Der berufsbegleitende Bachelorstudiengang Evidence Based Practice Pflege ist an der OTH Regensburg erfolgreich gestartet. Er qualifiziert erfahrene Pflegefachkräfte wissenschaftlich und stärkt fundierte, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Entscheidungen im Berufsalltag. Zwei Pflegende erzählen aus ihrem Klinikalltag und wie das Studium ihre Arbeit bereichert.
Ist die Patientin heute stabil genug für die Therapie? Entscheidungen wie diese trifft Gerald Collier seit vielen Jahren aus Erfahrung. Doch immer häufiger stellt er sich die Frage: Lässt sich das auch wissenschaftlich belegen? „Vieles basiert auf Routine und Abstimmung im Team, aber wir müssen stärker evidenzbasiert arbeiten“, sagt der 53-jährige Pfleger vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR).
Genau hier setzt der neue Bachelorstudiengang an der OTH Regensburg an, der im Wintersemester 2025/2026 erstmals gestartet ist. Ziel ist es, Pflegefachkräfte wissenschaftlich zu qualifizieren und die Qualität der Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.
Von der Erfahrung zur Evidenz
Collier bringt jahrzehntelange Berufserfahrung aus der Onkologie mit, unter anderem in leitender Funktion einer Tagesklinik. Doch in nationalen Arbeitsgruppen wurde ihm zunehmend bewusst, dass für viele pflegerische Fragestellungen die wissenschaftliche Methodik fehlt. „Wenn es darum geht, neue Versorgungsmodelle zu entwickeln, reicht Erfahrung allein nicht mehr aus“, erklärt er.
Der Studiengang vermittelt genau diese Kompetenzen: Pflegefachkräfte lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu bewerten, in die Praxis zu übertragen und eigene Projekte umzusetzen.
Akademisierung als Schlüssel zur Zukunft der Pflege
„Die Anforderungen in der Pflege steigen kontinuierlich, gleichzeitig wächst der Bedarf an wissenschaftlich fundierten Entscheidungen im Versorgungsalltag“, erklärt Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, Studiengangleiterin und Beauftragte für den Entwicklungsschwerpunkt Gesundheit an der OTH Regensburg. „Mit dem Studiengang Evidence Based Practice Pflege schaffen wir ein Angebot, das berufserfahrene Pflegekräfte gezielt dabei unterstützt, ihre Expertise, um wissenschaftliche Kompetenzen zu erweitern und aktiv zur Weiterentwicklung der Pflege beizutragen.“
Auch am Universitätsklinikum Regensburg wird diese Entwicklung als zentral angesehen. „Evidenzbasierte Pflege stärkt nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern auch die Position der Pflege im interprofessionellen Team“, betont Sabine Gutsche, Pflegedienstleiterin am UKR. „Wir brauchen Pflegefachpersonen, die Forschung verstehen, kritisch hinterfragen und Innovationen in die Praxis bringen – aufbauend auf ihrer fachlichen Spezialisierung.“
Der Studiengang ermöglicht eine akademische Weiterqualifikation, die eng an die pflegerische Berufspraxis anknüpft. Pflegefachkräfte können entsprechend ihrem Tätigkeitsschwerpunkt zwischen verschiedenen Schwerpunkten wählen, etwa der Intensiv- und Anästhesiepflege, der Onkologie oder der psychiatrischen Pflege.
Der Studiengang fügt sich damit auch strategisch in die Weiterentwicklung der Hochschule ein: Mit dem Schwerpunkt Gesundheit im Hochschulentwicklungsplan stärkt die OTH Regensburg gezielt die akademische Qualifizierung in den Gesundheitsberufen und leistet einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Versorgung in der Region.
Lernen neben dem Beruf
Das berufsbegleitende Studium richtet sich gezielt an erfahrene Pflegekräfte. Lehrveranstaltungen finden gebündelt statt und ermöglichen so die Vereinbarkeit mit dem Berufsalltag. Für Collier ist das eine Herausforderung, aber auch eine große Chance: „Lernen neben dem Beruf erfordert Disziplin. Aber es macht unglaublich viel Freude, neue Perspektiven zu gewinnen.“
Auch Stefanie Lenz, Intensivpflegekraft am Klinikum St. Marien in Amberg, sieht im Studium vor allem die Möglichkeit, die eigene Profession zu stärken: „Wir sind diejenigen, die am nächsten an den Patientinnen und Patienten arbeiten. Durch das Studium hinterfragt man vieles stärker und entwickelt die eigene fachliche Expertise weiter.“ Die 42-Jährige entschied sich nach ihrer Familiengründung bewusst für diesen Schritt: „Mir gefällt das Studium sehr gut, besonders der Austausch mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen ist unglaublich bereichernd. Ich wünsche mir, dass die Pflege durch die wachsende fachliche Kompetenz insgesamt mehr Anerkennung erfährt.“
Der Studiengang steht exemplarisch für den Wandel in der Pflege: weg von rein erfahrungsbasiertem Handeln hin zu einer wissenschaftlich fundierten, reflektierten Praxis. Für Gerald Collier ist klar: „Pflege kann mehr und dieses Studium zeigt, wie.“
Einladung zum Informationsabend
Interessierte können sich beim Informationsabend zum Studiengang Evidence Based Practice Pflege am 5. Mai um 18 Uhr näher informieren. Eine Anmeldung ist online auf der Seite des Studiengangs Bachelor Evidence Based Practice Pflege berufsbegleitend studieren möglich.
Gerald Collier, Pflegefachkraft am Universitätsklinikum Regensburg und Studierender des berufsbeglei ...
Quelle: Barbara Sommer
Copyright: Universitätsklinikum Regensburg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
regional
Studium und Lehre
Deutsch

Gerald Collier, Pflegefachkraft am Universitätsklinikum Regensburg und Studierender des berufsbeglei ...
Quelle: Barbara Sommer
Copyright: Universitätsklinikum Regensburg
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