Mit dem interdisziplinären Verbundprojekt ALIGN entsteht ein neuer Forschungsrahmen, um die rechtlichen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen neuer genomischer Techniken (NGT) in der Pflanzenzüchtung systematisch zu bearbeiten. Die Universität Bayreuth übernimmt die Gesamtkoordination des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Vorhabens.
Neue genomische Techniken wie CRISPR/Cas bieten große Chancen für nachhaltige Landwirtschaft, Klimaanpassung und Ernährungssicherheit. Gleichzeitig besteht in Europa ein erheblicher Klärungsbedarf in rechtlicher, ethischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Hier setzt ALIGN (Advancing Legal, Innovative, and Governance Networks for NGTs in Plants) an: Der interdisziplinäre Forschungsverbund wird über drei Jahre Governance-Optionen erarbeiten, die Politik, Verwaltung sowie Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft Orientierung bieten sollen.
Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderlinie „Ethische, rechtliche und soziale Aspekte von Zukunftsthemen in den modernen Lebenswissenschaften“. Die Gesamthöhe der Verbundförderung beträgt über eine Million Euro davon entfallen rund 485.000 Euro auf die Universität Bayreuth. Partner im Verbund sind das Julius Kühn-Institut, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie das Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften der LMU München.
Die Universität Bayreuth übernimmt die Gesamtkoordination des Verbunds, einschließlich administrativer Steuerung, Finanzmanagement und Kommunikation mit dem Fördergeber. Zudem baut sie den ALIGN Knowledge Hub als zentrale Plattform für interne Kooperation und externe Wissenschaftskommunikation auf. Darüber hinaus entwickelt die Universität Bayreuth eine Podcast-Serie, organisiert Stakeholder-Formate und erstellt einen abschließenden Stakeholder-Report.
Inhaltlich verantwortet das Bayreuther Team juristische Analysen zu Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit (Traceability), Haftungsfragen, Koexistenz und Eigentumsrechten. Außerdem steuert die Universität eine internationale ländervergleichende Diskursstudie und wirkt eng an den rechtlich-sozioökonomischen Forschungsarbeiten des Verbunds mit.
„Neue genomische Techniken werfen komplexe Fragen auf. Von der Kennzeichnung über Haftung bis hin zu gesellschaftlichen Erwartungen“, sagt Prof. Dr. Kai Purnhagen, Lehrstuhl für Lebensmittelrecht und Projektleiter von ALIGN an der Universität Bayreuth. „Mit ALIGN wollen wir evidenzbasiert dazu beitragen, dass Regulierung und Innovation nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern gemeinsam zu einer nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptierten Pflanzenzüchtung beitragen.“
Das Projekt läuft voraussichtlich von April 2026 bis März 2029.
Prof. Dr. Kai Purnhagen, LL.M.
Lehrstuhl für Lebensmittelrecht
Telefon: 0921 / 55-1020
E-Mail: kai.purnhagen@uni-bayreuth.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Recht, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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