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21.04.2026 12:39

Warum Rassismus in deutschen Institutionen oft übersehen wird – neue Analysen aus dem FGZ zur InRa-Studie

Kristin Voigtländer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

    Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) legt neue Analysen zu institutionellem Rassismus in Deutschland vor. Ein Sonderheft der Fachzeitschrift Patterns of Prejudice bündelt Ergebnisse des InRa-Projekts und zeigt, warum Rassismus in Behörden lange unterschätzt wurde. Die Beiträge machen deutlich, dass Diskriminierung häufig aus Routinen, Entscheidungslogiken und Organisationskulturen entsteht – auch ohne bewusstes Fehlverhalten Einzelner. Untersucht werden u. a. Polizei, Sozialverwaltung und der Umgang mit Geflüchteten. Die Studien ordnen die Befunde in den internationalen Forschungsstand ein.

    Rassismus in Behörden, Polizei und Verwaltung wird in Deutschland seit einiger Zeit stärker diskutiert. Neue wissenschaftliche Beiträge aus dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) zeigen, warum das Problem lange unterschätzt wurde, welche Auswirkungen es hat und wie es von Mitarbeitenden in Behörden wahrgenommen wird.

    In der internationalen Fachzeitschrift Patterns of Prejudice ist ein Sonderheft zum Thema institutioneller Rassismus in Deutschland erschienen. Die Beiträge basieren auf Ergebnissen des FGZ-Verbundprojekts „Institutionen und Rassismus“ (InRa). Das Sonderheft mit dem Titel „Racism in German Institutions“ erscheint im Verlag Taylor & Francis und versammelt sieben englischsprachige Beiträge aus dem Forschungsverbund. Die Autor:innen ordnen ihre Befunde zu Deutschland in den internationalen Fachdiskurs ein.

    Im Mittelpunkt stehen Routinen, Entscheidungslogiken und Strukturen, die im Alltag von Behörden zu Diskriminierung führen können. Untersucht werden unter anderem Sozialverwaltungen, Polizei, der Umgang mit Geflüchteten sowie Stigmatisierungen im Kontext der Islamismusprävention.

    Die Herausgeber:innen des Sonderhefts, Sina Arnold, Alexander Yendell und Axel Salheiser, erklären:
    „Rassismus in deutschen Institutionen kann nicht auf gelegentliche Mängel oder individuelle Vorurteile reduziert werden. Vielmehr bestehen systemische Herausforderungen, die im Behördenalltag zutage treten und mit komplexen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen verwoben sind.“

    Das FGZ-Verbundprojekt „Institutionen und Rassismus“ gilt als bislang umfassendste Untersuchung zu institutionellem Rassismus in Deutschland. Es wurde zwischen 2021 und 2024 vom Bundesministerium des Innern gefördert.

    Die Beiträge des Sonderhefts zeigen: Diskriminierung entsteht häufig nicht durch bewusstes Handeln Einzelner, sondern im Zusammenspiel von Routinen, Organisationskulturen und Entscheidungspraktiken. Verfahren, die als neutral gelten, können dabei ungleiche Wirkungen entfalten.

    Zur Veröffentlichung:
    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0031322X.2025.2606500

    Pressekontakt FGZ
    Kristin Voigtländer
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)
    Tel. +49 341 97 37762 | presse@fgz risc.de
    www.fgz risc.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Sina Arnold
    Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), Standort Berlin
    sina.arnold@fgz-risc.de

    Dr. Axel Salheiser
    Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), Standort Jena
    axel.salheiser@fgz-risc.de

    Dr. Alexander Yendell
    Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), Standort Leipzig
    alexander.yendell@fgz-risc.de


    Originalpublikation:

    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0031322X.2025.2606500


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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