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02.04.2026 08:54

Was heißt eigentlich „Praxis“? Publikation der EvH Bochum befasst sich mit Perspektiven in der Sozialen Arbeit

Carmen Tomlik Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Evangelische Hochschule Bochum

    Die Soziale Arbeit lebt von Praxis: sie ist Grundlage professionellen Handelns, Ort der Begegnung mit Klient_innen und Prüfstein theoretischer Konzepte. Dennoch zeigt sich in Wissenschaft und Berufspraxis oft ein unterschiedliches Verständnis davon, was „Praxis“ eigentlich bedeutet und ausmacht. Genau hier setzt eine neue Publikation an, die mit Beteiligung der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum) entstanden ist. Der Sammelband „Ein Glossar zum Praxisverständnis Sozialer Arbeit. Praxis als gemeinsame Spurensuche“ vereint Beiträge von Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen, die aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, wie Praxis gedacht, reflektiert und zugleich gelebt wird.

    Warum ein Glossar?

    „Ein Glossar bildet nicht nur Begriffe ab – es macht sichtbar, wie vielfältig und dynamisch der Begriff Praxis ist, wie er in verschiedenen Kontexten und aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt und interpretiert wird“, erklärt Herausgeberin Prof. Dr. Selma Haupt, Erziehungswissenschaftlerin an der EvH Bochum: „Gerade in Disziplinen wie der Sozialen Arbeit, die in ständiger Wechselwirkung von Theorie und Praxis stehen, unterstützt ein solcher Glossar den fachlichen Austausch, die Reflexion im Studium und die Qualität des professionellen Handelns in Einrichtungen und Wissenschaft.“

    „Praxis“ in der Sozialen Arbeit ist also nichts Einheitliches oder klar Definiertes. Jeder Mensch erlebe Praxis anders – für manche sei sie ein Balanceakt oder sogar mit Risiko, Fehlern und Scheitern verbunden, sagt Prof. Haupt: „Der Begriff lässt sich nicht so leicht erfassen, weil es ein Prozess ist und kein Zustand. Überraschend fand ich, dass Praxis als Erfahrung und Handeln mit eher spannungsreichen Perspektiven in Verbindung gebracht wurde, also als Beschämung, als Zumutung, als Scheitern oder als Verletzung verstanden wird. Dabei wurde deutlich, dass Praxis auch bedeutet, Unplanbares zu planen, also zu improvisieren, zu entscheiden und Fehler zu machen. Genau darin liegt auch das Potential mit, durch und in Praxis zu lernen.“

    Gerade weil Praxis so unterschiedlich ist, erfordert sie eine eigene Positionierung: „Es gilt, sich bewusst zu machen, wofür man steht und wie gehandelt werden soll“, erklärt Prof. Haupt. Dazu beschreibt das Buch verschiedene Haltungen, etwa eine kritische

    Perspektive auf Machtverhältnisse (z. B. Adultismus), demokratische Positionierungen oder dekoloniale Ansätze. Der Band richtet sich gleichermaßen an Studierende, Lehrende, Forschende und in der Praxis Tätige. Er bietet Impulse und Erfahrungsperspektiven, um das oft „naheliegende“, aber selten systematisch erfasste Phänomen Praxis neu zu denken.
    Weitere Informationen:

    Der Glossar wurde herausgegeben von Prof. Dr. Selma Haupt, Tilman Kallenbach und Dr. Nils Klevermann und ist Mitte März 2026 im Verlag Barbara Budrich in der DGSA-Buchreihe „Theorie, Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit“ erschienen.

    Weitere Informationen:

    Ein Glossar zum Praxisverständnis Sozialer Arbeit. Praxis als gemeinsame Spurensuche (2026). Theorie, Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit, Band 30. 351 Seiten.

    ISBN:
    978-3-8474-3411-5

    Auch als eBook im Open Access:
    978-3-8474-3349-1


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Selma Haupt, +49 234 36901-199, Haupt@EvH-Bochum.de


    Weitere Informationen:

    https://shop.budrich.de/produkt/ein-glossar-zum-praxisverstaendnis-sozialer-arbe...


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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