Große internationale Analyse mit Beteiligung der JLU zeigt Zuverlässigkeit von Studien aus Ökonomie und Politikwissenschaft – Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Nature
Eine internationale Forschungskooperation mit über 100 beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat die Reproduzierbarkeit und Robustheit aktueller Studien aus der Ökonomie und Politikwissenschaft umfassend untersucht. Im Zentrum der Studie stand die Frage, wie zuverlässig publizierte Forschungsergebnisse sind. Das Ergebnis: ziemlich zuverlässig. An der groß angelegten Analyse, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, war auch Prof. Dr. Elmar Schlüter vom Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligt.
Die Forschenden haben Analysen aus 110 Artikeln führender internationaler wirtschafts- und politikwissenschaftlicher Fachzeitschriften reproduziert und geprüft, ob die Ergebnisse auch dann noch stimmen, wenn man die Daten auf andere Weise auswertet – dies bezeichnet man als Robustheit. Die Forschenden konnten über 85 Prozent der untersuchten Befunde rechnerisch reproduzieren. Zudem erwiesen sich rund 72 Prozent der ursprünglich signifikanten Ergebnisse auch unter veränderten Analyseannahmen als stabil.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich viele zentrale Befunde aus diesem Feld als relativ robust erweisen – aber auch, wie wichtig systematische Reproduktionsstudien für die Qualitätssicherung sind“, sagt Prof. Dr. Elmar Schlüter, Professor für Methoden der international vergleichenden Sozialforschung am Institut für Soziologie der JLU.
Prof. Schlüter war gemeinsam mit zwei internationalen Koautoren an der Reproduktion einer politikwissenschaftlichen Studie beteiligt, die den Einfluss von alltäglicher, insbesondere arbeitsbedingter ethnischer Diversität auf politische Einstellungen untersucht. Im Rahmen dieser Arbeit wurden die zentralen Analysen der Originalstudie zunächst vollständig mit den vom Journal in einem eigenen Datenrepositorium bereitgestellten Daten und Codes reproduziert und anschließend durch weiterführende Robustheitsprüfungen ergänzt. Dazu gehörten unter anderem die eigenständige Rekonstruktion zentraler Variablen aus Rohdaten, systematische Variationen der Modellannahmen sowie zusätzliche Auswertungen auf Basis alternativer Datensätze.
Das Projekt wurde von Prof. Abel Brodeur, Ph.D., Department of Economics & Institute for Replication an der University of Ottawa (Kanada) geleitet und gilt als eines der bislang größten seiner Art. „Die breite internationale Beteiligung unterstreicht die wachsende Bedeutung kollaborativer Ansätze für die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Standards“, so Prof. Schlüter.
Prof. Dr. Elmar Schlüter
Institut für Soziologie
Telefon: 0641 99-23240
E-Mail: elmar.schlueter@sowi.uni-giessen.de
Brodeur, A., Mikola, D., Cook, N. et al. Reproducibility and robustness of economics and political science research. Nature 652, 151–156 (2026).
https://doi.org/10.1038/s41586-026-10251-x
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Politik, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse, Kooperationen
Deutsch

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