Die Hochschule Biberach (HBC) hat ihr erstes HBC.Innovationsforum veranstaltet und dazu zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf den Campus eingeladen. 35 Vorträge und Workshops, Ausstellungen, Open-Lab-Führungen sowie Angebote der Gründungsberatung boten Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Innovationsvorhaben der Hochschule.
In seiner Eröffnungsrede machte Rektor Prof. Dr.-Ing. Matthias Bahr deutlich, dass Forschung, Transfer und Innovation für die Handlungsfähigkeit moderner Gesellschaften zentral sind. Vor dem Hintergrund sich überlagernder Krisen betonte er: „Ohne Forschung, Transfer und Innovation werden wir weder lokal noch global zukunftsfähig sein.“ Mit ihrem anwendungsbezogenen Profil wolle die HBC neue ressourcenschonende Prozesse und Technologien entwickeln und damit einen relevanten Beitrag zu technologischer Souveränität und Handlungsfähigkeit leisten. Dabei bekenne sich die Hochschule „ausdrücklich zur Wissenschaftsfreiheit“ und verbinde diese mit einem klaren strategischen Rahmen, so Bahr. Beispielhaft nannte er die Orientierung der Forschung an Innovationsprozessen und unternehmerischem Denken. Auch schaffe die HBC geeignete Rahmenbedingungen – etwa durch das Zusammenspiel von Forschung und Lehre als wirkungsvollem Kreislauf, in dem Studierende frühzeitig an Forschungsprojekten mitarbeiten können und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Lehre zurückfließen. Hinzu kommen strukturierte Karriereangebote für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis hin zur Promotion sowie die Begleitung von Startup-Ideen bis zur Ausgründung. „So wirken wir als Katalysator für Innovation“, so Bahr.
Cora Gottfreund vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ordnete in ihrer Keynote die Hochschule Biberach in eine längerfristige Entwicklung ein. Sie erinnerte daran, dass die Fachhochschulen, heute Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre bewusst „überwiegend im ländlichen Raum“ gegründet wurden, um mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen und Regionen zu stärken. HAWen seien mit einem klaren Profil entstanden: praxisnahe Studiengänge, anwendungsnahe Forschung und enge Kooperation mit Unternehmen. Heute seien sie „ein wichtiger Bestandteil unseres Innovationssystems“, weil sie wissenschaftliche Erkenntnisse besonders schnell in die Praxis überführen. Zudem verwies sie auf die sogenannte Glückler-Studie, nach der jeder in Hochschulen investierte Euro ein Vielfaches an regionaler Wertschöpfung auslöst: Hochschulen seien damit nicht nur Bildungsinstitutionen, sondern wirtschaftliche Impulsgeber ganzer Regionen.
Wofür die HBC als Hochschule für angewandte Wissenschaften steht, zeigte sich im Programm des Innovationsforums: Forschende aus Biotechnologie, Gebäude- und Energiesystemen, Architektur und Städtebau, Holzbau sowie innovativem Bauen, Projektmanagement und Geo- und Umweltforschung präsentierten, woran sie arbeiten. Die Themen reichten von KI-gestützten Bioprozessen und medizinischer Biotechnologie über saubere Energie, smarte Gebäude und klimaneutrale Einfamilienhausgebiete bis hin zu bioökonomischer Stadtentwicklung, nachhaltigen Baustoffen aus Holz und Lehm und der Baustelle der Zukunft, auf der digitale Technologien für präzisere und effizientere Abläufe sorgen. Deutlich wurde: An der HBC werden konkrete Fragestellungen aus Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlichem Sektor aufgegriffen und in gemeinsame Projekte überführt – ein Kernelement des regionalen Innovationsökosystems.
Exemplarisch wurden im Rahmen des Forums mehrere größere Forschungsvorhaben vorgestellt, die die Einbettung der HBC in dieses Innovationsökosystem verdeutlichen. Dazu gehört das Projekt „InDeckLe“ am Institut für Holzbau, in dem nachhaltige Deckenkonstruktionen entwickelt werden, die den natürlichen Werkstoff Lehm mit Holz, Stahl und Beton kombinieren und damit zur Bauwende beitragen. Das Institut für Gebäude- und Energiesysteme bearbeitet mit „Transformation von Einfamilienhausgebieten (EFH Trafo)“ die Frage, wie Einfamilienhaussiedlungen klimaneutral werden können, ohne die Schaffung von Wohnraum zu vernachlässigen. Im Bereich der Biotechnologie werden unter anderem Fleischalternativen auf Basis von Pilzmyzel entwickelt, um nachhaltige Proteinquellen zu erschließen. Hierzu wird eine kosteneffiziente Fermentationstechnologie in einer Demonstrationsanlage umgesetzt.
Die institutionellen Rahmenbedingungen für eine forschungsstarke HAW wurden in den vergangenen Jahren laut Rektor Bahr weiter ausgebaut: Die Hochschule verzeichne ein hohes Drittmittelaufkommen und ausgeprägte Forschungsaktivitäten. Kombiniert mit starken Publikationsleistungen habe dies dazu geführt, dass inzwischen sieben Professor*innen aus allen Bereichen der HBC – (Holz-)Bau, Architektur, Energie, Biotechnologie und BWL – in den Promotionsverband der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg aufgenommen wurden und damit promotionsberechtigt sind. Parallel dazu baue die HBC ihre internationalen Kooperationen in Lehre und Forschung sowie Startup-Kultur weiter aus.
Die Gründerinitiative der HBC präsentierte beim Innovationsforum mit Start-ups, wie aus Forschungsergebnissen neue Geschäftsmodelle entstehen und welche Unterstützung Gründungsteams von der Ideenphase bis zur Umsetzung erhalten – eingebettet in den Verbund StartupSÜD und das Innovations- und Transferzentrum ITZ Plus. Ergänzend präsentierten das Institut für Bildungstransfer und die Akademie Angebote der wissenschaftlichen Weiterbildung, mit denen sich Fach- und Führungskräfte für Transformationsprozesse qualifizieren können.
Das erste HBC.Innovationsforum wurde von den Beteiligten als großer Erfolg bewertet. Die Veranstaltung hat die Sichtbarkeit der Forschenden nach innen wie nach außen deutlich gestärkt und zahlreiche neue Anknüpfungspunkte für Kooperationen aufgezeigt. Die Verantwortlichen – Prorektorin Prof. Dr.techn. Heike Frühwirth und IAF-Leiter Prof. Dr.-Ing. Patrik Aondio – sind sich einig: Das HBC.Innovationsforum hat sich als Plattform für Wissenstransfer bewährt, nun soll es künftig regelmäßig stattfinden und die Rolle der Hochschule Biberach als regionalem Innovationsmotor weiter festigen. Das nächste HBC.Innovationsforum ist für April 2027 geplant.
Prof. Dr.techn. Heike Frühwirth, Prorektorin für Forschung, Transfer und Kooperationen - fruehwirth@hochschule-bc.de
Prof. Dr.-Ing. Patrik Aondio, Wissenschaftlicher Leiter des Institutszentrums für Angewandte Forschung
Im Rahmen des ersten HBC.Innovationsforums wurden die Forschungsprojekte auch in einer umfangreichen ...
Quelle: Foto: HBC/Camilla Frei
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Bauwesen / Architektur, Biologie, Energie, Geowissenschaften, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

Im Rahmen des ersten HBC.Innovationsforums wurden die Forschungsprojekte auch in einer umfangreichen ...
Quelle: Foto: HBC/Camilla Frei
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