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14.04.2026 10:02

Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“

Dr. Inka Väth Kommunikation und Medien
Universitätsklinikum Bonn

    „Noten und Neuronen“ bringt Musik und Hirnforschung auf die Bühne - Ab diesem Sommer geht die Konzertreihe „Noten und Neuronen: Musik für die Gehirngesundheit“ auf Tour. In sechs Konzerten verbinden die Medizinische Fakultät Bonn, das Universitätsklinikum Bonn (UKB), das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA), das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der UKBonn Musik e.V. hochkarätige Live-Acts mit Einblicken in die Wirkung von Musik auf das menschliche Gehirn und ihr Potenzial für die geistige Fitness. Spielorte sind Berlin, Bonn, Dortmund, München und Köln.

    Die Veranstaltungsreihe ist Teil des „Wissenschaftsjahres 2026: Medizin der Zukunft“, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ausgerichtet wird.

    Durch den Lebensstil lässt sich das Risiko für Demenz verringern und bei schon vorliegender Demenz den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Insbesondere Musik wird ein günstiger Effekt auf die Gehirngesundheit zugeschrieben. „In unserer Veranstaltungsreihe gehen wir der Kraft von Musik aus neurowissenschaftlicher Sicht auf den Grund und machen sie für das Publikum erfahrbar“, sagt Prof Dr. Bernd Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät Bonn, die zusammen mit dem UKB die Federführung des Projektes innehat. Der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorstand des UKB, Prof. Dr. Uwe Reuter, ergänzt: „Dafür bringen wir Live-Musik und aktuelle Hirnforschung in populärwissenschaftlicher Form auf die Bühne.“ Zugleich ist Mitmachen angesagt. Die Besucherinnen und Besucher können sich zum Beispiel an einem digitalen Gedächtnistest beteiligen. Die zugehörige App für Smartphones wird bereits in Arztpraxen eingesetzt, um kognitive Störungen frühzeitig zu erkennen. In nicht allzu ferner Zukunft könnten solche Tech-Tools zum medizinischen Alltag gehören.

    Klassik, Film und Pop

    Musikalisch deckt die Konzertreihe verschiedene Genres ab. Je nach Spielort präsentieren unterschiedliche Orchester gemeinsam mit dem UKB-Chor ein Programm aus klassischen Kompositionen und Filmmusik – und darüber hinaus. „Wir möchten Interesse wecken für Hirnforschung und Lust machen auf großartige Musik. Wir spielen nicht nur Mozart und Beethoven, sondern auch John Williams und Hans Zimmer“, sagt Dr. Theodor Rüber, Initiator von „Noten und Neuronen“. Der Facharzt für Neurologie ist Arbeitsgruppenleiter in der Neuroradiologie des UKB und auch ausgebildeter Dirigent.

    Treiber für die geistige Reserve

    „Wir alle können ein Stück weit selbst dazu beitragen, unser Risiko für Demenz zu reduzieren. Mit unserer Veranstaltungsreihe möchten wir für Prävention sensibilisieren und zur eigenen Aktivität motivieren. Es gibt dafür viele Möglichkeiten, aber Musik ist ein konkreter Ansatzpunkt für Prävention“, sagt Prof. Dr. Joachim Schultze, Systemmediziner und wissenschaftlicher Vorstand des DZNE. „Ob ein Instrument spielen, Musik hören oder singen – all das stimuliert das Gehirn und kann dabei helfen, geistige Reserven aufzubauen, weil Musik das Gehirn nachhaltig verändern kann. Und geschieht dies gemeinsam in einer Band, einem Orchester oder im Chor, fördert es zudem die soziale Interaktion. Auch sie ist nachweislich gut für die grauen Zellen und stärkt die geistige Widerstandskraft.“

