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02.04.2026 11:19

Start des Forschungsprojekts DECURA

Matthias Brünett Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.

    Dezentrale digitale Unterstützung für die häusliche Pflege

    Das DIP startete im Februar 2026 das Forschungsprojekt DECURA. Gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der Universität des Saarlandes und der Firma VIVAI Software AG wird erforscht, wie dezentrale Datenverarbeitung zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen sowie ihrer An- und Zugehörigen in der häuslichen Pflege eingesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist es, durch dezentrale Datenverarbeitung die Selbstbestimmung der Betroffenen zu stärken und die Qualität der häuslichen Pflege nachhaltig zu verbessern.

    Herausforderung: Komplexe Versorgungsrealität und Informationsbedarf

    Gesundheits- und Versorgungsnetzwerke sind komplexe soziale Systeme, in denen informelles Lernen eine zentrale Rolle spielt. Insbesondere An- und Zugehörige erwerben pflegerische Kompetenzen häufig praxisnah. „Da Pflegebedürftigkeit oftmals unerwartet eintritt, besteht ein akuter Bedarf an verlässlichen, verständlichen und individuell zugeschnittenen Informationen“, so Projektleiter Prof. Dr. Tobias Hölterhof.

    Digitale Gesundheitsanwendungen bieten grundsätzlich großes Potenzial, diese Unterstützung bereitzustellen. Gleichzeitig führen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit häufig zu Überforderung oder Ablehnung, insbesondere bei zentralisierter Datenverarbeitung. Vertrauen und Sicherheit sind jedoch eine zentrale Voraussetzung für die Nutzung digitaler Lösungen im sensiblen Gesundheitskontext.

    Zielsetzung: Dezentrale, sichere und personalisierte Unterstützung

    Das Projekt DECURA setzt genau hier an. Ein interdisziplinäres Konsortium unter Konsortialführung des DIP beforscht und entwickelt eine digitale Anwendung, die Gesundheitsdaten dezentral – also direkt auf den Endgeräten der Betroffenen – verarbeitet. Auf dieser Grundlage sollen personalisierte Informationen sowie Lern- und Versorgungsangebote bereitgestellt werden, die sich an den individuellen Bedarfen der Pflegebedürftigen und ihrer Sorgegemeinschaft orientieren. Durch die lokale Datenverarbeitung werden Datenschutzrisiken reduziert und die Kontrolle über sensible Informationen bei den Nutzerinnen und Nutzern selbst belassen, die Datensouveränität wird also gestärkt.

    Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen im Fokus

    Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Analyse rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen. Ziel ist es, bestehende Hürden für dezentrale digitale Systeme im Gesundheitswesen zu identifizieren und praktikable Lösungsansätze zu entwickeln. Damit leistet DECURA nicht nur einen Beitrag zur technologischen Innovation, sondern auch zur strukturellen Weiterentwicklung digitaler Gesundheitsversorgung.

    Innovation mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Perspektive

    Die Kombination aus informellen Lernnetzwerken, personalisierten digitalen Inhalten und konsequent datenschutzkonformer, dezentraler Technologie stellt im Pflegekontext ein bislang wenig erforschtes Innovationsfeld dar. DECURA trägt dazu bei, Vertrauen in digitale Gesundheitsanwendungen zu stärken, die digitale Teilhabe zu fördern und die Qualität der häuslichen Pflege zu verbessern. Mit dem Start von DECURA wird ein wichtiger Schritt hin zu einer selbstbestimmten, sicheren und zukunftsfähigen digitalen Unterstützung in der häuslichen Pflege gemacht. DECURA wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 2 Mio. Euro gefördert.

    Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP-Institut) ist seit mehr als 25 Jahren An-Institut der Katholischen Hochschule NRW und trägt gemeinsam mit der im Jahr 2021 ausgegründeten Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH als DIP-Plattform mittels praxisorientierter Forschung und Entwicklung zur Qualitätssicherung im Pflegebereich und zur Stärkung der Pflegewissenschaft und Pflegepraxis in Deutschland bei. Die DIP-Plattform ist unabhängig, finanziert sich ausschließlich über Drittmittel, Mitgliedsbeiträge und Spenden. Seit der Gründung wurden mehr als 200 Projekte im Gesamtvolumen von mehr als 25 Mio. Euro durchgeführt.

    Kontakt für Rückfragen:
    Matthias Brünett
    Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
    Hülchrather Str. 15
    50670 Köln
    Tel: +49 163 773 4324
    E-Mail: m.bruenett@dip.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    t.hoelterhof@dip.de
    g.linnemann@dip.de


    Weitere Informationen:

    https://www.dip.de


    Bilder

    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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