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20.04.2026 14:05

Krebse knacken statt Krabben pulen

Nadine Kraft Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

    Mit dem Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee gehen traditionelle Fanggebiete für die Fischerei verloren. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume, etwa für Krebse, die sich am Fuß der Anlagen ansiedeln. Wie die Küstenfischerei künftig davon profitieren könnte, untersuchen Forschende des Thünen-Instituts.

    Bremerhaven (20. April 2026). Die sinkende Zahl an Fanggebieten in der Nordsee stellt die deutsche Küstenfischerei vor Herausforderungen. Offshore-Windparks oder neue Naturschutzgebiete entstehen auch dort, wo die Fischer traditionell ihre Fänge eingeholt haben. Zugleich entstehen am Fuße der Windkraftanlagen neue Lebensräume: Krebsarten wie Taschenkrebse oder Hummer siedeln sich in den stabilisierenden Steinschüttungen an. Forschende des Thünen-Instituts für Seefischerei untersuchen nun, ob das künftig der Küstenfischerei zugutekommen kann. „Windparks könnten an einigen Orten einen positiven Beitrag zu einer passiven Fischerei mit Krebsfallen liefern, eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Alternative für die Krabbenfischerei bieten“, sagt Projektleiterin Vanessa Stelzenmüller.

    Ziel des neuen Forschungsprojekts ist es, die Bestände und Lebensräume von Taschenkrebs und Hummer besser zu erfassen und Hauptfanggebiete in der südlichen Nordsee zu identifizieren. Dafür arbeiten die Forschenden eng mit Fischerinnen und Fischern vor Ort zusammen. Neben standardisierten Erhebungen auf See und der Auswertung von Langzeitbeobachtungen nutzen sie auch Satellitendaten, um internationale Fischereiaktivitäten zu analysieren.

    Parallel dazu prüft das Forschungsteam, ob und unter welchen Bedingungen eine passive Fischerei für Betriebe lohnenswert sein kann. „Wir untersuchen, welche Kosten, Erlöse und Arbeitszeiten die Betriebe erwarten und wo die Produkte in Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Tourismus abgesetzt werden können – und zu welchem Preis“, sagt Thünen-Wissenschaftlerin Stelzenmüller. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf der regionalen Wertschöpfung und auf Anreizen zu mehr Nachhaltigkeit.
    Finanziert wird das Projekt vom Land Niedersachsen, das dafür rund 594.500 Euro aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds sowie knapp 254.800 Euro an Landesmitteln bereitstellt.

    Die Ergebnisse werden den Interessenvertreter*innen im Frühsommer 2028 in einem Workshop vorgestellt und als Bericht am Ende des Projektes vorgelegt.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Thünen-Institut für Seefischerei
    Dr. Vanessa Stelzenmüller
    vanessa.stelzenmueller@thuenen.de


    Weitere Informationen:

    https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/seefischerei/projekte/nachhaltige-passiv... Informationen zum Projekt PassFish


    Bilder

    Taschenkrebse könnten für zusätzliches Einkommen der Küstenfischer sorgen.
    Taschenkrebse könnten für zusätzliches Einkommen der Küstenfischer sorgen.

    Copyright: Thünen-Institut/Vanessa Stelzenmüller

    Am Fuße der Offshore-Windparks bilden sich neue Lebensgemeinschaften.
    Am Fuße der Offshore-Windparks bilden sich neue Lebensgemeinschaften.

    Copyright: Thünen-Institut/Kay Panten


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Gesellschaft, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Taschenkrebse könnten für zusätzliches Einkommen der Küstenfischer sorgen.


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    Am Fuße der Offshore-Windparks bilden sich neue Lebensgemeinschaften.


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