Die 160 in DAX, MDAX und SDAX gelisteten deutschen Aktiengesellschaften werden dieses Jahr rund 65 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Damit wird der Vorjahreswert um 3,8 Prozent übertroffen. Der neue Höchststand wird jedoch vor allem vom DAX getragen. Das ist das Ergebnis der Dividendenstudie 2026 – eine regelmäßig erscheinende Analyse des Institute for Strategic Finance (isf) der FOM Hochschule in Kooperation mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW). Leiter der Studie ist Christian W. Röhl, Chief Economist der digitalen Investmentplattform Scalable Capital und Fachbeiratsvorsitzender am isf der FOM.
„Die Dividendensaison 2026 zeigt eine klare Zweiteilung des deutschen Kapitalmarkts. Große, international aufgestellte Konzerne behaupten sich weiterhin stark, während viele kleinere und mittlere Unternehmen deutlich stärker unter Druck stehen“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW.
DAX treibt den Rekord
Von den 40 DAX-Unternehmen heben 29 ihre Ausschüttung an. Im MDAX und SDAX gelingt dies dagegen nur etwa 40 Prozent der Unternehmen, während rund jede fünfte Gesellschaft ihre Dividende senkt oder ganz streicht. Insgesamt entfallen 55,5 Milliarden Euro (+4,9% zum Vorjahr) und damit fast das gesamte Ausschüttungsvolumen der Auswahlindizes auf den DAX. Zu den größten Dividendenzahlern zählen 2026 die Allianz mit 6,5 Milliarden Euro, die Deutsche Telekom mit 4,8 Milliarden Euro und Siemens mit 4,2 Milliarden Euro.
Abseits des DAX wächst der Druck
Anders als die DAX-Konzerne können sich viele kleinere und mittlere börsennotierte Unternehmen der schwachen Konjunktur weniger gut entziehen. Im MDAX sinkt die Dividendensumme leicht auf 7,8 Milliarden Euro (-2,2% zum Vorjahr), im SDAX auf 1,8 Milliarden Euro (-1,6%). „Gerade im Mittelstand spiegeln sich die strukturellen Schwächen des Standorts Deutschland besonders deutlich wider. Ein attraktiver Kapitalmarkt braucht Breite, nicht nur einige wenige starke Großkonzerne“, betont Prof. Dr. Dr. Eric Frère, Leiter des isf der FOM Hochschule.
Finanzwerte überholen Automobilbranche
Besonders auffällig ist zudem die Verschiebung innerhalb der Branchen. Finanzwerte repräsentieren mehr als ein Viertel des Dividendenaufkommens in den Auswahlindizes und überholen damit die Automobilbranche. Versicherungen, Banken und Finanzdienstleister kommen 2026 zusammen auf 16,7 Milliarden Euro und damit auf ein Plus von 36 Prozent gegenüber 2024. Die Dividendensumme der Autohersteller und -zulieferer ist im selben Zeitraum dagegen um rund ein Drittel auf 12,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Vor allem Volkswagen (-17%), Mercedes-Benz (-19%) und Porsche (-56%) kürzen ihre Ausschüttungen teils deutlich.
„Dass die Schlüsselindustrie Automobil an Bedeutung verliert und durch den Finanzsektor ersetzt wird, ist mehr als eine Momentaufnahme. Das zeigt vor allem, wie stark sich die wirtschaftlichen Gewichte in Deutschland derzeit verschieben“, sagt Studienautor Christian W. Röhl, Chief Economist der digitalen Investmentplattform Scalable Capital und Fachbeiratsvorsitzender am isf der FOM Hochschule.
Kontinuität bleibt Ausnahme
Neben der aktuellen Dividendensaison betrachtet die Studie auch die langfristige Entwicklung. Dabei zeigt sich: Nur wenige Unternehmen stehen für echte Ausschüttungskontinuität. Zu den neun deutschen Börsenfirmen, die ihre Dividende seit 25 Jahren nie gesenkt haben, gehören unter anderem Münchener Rück, SAP und Henkel. Die längste Serie an Dividendenerhöhungen weist Fuchs auf: Der im MDAX notierte Schmierstoffhersteller hebt seine Ausschüttung 2026 zum 24. Mal in Folge an.
„Die Zahlen sind insgesamt solide, aber sie sind auch ein Warnsignal. Wenn sich die Kluft zwischen großen und kleineren börsennotierten Unternehmen weiter vergrößert, leidet langfristig die Attraktivität des gesamten Kapitalmarktstandorts Deutschland“, resümiert Röhl.
Die komplette Studie mit zahlreichen Grafiken und Informationen zur Methodik steht auf fom-isf.de zum kostenlosen Download bereit.
Über die gemeinnützige FOM Hochschule
Mit rund 45.000 Studierenden zählt die FOM zu den größten Hochschulen Europas. Initiiert durch die gemeinnützige Stiftung für internationale Bildung und Wissenschaft ermöglicht sie Berufstätigen, Auszubildenden, Abiturienten und international Studierenden ein Hochschulstudium. Die FOM ist staatlich anerkannt und bietet mehr als 60 akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge an – im Campus-Studium+ an über 30 Hochschulzentren oder im ortsunabhängigen Digitalen Live-Studium aus den Hightech-TV-Studios der FOM. Studierende können zudem weltweit Studienerfahrungen an renommierten Partnerhochschulen sammeln. Weitere Informationen: www.fom.de
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Gesellschaft, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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