    Musikprofis im Scanner

    „Noten und Neuronen“ wird Einblicke in moderne Technologien bieten – insbesondere in die Möglichkeiten der Magnetresonanztomografie (MRT). Im Vorfeld der Veranstaltungen werden nämlich einige der beteiligten Musikprofis im Hirnscanner untersucht. „Diese Aufnahmen wollen wir bei unseren Wissenschaftskonzerten vorführen. Sie geben uns die Möglichkeit, dem Publikum Besonderheiten im Gehirn zu zeigen, die vermutlich auf intensives musikalisches Training zurückgehen“, sagt Neurologe Theodor Rüber. Darüber hinaus kommt bei den Veranstaltungen ein mobiler Hirnscanner zum Einsatz. „Das ist eine ganz aktuelle Entwicklung aus der Medizintechnik. Herkömmliche MRT-Geräte sind tonnenschwer – ein fahrbarer Scanner passt dagegen in einen Notarztwagen. Die Anwendung ist also nicht auf Krankenhäuser oder neurologische Praxen beschränkt. Für die ärztliche Versorgung eröffnen sich damit neue Möglichkeiten. Solche Geräte bieten einen sehr konkreten Blick in die Zukunft der Medizin.“

    Aha-Momente

    Musik ist ein weltweites Phänomen, das uns Menschen als einzige Spezies – archäologischen Befunden zufolge – schon seit der Steinzeit begleitet. Sie hat eine starke soziale, kulturelle Komponente und wirkt motivierend. „Beim Sport kann uns der passende Sound anspornen, gemeinsames Singen die Stimmung heben. Und dabei steckt Musik gar nicht so sehr in den Noten und Schallwellen. Zu einem wesentlichen Teil entsteht Musik erst in unserem Kopf. Bei unseren Wissenschaftskonzerten wollen wir dem Publikum einen Eindruck davon vermitteln“, erläutert die Neuropsychologin Prof. Dr. Daniela Sammler, Forschungsgruppenleiterin am MPIEA in Frankfurt am Main. „Unser Anspruch ist jedenfalls, dass alle Besucherinnen und Besucher ein paar Aha-Momente erleben und ihnen bewusst wird, warum Musik unserer Gesundheit guttun kann.“

    Mitwirkende, Unterstützer, Förderer

    „Noten und Neuronen: Musik für die Gehirngesundheit“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsserie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, des UKB, MPIEA und DZNE. Unterstützer sind die Unternehmen neotiv GmbH und Hyperfine, Inc. Die sogenannten Wissenschaftskonzerte werden vom UKB-Chor sowie einem eigens zusammengestellten UKB-Projektorchester getragen, das sich aus Musikerinnen und Musikern der Ensembles des Forum Musik der Universität Bonn zusammensetzt. Unterstützt werden sie dabei von renommierten Klangkörpern wie dem Gürzenich-Orchester Köln und dem Beethoven Orchester Bonn. Zum Auftakt der Konzertreihe im Juli findet in Kooperation mit dem Gürzenich-Orchester Köln ein Konzert in der Kölner Philharmonie statt. Den feierlichen Abschluss bildet ein großes Konzert im Dezember in der Beethovenhalle Bonn, das in enger Zusammenarbeit mit dem Beethoven Orchester Bonn realisiert wird.

    Die Reihe dieser Wissenschaftskonzerte wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2026: Medizin der Zukunft“ gefördert.

    Weitere Infos: www.notenundneuronen.de

    Pressekontakt:
    Dr. Inka Väth
    stellv. Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
    Public Relations and Corporate Communication am UKB
    Telefon: (+49) 228 287-10596
    E-Mail: inka.vaeth@ukbonn.de

    Wissenschaftsmanagement
    Medizinische Fakultät
    Universität Bonn
    E-Mail: kommunikaiton.medfak@ukbonn.de


    Bilder

    Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“: „Noten und Neuronen“ bringt Musik und Hirnforschung auf die Bühne.
    Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“: „Noten und Neuronen“ bringt Musik und ...

    Copyright: UKB; DZNE


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Musik / Theater
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Eine Konzertreise im Wissenschaftsjahr „Medizin der Zukunft“: „Noten und Neuronen“ bringt Musik und Hirnforschung auf die Bühne.


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