wir wollen Professor:innen genau in dem Moment stärken, in dem sie ihre Professur wirklich prägen können – mit Zeit, Ressourcen und dem Rückenwind, auch Risiken einzugehen", sagt Dr. Selahattin Danisman, Förderreferent der VolkswagenStiftung. "Uns überzeugt besonders, wenn jemand den Mut hat, die eigene Arbeit neu zu denken und damit dem eigenen Feld einen spürbaren Impuls zu geben."

    "Momentum" richtet sich an Professor:innen an Universitäten, drei bis fünf Jahre nach Antritt ihrer ersten Lebenszeitprofessur. Bereitgestellt werden Mittel für die strategische Weiterentwicklung des eigenen Fachs, sei es in der Forschung oder der Lehre. Finanziert werden dafür je nach Vorhaben etwa zusätzliche Sach- und Geräteausstattung, Personalmittel für Postdocs, technische Mitarbeitende und studentische Hilfskräfte, Auslandsaufenthalte, neue forschungsbasierte Lehrformate sowie Wissenschaftskommunikation.

    Jetzt hat die Stiftung 11,3 Mio. Euro für 12 neue Vorhaben bewilligt. Vier der Projekte – aus Münster, Tübingen, Ulm und Berlin – werden hier beispielhaft vorgestellt:

    Enzyme-Embedded Synthetic Cells enabling Environmental Self-Degradation of Microplastics (Prof. Dr. Seraphine Wegner, Universität Münster, rd. 940.000 Euro)

    Kunststoffe sind überall – und sie sind ein Problem: Sie werden kaum biologisch abgebaut, sondern zerfallen oft zu Mikroplastik, das in der Umwelt bleibt. Professorin Wegner will deshalb ein neues Kunststoffmaterial entwickeln, in dem plastikabbauende Enzyme in winzigen "Kapseln" stecken. Solange der Kunststoff intakt ist, bleiben die Enzyme eingeschlossen und inaktiv. Erst wenn der Kunststoff zu Mikroplastik zerfällt und mit Wasser in Kontakt kommt, öffnen sich die Kapseln: Die Enzyme werden aktiv und bauen das Plastik ab.

    MATE: Machine Learning for Adaptive Teaching (Prof. Dr. Andreas Lachner, Universität Tübingen, rd. 950.000 Euro)

    Heterogene Schulklassen werden für Lehrer:innen zu einer wachsenden Herausforderung. Immer häufiger entscheidet die sprachliche, kulturelle und sozialökonomische Herkunft der Schüler:innen über Lernerfolge. Unterrichtskonzepte müssen sich idealerweise deutlich mehr als bisher auf individuelle Bedürfnisse einstellen. KI, vor allem große Sprachmodelle, gilt als Chance für passgenaues Lernen – doch ihr Einsatz im Unterricht ist noch wenig erforscht. Professor Lachner verbindet Bildungsforschung mit KI, Data Science und maschinellem Lernen. Mit Partner:innen aus dem In- und Ausland sowie mit Lehrkräften, Schüler:innen und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung in Baden-Württemberg wird er neue Lernsysteme entwickeln und im Alltag testen.

    Rethinking Medical Wearables (Prof. Dr. Walter Karlen, Universität Ulm, rd. 940.000 Euro)

    Medizinische Wearables sind tragbare Geräte wie Sensor-Armbänder oder Pflaster, die laufend Körperwerte messen – aber auch nicht mehr können als Datensammeln. Um den medizinischen Nutzen von Wearables zu steigern, will Professor Karlen sie interaktiv gestalten: Wearables geben gezielte Reize, messen die Reaktion und passen Programme an, um den Nutzenden individuelle medizinische Hilfestellung zu geben. Dafür nutzt Karlen die Methode des verstärkenden Lernens: Das System lernt durch Feedback dauernd dazu und optimiert sich selbst. Karlen startet mit der Entwicklung von Wearables, die mit Tönen den Schlaf beeinflussen – hier entstehen jede Nacht sehr viele Momente, in denen das System dazulernen kann. Ergebnisse seiner Forschung könnten personalisierte Systeme und neue Einblicke in Körperprozesse sein.

