Die Wirtschaftsprüfung steht vor wachsenden Datenmengen, die klassische Stichproben an Grenzen bringen. Forschungen der DHBW Villingen-Schwenningen zeigen, dass Python große Datensätze effizient analysieren und Prüfprozesse automatisieren kann. Dadurch steigen Qualität und Effizienz, während Zeit und Kosten sinken. Zudem lässt sich die Restunsicherheit verringern, da vollständige Datenprüfungen möglich werden. Digitale Kompetenzen gewinnen daher in Ausbildung und Praxis zunehmend an Bedeutung.
Millionen Buchungen, tausende Rechnungen, riesige Datensätze – die Wirtschaftsprüfung steht vor einer neuen Dimension an Informationen. Klassische Stichproben stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Neue Werkzeuge aus der Datenanalyse versprechen einen grundlegenden Wandel der Prüfungspraxis.
Welchen Stellenwert sie einnehmen, das weiß Prof. Dr. Michael Birk von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Villingen-Schwenningen. Dort leitet er den Studiengang RSW-Wirtschaftsprüfung. Gemeinsam mit Nepomuk Lorenz untersucht er, wie die Programmiersprache Python Wirtschaftsprüfer*innen bei der Analyse großer Datenmengen unterstützen kann.
Ihr Beitrag mit dem Titel „Einsatz von Python: Vorteile für die Wirtschaftsprüferpraxis“ wurde in der Fachzeitschrift WPg – Die Wirtschaftsprüfung veröffentlicht. Anhand von Praxisbeispielen aus dem Prüffeld Umsatzerlöse erläutern die Autoren, wie Python eingesetzt werden kann, um komplexe Datenbestände effizient auszuwerten und Prüfungsprozesse zu automatisieren. „Es handelt sich dabei immer um umfangreiche Prüfungen“, erklärt Michael Birk.
Die Qualität der Ausbildung und Forschung in diesem Bereich wird auch extern bestätigt: Die DHBW Villingen-Schwenningen wurde im Ranking 2025/2026 des Wirtschaftsmagazins manager magazin als beste Hochschule für das Fach Wirtschaftsprüfung ausgezeichnet. Das vierte Mal erhält sie unter den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bundesweit den 1. Platz.
„Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an den Berufsstand grundlegend. Deshalb ist es unser Anspruch, Studierende frühzeitig mit modernen Analysemethoden und digitalen Werkzeugen vertraut zu machen“, betont Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling. „Dass unsere Hochschule in Rankings wiederholt als die Nummer 1 in der Ausbildung für die Wirtschaftsprüfung ausgezeichnet wird, bestätigt diesen Weg.“
Die fortschreitende Digitalisierung stellt den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer vor neue Herausforderungen. Große Datenmengen müssen zunehmend systematisch analysiert und interpretiert werden. Moderne Programmiersprachen wie Python bieten hierfür leistungsfähige Werkzeuge, die sowohl die Qualität als auch die Effizienz von Prüfungen verbessern können.
„Die Fähigkeit, Daten strukturiert zu analysieren, wird für Wirtschaftsprüfer immer wichtiger“, erklärt Prof. Dr. Michael Birk. „Python ermöglicht es, Prüfungsprozesse stärker datengetrieben zu gestalten und neue analytische Methoden einzusetzen.“ Das führe in der Konsequenz zu zeitlichen und personellen Einsparungen: „Mit dieser ersparten Zeit lassen sich andere Leistungen erbringen – und der Gewinn maximieren.“ Gleichzeitig spare ein Unternehmen auch interne Kosten.
Eine deutliche Verbesserung lasse sich laut Birk auch im Bereich der Restunsicherheit erreichen. Sie beschreibt das Risiko, dass trotz einer korrekt durchgeführten Prüfung noch Fehler im Abschluss enthalten sind. „Das macht man über Stichproben und exemplarische Rückschlüsse auf die Gesamtheit“, so Birk weiter. Für eine vollständige Prüfung sei das Datenmaterial oft zu umfangreich: „Durch Python ist hier eine deutliche Verbesserung möglich, weil der komplette Datensatz geprüft werden kann.“
Mit der Veröffentlichung unterstreicht die DHBW Villingen-Schwenningen zugleich die Bedeutung digitaler Kompetenzen in der betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Themen wie Datenanalyse, künstliche Intelligenz und Programmierung gewinnen auch im Studium zunehmend an Bedeutung und bereiten Studierende auf die Anforderungen einer datengetriebenen Wirtschaft vor.
„Der fachliche Nachwuchs will in dieses Thema voll rein. Wichtig ist in der Lehre dabei, dass die Grundlagen nicht ausgeblendet werden. Die KI als Hilfsmittel nimmt nicht die Bildung eines eigenverantwortlichen Prüfungsurteils. Am Ende muss man nachvollziehen können, was da alles passiert ist“, sagt Birk.
Prof. Dr. Michael Birk
Studiengangsleiter RSW - Wirtschaftsprüfung
michael.birk@dhbw.de
Tel. +49 7720 3906-180
Gebäude D, Raum 304
Friedrich-Ebert-Straße 30
78054 Villingen-Schwenningen
Birk, Michael / Lorenz, Nepomuk: Einsatz von Python: Vorteile für die Wirtschaftsprüferpraxis, erschienen in: WPg – Die Wirtschaftsprüfung, Heft 3/2026 Seiten 149-155, IDW Verlag GmbH in Düsseldorf.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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