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16.04.2026 14:54

DGIM legt Whitepaper vor: Wie das Gesundheitssystem den Dauerkrisen trotzen kann

Dr. Andreas Mehdorn Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einer neuen Realität: Personalmangel, eine älterwerdende Gesellschaft, internationale Krisen und umweltbedingte Belastungen tragen zum Kostendruck bei und bringen die Versorgung zunehmend an ihre Grenzen. Beim Opinion Leader Meeting (OLM) der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) und ihrer Korporativen Mitglieder haben Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitswirtschaft und Selbstverwaltung darüber beraten, wie das System widerstandsfähiger werden kann. Die zentralen Ergebnisse hat die DGIM jetzt in einem Whitepaper gebündelt. Das Papier versteht sich auch als Impuls für gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse.

    Die Zahlen machen den Handlungsdruck deutlich: Mehr als 5.700 Arztsitze sind unbesetzt, in fast jedem vierten Landkreis droht eine hausärztliche Unterversorgung. Gleichzeitig liegen die Gesundheitsausgaben in toto seit mehreren Jahren über 500 Milliarden Euro. Klar ist: Mehr Geld allein löst die strukturellen Probleme des deutschen Gesundheitssystems nicht, ist politisch auch kaum mehr vertretbar. Hinzu kommen äußere und wenig beeinflussbare Faktoren, auf die sich das Gesundheitswesen vorbereiten muss, etwa internationale Krisen, neue Pandemien und eine Verschärfung des Fachkräftemangels.

    „Wir müssen einen Umgang damit finden, dass zunehmend Krisen zu bewältigen sind. unser Gesundheitssystem muss darauf vorbereitet sein, sonst wird es auf Dauer seine Handlungsfähigkeit einbüßen“, sagt Professor Dr. med. Jan Galle, 1. stellvertretender Vorsitzender der DGIM.

    Resilienz braucht Struktur – nicht nur Reaktion
    Das Whitepaper bündelt die Perspektiven aus Medizin, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft, zu denen die Fachleute in Vorträgen auf dem OLM unterschiedliche Bedarfe für mehr Resilienz aufgezeigt haben. Es rückt Resilienz als strukturelle Aufgabe in den Mittelpunkt und ordnet die Herausforderungen in drei miteinander verknüpfte Ebenen ein: globale Risiken wie Pandemien und Klimafolgen, strukturelle Defizite in der Versorgung sowie Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation.

    Aus dieser Systemperspektive leitet die DGIM zentrale Handlungsfelder ab, darunter eine stärkere Koordination der Versorgung, eine verlässlich verankerte Krisenvorsorge und bessere Bedingungen für klinische Forschung und Datennutzung. „Resilienz kann auf vielen Ebenen entstehen, sowohl durch kleine Maßnahmen als auch große strukturelle Reformen. Mit dem Whitepaper wollen wir einen Anstoß geben über die Problembeschreibung hinaus hin zu einer Lösungsorientierung“, sagt Dr. med. Markus Mundhenke.

    Resilienz entsteht im Zusammenspiel der Akteure
    In den oft hitzig geführten gesundheitspolitischen Diskussionen bieten die DGIM und ihre Korporativen Mitglieder mit dem Opinion Leader Meeting einen wichtigen Dialograum. „Das OLM bringt die relevanten Akteure zusammen, die im Alltag häufig getrennt argumentieren und handeln. Nur wenn wir diese Perspektiven verbinden, entstehen Lösungen, die im Versorgungsalltag langfristig tragen“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM. Das Whitepaper versteht sich hierbei als Impuls für die gesundheitspolitischen Entscheidungsprozesse.

    Das vollständige Whitepaper finden Sie hier: https://www.dgim.de/fileadmin/bildarchiv/PDF/Publikationen/Stellungnahmen/202604...

    Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

    Terminhinweis
    Die Zukunft des Gesundheitswesens wird auch Thema sein auf dem 132. DGIM-Kongress (18.-21. April 2026 in Wiesbaden), u.a. in folgenden Veranstaltungen:

    Die Zukunft der Medizin ist grenzenlos
    Eröffnungs-Pressekonferenz zum 132. DGIM-Kongress
    Samstag, 18. April 2026, 12.00 bis 13.00 Uhr
    Pressekonferenzraum, 2. OG, RMCC Wiesbaden
    Details: https://kongress.dgim.de/presse/

    Von der Primärversorgung bis zur Spezialambulanz: Shared Decision Making in Zeiten von Dr. Google und ChatGPT
    Samstag, 18.04.2026, 15.30 Uhr, Saal 11 (hybrid)
    Details: https://www.dgim.de/fileadmin/bildarchiv/PDF/Mitglieder/Korporative_Mitglieder/2...

    Ohne Wissenschaft keine Zukunft
    Pressekonferenz zum 132. DGIM-Kongress
    Montag, 20. April 2026, 12.00 bis 13.00 Uhr, Pressekonferenzraum, 2. OG, RMCC Wiesbaden
    Details: https://kongress.dgim.de/presse/

    Sie finden diese Meldung auch online unter: https://www.dgim.de/presse/pressemitteilungen

    DGIM Pressestelle
    Dr. Andreas Mehdorn
    Tel.: +49 711 8931-313
    E-Mail: mehdorn@medizinkommunikation.org


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Medizin, Politik, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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