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31.03.2026 11:08

Deutscher Krebspreis 2026 für Versorgungsforschung geht an das Universitätsklinikum Dresden

Annechristin Bonß Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Ehre für Prof. Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV). Auszeichnung für Projekt WiZEN, das die Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren nachweist. Arbeit unterstreicht, die Wichtigkeit von Zertifizierungen, die Patientinnen und Patienten Orientierung geben.

    Professor Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, erhält den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie Versorgungsforschung. Der Arzt und Versorgungsforscher wird für seine herausragenden und wegweisenden Verdienste auf dem Gebiet der onkologischen Versorgungsforschung geehrt. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördertes Projekt WiZEN, das die Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren untersucht und mit breiter Datenbasis belegt. „Versorgungsforschung ist heute wichtiger denn je. Sie untersucht, wie medizinische Behandlungen im Alltag tatsächlich wirken und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Das hilft uns, die Qualität, Effizienz und Patientensicherheit im Gesundheitssystem gezielt zu steigern“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum. „Forschung und Patientenversorgung sind heute eng miteinander verbunden. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind Basis für eine stetige Verbesserung der Patientenversorgung. Wir freuen uns sehr, dass der Beitrag aus Dresden zur Versorgungsforschung nun mit dem Krebspreis 2026 geehrt wird“, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden.

    Sind die Chancen auf den Erfolg einer Therapie in zertifizierten Zentren höher? Ein solcher Impact der Zertifizierung für Patientinnen und Patienten mit Krebs war bisher kaum nachweisbar. Denn der Erfolg einer Therapie ist immer auch von individuellen Risikofaktoren wie Alter, Vorerkrankungen oder physischer Konstitution der Patientinnen und Patienten abhängig. Dank der Ergebnisse des Projektes WiZEN – Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren – gelingt nun erstmals ein methodisch sauberer Nachweis dieser These. Innerhalb der breit angelegten Studie, durchgeführt am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), wurden die Behandlungsergebnisse der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten in zertifizierten Zentren mit der Behandlung in nicht zertifizierten Krankenhäusern verglichen. Die Studienergebnisse sind sehr konsistent und richtungsweisend, denn sowohl die bundesweiten GKV-Routinedaten als auch die Krebsregisterdaten wiesen für alle untersuchten Krebsarten Vorteile zugunsten der Erstbehandlung in einem zertifizierten Krankenhaus nach. Zudem konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Jochen Schmitt zeigen, dass die Krebsbehandlung in zertifizierten Zentren gegenüber nicht-zertifizierten Krankenhäusern kosteneffizient, das heißt auch aus Sicht der Beitragszahlenden und Kostenträger vorteilhaft ist. „WiZEN ist ein Beleg dafür, dass sich unser Aufwand bezüglich der Zertifizierung lohnt und Patientinnen wie Patienten mit Krebs einen nachweisbaren Vorteil bringt. Das ist Grund für uns, nicht nachzulassen“, sagt Prof. Martin Bornhäuser, einer der geschäftsführenden Direktoren am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC).

    Forschung zur Behandlungsqualität in Kliniken
    Prof. Jochen Schmitt erhält für seine Arbeit den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie „Versorgungsforschung“. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie die Versorgung von Patientinnen und Patienten systematisch verbessert werden kann, insbesondere auch in der Onkologie. Unter seiner Leitung wurde die WiZen-Studie durchgeführt, die auf Basis von GKV-Abrechnungs- und Krebsregisterdaten zeigen konnte, dass Patientinnen und Patienten mit Krebs in zertifizierten Zentren einen Überlebensvorteil haben. Die Ergebnisse dieser Studie liefern wichtige Erkenntnisse zur Qualität von Krebsbehandlungen in Zertifizierten Zentren gegenüber anderen Kliniken und geben Krebspatientinnen und -patienten somit eine Orientierung bei der Klinikwahl. Die Jury lobt: „Mit seinen Forschungsarbeiten zeigt Schmitt, wie Versorgungsforschung unmittelbar die Praxis verbessern kann: von der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle über die methodische Grundlagenarbeit bis hin zur Erprobung neuer evidenzbasierter Versorgungsformen für Patientinnen und Patienten. Damit hat er die Versorgungsforschung in Deutschland entscheidend geprägt.“.

    Der Deutsche Krebspreis
    Der Deutsche Krebspreis wird seit 1986 jährlich für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum verliehen:
    - in der experimentellen onkologischen Grundlagenforschung (experimenteller Teil),
    - in der translationalen Forschung (Transfer experimenteller Forschungsergebnisse in den klinischen Bereich),
    - in der Tumordiagnostik und -behandlung (klinischer Teil).
    - für Versorgungsforschung (2024 noch als Sonderpreis, seit 2025 als feste Kategorie)
    Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert. Stifter des Deutschen Krebspreises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. 2026 haben neben Prof. Jochen Schmitt fünf weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre wegweisenden Arbeiten in der Krebsmedizin und -forschung den Preis erhalten. Die Preisverleihung findet am 19. Juni 2026 in Berlin statt.
    https://www.deutscher-krebspreis.de

    Zur Person: Prof. Jochen Schmitt
    Prof. Jochen Schmitt prägt die Versorgungsforschung in der Onkologie in besonderer Weise. Dafür ist er deutschlandweit in wichtigen Gremien geschätztes Mitglied:
    - Mitglied im Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege (SVR)
    - Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF)
    - Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses des Zentrums für Krebsregisterdaten
    - Leiter der Core Unit Registerstudienplattform des NCT Dresden (Register klinischer Krebskohorten für translationale Forschung)
    - Sprecher des Patient Access and Outreach Committee des NCT

    Mit großem Engagement und wissenschaftlicher Weitsicht treibt er die Integration und Verknüpfung von Routine- und Registerdaten voran und schafft so die Grundlage für eine lernende, wissensgenerierende Versorgung. Seine Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, die Qualität der Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus setzt er sich für einen fairen und chancengleichen Zugang zu moderner Krebsbehandlung ein und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im Gesundheitssystem.
    Prof. Jochen Schmitt ist seit 2012 Direktor des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV)
    Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH, Leiter
    Tel. 0351 / 458 6495
    E-Mail: jochen.schmitt@uniklinikum-dresden.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/universitaetscentren/zegv/das...
    https://www.krebsgesellschaft.de/pressemitteilungen/deutscher-krebspreis-2026


    Bilder

    Professor Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, erhält den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie Versorgungsforschung.
    Professor Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Un ...
    Quelle: UKDD_Wiegand


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Professor Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, erhält den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie Versorgungsforschung.


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