    Simulating Bureaucracy? The Uncertain Future of the Administrative State (Prof. Dr. Thomas Wischmeyer, Humboldt-Universität zu Berlin, rd. 940.000 Euro)

    Verwaltung und Verwaltungsrecht setzen meist auf Kontrolle, Planbarkeit und Rechtssicherheit. Doch Krisen wie die Corona-Pandemie oder Auswirkungen des Klimawandels, aber auch der hochdynamische technologische Wandel stellen Behörden vor neue Herausforderungen: Sie müssen schneller reagieren und handlungsfähig bleiben, ohne verlässliche Erfahrungswerte und Daten. Wie Computersimulationen und Modelle dazu beitragen können, die Handlungsfähigkeit von Behörden in Krisenlagen sicherzustellen, wird Professor Wischmeyer erforschen. Dafür arbeitet er eng mit der Verwaltungspraxis zusammen. Am Ende des Projekts will er Leitlinien bereitstellen, damit Behörden vorausschauend, flexibel und anpassungsfähig handeln können.

    Weitere bewilligte Projekte:

    From Cells to Smart Gels: A Momentum in Motion (Prof. Dr. Timo Betz, Universität Göttingen, rd. 950.000 Euro)

    Every Voice Matters: Scaling Dialectology with Computational Methods (Prof. Dr. Miriam Bouzouita, Humboldt-Universität zu Berlin, rd. 940.000 Euro)

    From Molecular Machines to Precision Programmable Materials (Prof. Dr. Henry Dube, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, rd. 940.000 Euro)

    Next-Generation Magnets – the Future is 3D! (Prof. Dr. Karin Everschor-Sitte, Universität Duisburg-Essen, rd. 950.000 Euro)

    Training algorithms with Lifted High-Rank Updates (LiftHighUp) (Prof. Dr. Andreas Potschka, Technische Universität Clausthal, rd. 940.000 Euro)

    Ein Mikroskop für magnetische Suszeptibilität (Prof. Dr. Friedemann Reinhard, Universität Rostock, rd. 940.000 Euro)

    Towards a natural-cultural history of the early modern period (Prof. Dr. Julia A. Schmidt-Funke, Universität Leipzig, rd. 940.000 Euro)

    New model systems to unravel the coevolution of reproductive strategy & immunity (Prof. Dr. Olivia Roth, Universität Kiel, rd. 950.000 Euro)

    Details zu allen neu geförderten Projekten finden Sie auf unserer Website: https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/kurz-informiert/momentum-113-mio-euro-...

    Weitere Informationen zur "Momentum – Förderung für Erstberufene" der VolkswagenStiftung: https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/momentum-foerderu....

    INFORMATIONEN ZUR VOLKSWAGENSTIFTUNG

    Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover. Sie ist die größte private deutsche wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche Einrichtungen. In den mehr als 60 Jahren ihres Bestehens hat die VolkswagenStiftung rund 36.000 Projekte mit insgesamt mehr als 7,5 Mrd. Euro gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen Stiftungen privaten Rechts in Deutschland.

    Weitere Informationen über die VolkswagenStiftung finden Sie unter https://www.volkswagenstiftung.de/de/stiftung/wer-wir-sind.

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    Die Presseinformation steht im Internet zur Verfügung: https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/pressemitteilung/foerderangebot-moment...


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Selahattin Danisman
    +49 511 8381-256
    danisman@volkswagenstiftung.de


    Weitere Informationen:

    https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/kurz-informiert/momentum-113-mio-euro-... Details zu allen neu geförderten Projekten.
    https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/momentum-foerderu... Weitere Informationen zu "Momentum".
    https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/pressemitteilung/foerderangebot-moment... Die Presseinformation im Internet.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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