Das aktuelle Themendossier aus der Reihe „DUZ Spotlight“ rückt Lösungen für eine gute nachschulische Bildung in Deutschland in den Mittelpunkt. Statt akademische und berufliche Ausbildung gegeneinander auszuspielen, zeigen Melanie Rischke vom CHE und Caroline Schnelle von der Bertelsmann Stiftung anhand konkreter Beispiele, wie junge Menschen passgenauer begleitet und Bildungsbiografien flexibler gestaltet werden können.
Wie groß der aktuelle Handlungsdruck in Deutschland ist, zeigen diese Kennzahlen: Bereits 1,3 Millionen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte sind unbesetzt, und mehr als 70 Prozent der Entscheidungsträger*innen in Unternehmen berichten von Problemen bei der Besetzung offener Stellen. Gleichzeitig gelingt vielen jungen Menschen der direkte Anschluss nach der Schule nicht: Mehr als 70.000 Bewerber*innen blieben zuletzt ohne Ausbildungsplatz. Auch nach dem Einstieg in die Berufswelt verläuft der Bildungsweg häufig nicht geradlinig weiter: 24 Prozent der dualen und 38 Prozent der vollzeitschulischen Auszubildenden beenden ihre Ausbildung vorzeitig, bei den Bachelor-Studierenden liegt die Quote bei 28 Prozent.
Im Fokus des Themendossiers aus der Reihe „DUZ Spotlight“ stehen deshalb Good-Practice-Ansätze, die das Ausbildungssystem vom Bedarf der Lernenden aus denken. So verbindet etwa der Studiengang „Elektrotechnik mit Ausbildungsorientierung“ an der FH Aachen Studium und betriebliche Ausbildung zunächst ergebnisoffen: Erst nach dem ersten Semester entscheiden die Teilnehmenden, welchen Weg sie fortsetzen möchten. An der Beruflichen Hochschule Hamburg ermöglicht die studienintegrierende Ausbildung, akademische und berufliche Bildung über mehrere Lernorte hinweg zu kombinieren. Programme wie der Studienkompass oder das NRW-Talentscouting wiederum zeigen, wie individuelle Begleitung dazu beitragen kann, Bildungsentscheidungen sicherer zu treffen und Chancen gerechter zu verteilen.
Die Autorinnen des Spotlights machen zugleich deutlich, dass viele dieser Ansätze bislang regional, projektförmig oder zeitlich befristet bleiben. „Gesamtgesellschaftlich betrachtet ist jeglicher Wettbewerb zwischen Ausbildung und Studium ein Nullsummenspiel“, betonen Melanie Rischke und Caroline Schnelle. Gute Praxis zeige bereits, wie nachschulische Bildung chancengerechter, transparenter und durchlässiger gestaltet werden könne – nun komme es darauf an, solche Ansätze zu verstetigen und in die Breite zu tragen.
Der Schwerpunkt zum Thema ist am 09. April im Rahmen der Ausgabe 01/2026 der DUZ Wissenschaft und Management erschienen und wurde von Melanie Rischke (CHE Centrum für Hochschulentwicklung) und Caroline Schnelle (Bertelsmann Stiftung) erstellt. Das Dossier „Nachschulische Bildung“ ist die 16. Ausgabe des gemeinsam von CHE und DUZ entwickelten Formats „DUZ Spotlight – Gute Praxis international“, das in loser Folge in der DUZ und auf www.che.de veröffentlicht wird.
Melanie Rischke
Senior Projektmananagerin
CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Tel. 05241 9761-33
E-Mail: Melanie.Rischke@che.de
Rischke, Melanie; Schnelle, Caroline: DUZ Spotlight: Nachschulische Bildung. In DUZ Wissenschaft & Management Ausgabe 01/2026, S. 25-42
https://www.che.de/download/duz-spotlight-nachschulische-bildung/ - Link zur Publikation
https://www.duz.de/ausgabe/!/id/657 - Link zum kostenfreien Open-Access-Exemplar der gesamten Ausgabe DUZ Wissenschaft & Management
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
fachunabhängig
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Studium und Lehre
Deutsch

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