idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
08.04.2026 09:00

An 80 Prozent der deutschen Hochschulen ist Nachhaltigkeit auch strukturell verankert

Jan Thiemann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
CHE Centrum für Hochschulentwicklung

    Nachhaltigkeit ist an deutschen Hochschulen längst nicht mehr nur punktuell, projektabhängig oder personenbezogen verankert. Stattdessen zeigt eine aktuelle Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung: Bereits an vier von fünf Hochschulen in Deutschland ist Nachhaltigkeit auch strukturell verankert. Rund 70 Prozent sind Mitglied in einer entsprechenden Organisation und ein Viertel veröffentlicht regelmäßig einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht.

    Nachhaltigkeit umfasst dabei mehr als Klima- und Umweltschutz, sondern entsprechend den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung beispielsweise auch die Bekämpfung von Ungleichheiten und Armut, den breiten Zugang zu hochwertiger Bildung sowie den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

    Breit, aber sehr unterschiedlich verankert

    Bereits an knapp 79 Prozent der deutschen Hochschulen ist Nachhaltigkeit strukturell verankert – weitere 16 Prozent arbeiten aktuell daran. Besonders weit bei der Verankerung von Nachhaltigkeit sind Universitäten mit 88 Prozent sowie generell staatliche Hochschulen mit 84 Prozent. Dies zeigt eine Befragung von 282 Hochschulverwaltungen im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2026.

    Wie die Verankerung konkret aussieht, ist jedoch sehr unterschiedlich. Häufig liegt die Zuständigkeit für das Thema bei einem Prorektorat oder Vizepräsidium, bei Nachhaltigkeitsbeauftragten oder in der Verwaltung. Rund 80 Prozent der Hochschulen verfügen über eine Koordinationsstelle oder Steuerungsgruppe.

    „Nachhaltigkeit ist an deutschen Hochschulen angekommen“, fasst Cort-Denis Hachmeister, Autor des DatenCHECKs, die Ergebnisse der Analyse zusammen. „Die Hochschulen verankern das Thema heute in großer Breite. Unterschiede gibt es vor allem bei der Frage, wo und wie sie das organisatorisch tun. Größere Hochschulen haben oft mehr Ressourcen, um feste Strukturen aufzubauen“, so Hachmeister. „Kleinere Hochschulen können dafür mit kurzen Wegen und passgenauen Lösungen punkten.“

    Viele Hochschulen setzen auf Austausch und Netzwerke

    Rund 70 Prozent der Hochschulen sind Mitglied in mindestens einer Organisation oder Initiative mit Bezug zu nachhaltiger Entwicklung oder verfügen über eine entsprechende Akkreditierung.

    Am häufigsten genannt wird die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN), gut ein Viertel der Hochschulen ist dort Mitglied. Hinzu kommen unter anderem Fairtrade-Auszeichnungen sowie weitere teilweise regionale Netzwerke und Zusammenschlüsse. Die Auswertung zeigt: Viele Hochschulen entwickeln ihr Engagement nicht isoliert, sondern im Austausch mit anderen weiter.

    Strategien und Berichte geben dem Engagement Richtung

    Auch strategisch ist das Thema vielerorts angekommen. 41 Prozent der Hochschulen verfügen über eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie, 32 Prozent über ein Nachhaltigkeitsleitbild. Am häufigsten wird nachhaltige Entwicklung im Hochschulentwicklungsplan verankert.

    Ein Viertel der Hochschulen veröffentlicht mittlerweile regelmäßig einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Dazu kommen weitere Instrumente wie Klimaschutzkonzepte, Treibhausgasbilanzen oder Verankerungen in Grundordnungen und Hochschulverträgen.

    „Viele Wege führen bei der Nachhaltigkeit an Hochschulen zum Ziel“, sagt Cort-Denis Hachmeister. „Entscheidend ist nicht, dass alle Hochschulen dieselben Strukturen schaffen, sondern dass sie das Thema verbindlich aufgreifen und passend zu ihrem Profil ausgestalten“, so der Autor des DatenCHECKs.

    Über den DatenCHECK
    Die Daten stammen aus der Befragung der Hochschulverwaltungen im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2026. Teilnehmen konnten alle im HRK-Hochschulkompass geführten Hochschulen mit Ausnahme der Verwaltungshochschulen. Einbezogen wurden die Daten von 282 deutschen Hochschulen. Autoren des DatenCHECKs 3/2026 Strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen sind Cort-Denis Hachmeister und Christopher Oppermann.

    Über das CHE Centrum für Hochschulentwicklung
    Das CHE ist ein führender Think Tank für die Hochschullandschaft mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Im deutschen Hochschulsystem ist der Ansatz des CHE einzigartig: Es kombiniert empirische Evidenz, Lösungsentwicklung und Umsetzung unter einem Dach. Der Sitz der gemeinnützigen Einrichtung ist in Gütersloh. Gesellschafter sind die Bertelsmann Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Cort-Denis Hachmeister
    Autor, Senior Expert Datenanalyse
    CHE Centrum für Hochschulentwicklung
    Tel. 05241 9761-35
    E-Mail cort-denis.hachmeister@che.de


    Originalpublikation:

    Hachmeister, Cort-Denis; Oppermann, Christopher: DatenCHECK 3/2026: Strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen (2026), CHE, Gütersloh – veröffentlicht am 08. April 2026 auf www.hochschuldaten.de


    Weitere Informationen:

    https://hochschuldaten.che.de/strukturelle-verankerung-von-nachhaltigkeit-an-deu... - Link zum DatenCHECK


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsergebnisse, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).