Die Hochschule Geisenheim trauert um ihr geschätztes Hochschulratsmitglied, Prof. Dr. Beate Jessel, die am 13. April 2026 im Alter von 63 Jahren verstorben ist.
Beate Jessel hat über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung von Naturschutz, Landschaftsplanung und Umweltpolitik in Deutschland und Europa maßgeblich geprägt. In Lehre und Forschung an verschiedenen Hochschulen trug sie engagiert und progressiv zu neuen Hochschulstandards bei.
Nach ihrem Studium der Landespflege an der Technischen Universität München (TUM) engagierte sich Jessel schon früh in Lehre und Forschung sowie für die Branchenentwicklung im Landschaftsbereich. Von 1992 bis 1999 war sie zunächst als Referatsleiterin an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen/Salzach tätig. Nach ihrer Promotion an der TU München-Weihenstephan wurde sie 1999 zur Professorin für Landschaftsplanung an das Institut für Geoökologie der Universität Potsdam berufen. Im Jahr 2006 wechselte sie zur TUM auf den von der Allianz-Stiftung finanzierten Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung. 2007 wurde sie zur Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz berufen, das sie bis 2021 mit großer fachlicher Kompetenz und strategischem Weitblick leitete. In dieser Zeit profilierte sie die Expertise der Behörde und setzte wichtige Impulse für die Verbindung von wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Umsetzung im Naturschutz.
Auch international war Beate Jessel eine prägende Persönlichkeit: Als Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) sowie als Professorin an der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich (ETH) und der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) trug sie wesentlich zur Weiterentwicklung der Landschaftsforschung und -entwicklung bei. Zuletzt widmete sie sich als Professorin an der EPFL mit großer Leidenschaft der wissenschaftlichen Arbeit und dem internationalen Austausch.
Seit 2014 war Beate Jessel Mitglied des Hochschulrates der Hochschule Geisenheim. In dieser Funktion brachte sie ihre umfassende Expertise, ihre strategische Weitsicht und ihr tiefes Verständnis für nachhaltige Landschaftsentwicklung in besonderer Weise ein und hat die Entwicklungsphase der Hochschule neuen Typs wesentlich mitgeprägt.
Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, würdigt sie mit den Worten: „Die Hochschule Geisenheim und die gesamte Fachwelt verlieren mit Beate Jessel eine herausragende Persönlichkeit, die Wissenschaft, Praxis und gesellschaftliche Verantwortung in einzigartiger Weise verbunden hat. Sie hat die Weiterentwicklung der Hochschule in einer Phase wichtiger Weichenstellungen mit großem Engagement begleitet. Ihr Rat und ihre engagierte Begleitung waren für unsere Hochschule von unschätzbarem Wert. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.“
Auch der Vorsitzende des Hochschulrates, Dr. Hermann Kolesch, hebt ihre Verdienste hervor: „Beate Jessel hat den Hochschulrat der Hochschule Geisenheim durch ihre analytische Klarheit, ihre Integrität und ihr großes Fachwissen und Engagement enorm bereichert. Mit ihrer progressiven Art war sie stets eine wichtige Impulsgeberin und aktive Mitgestalterin für die Entwicklung der Hochschule sowie für neue Standards in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz sowie Landschaftsarchitektur. Hierfür sind wir ihr für immer dankbar. Ihr Wirken wird uns ein bleibendes Vorbild sein.“
Das Präsidium und der Hochschulrat der Hochschule Geisenheim trauern gemeinsam mit allen Mitgliedern der Hochschule zutiefst um Prof. Dr. Beate Jessel.
Prof. Dr. Beate Jessel
Copyright: WSL / Bruno Augsburger
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Personalia, Studium und Lehre
Deutsch

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