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16.04.2026 10:09

Deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Mathematik mit Copernicus-Preis 2026 ausgezeichnet

Benedikt Bastong Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    DFG und polnische FNP vergeben Preis an Wissenschaftlerin aus Jena und Wissenschaftler aus Posen / Preisverleihung im Juni in Warschau

    Für ihre Leistungen in der deutsch-polnischen wissenschaftlichen Kooperation erhalten Professorin Dr. Dorothee Haroske von der Universität Jena und Professor Dr. Leszek Skrzypczak von der Universität Posen den Copernicus-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP). Die Verleihung durch DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker und FNP-Präsident Professor Dr. Krzysztof Pyrć soll am 2. Juni 2026 in Warschau stattfinden. Die Auszeichnung ist mit 200.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

    Die achtköpfige Jury bestehend aus Wissenschaftler*innen aus Deutschland und Polen würdigte Dorothee Haroske und Leszek Skrzypczak für ihre fast zwanzigjährige gemeinsame Forschung auf dem Gebiet der Analysis und partiellen Differentialgleichungen. Zu ihren wichtigsten Errungenschaften zähle die Schaffung von Verbindungen zwischen verschiedenen Bereichen der Funktionalanalysis. Die intensive Zusammenarbeit beider Wissenschaftler*innen habe entscheidend zur Entwicklung der Theorie der Funktionenräume und deren Anwendung in der Operatortheorie beigetragen, indem sie eine vereinheitlichende Perspektive entwickelten. Ein bahnbrechendes Ergebnis ihrer Forschungsarbeit sei die genaue Charakterisierung der Nuklearität der Fourier-Transformation auf Besov- und Triebel-Lizorkin-Räumen.

    Die Kooperation von Haroske und Skrzypczak führte zu einer ganzen Reihe gemeinsamer Veröffentlichungen in renommierten mathematischen Fachzeitschriften, zudem organisierten sie gemeinsam eine Vielzahl von Fachkonferenzen. All dies mache, so die Jury, die bilaterale Zusammenarbeit von Dorothee Haroske und Leszek Skrzypczak zu einem Vorbild der deutsch-polnischen Kooperation, das in der Mathematik weltweit Beachtung finde. Die Jury lobte die gemeinsame Arbeit von Dorothee Haroske und Leszek Skrzypczak als eine Kombination aus exzellentem Fachwissen, Mut, sich risikoreichen mathematischen Problemen zu stellen, und großem Engagement für wissenschaftliche Karrieren. So kreierten sie ein Umfeld, das auch für Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen attraktiv sei, die sie ebenfalls gemeinsam fördern.

    Dorothee Haroske studierte Mathematik an der Universität Jena und der Universität Sussex in Brighton, UK. Nach erfolgter Promotion und Habilitation in Jena und mit einem Heisenberg-Stipendium der DFG erhielt sie, nach Unterbrechungen durch Stationen in Kaiserslautern, Marburg, Hannover und Rostock, eine Professur für Funktionenräume an der Universität Jena. Ihre wissenschaftliche Expertise, für die Haroske im Laufe ihrer Karriere mehrere Universitätspreise für Forschung und Lehre bekam, konzentriert sich auf Funktionenräume, Approximationstheorie, Fourier-Analysis und Funktionalanalysis.

    Leszek Skrzypczak promovierte und habilitierte an der Universität Posen; dort wurde er nach Aufenthalten in Warschau und Jena auch zum Professor berufen. Für seine Forschungsschwerpunkte zu Funktionenräumen und Differentialoperatoren warb er unter anderem Drittmittel des National Science Centre (NCN), einer weiteren polnischen Partnerorganisation der DFG, ein. Aktuell leitet Skrzypczak den mathematisch-physikalisch-computerwissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt an der Universität Posen im Rahmen des Exzellenzprogramms für Forschungsuniversitäten (IDUB) des polnischen Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulbildung. Für seine Forschungsarbeiten hat er den W. Orlicz-Preis der Polnischen Mathematischen Gesellschaft (PTM) erhalten.

    Der Copernicus-Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre an jeweils eine wissenschaftliche Persönlichkeit aus Deutschland und Polen verliehen. Die Ausgezeichneten können aus allen Fachbereichen kommen. Der Preis ist nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473–1543) benannt und soll ein Zeichen der engen Forschungszusammenarbeit zwischen den beiden Ländern setzen. Das Preisgeld steuern DFG und FNP zu gleichen Teilen bei; die Preisträger*innen erhalten jeweils die Hälfte und können diese Summe für alle wissenschaftlichen Zwecke verwenden, die die beiden Organisationen mit ihren Programmen fördern. Ein Schwerpunkt soll dabei in der Intensivierung der gemeinsamen Förderung von Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen liegen.

    Die 1991 gegründete FNP ist eine unabhängige und finanziell selbständige gemeinnützige Nichtregierungsorganisation in Polen zum Zweck der Forschungsförderung. Seit 2005 besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der DFG, die auch die gemeinsame Vergabe des Copernicus-Preises beinhaltet.

    Weiterführende Informationen

    Medienkontakt:
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

    Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:
    Dr. Annina Lottermann, Gruppe Internationale Zusammenarbeit, Tel. +49 228 885-2802,
    annina.lottermann@dfg.de

    Mehr zum Copernicus-Preis unter: https://www.dfg.de/de/gefoerderte-projekte/preistraeger-innen/copernicus-preis


    Weitere Informationen:

    https://www.dfg.de/de/gefoerderte-projekte/preistraeger-innen/copernicus-preis


    Bilder

    Professorin Dr. Dorothee Haroske
    Professorin Dr. Dorothee Haroske

    Copyright: © unijena

    Professor Dr. Leszek Skrzypczak
    Professor Dr. Leszek Skrzypczak

    Copyright: © privat


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Professorin Dr. Dorothee Haroske


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