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22.04.2026 10:09

MEDABIS-PRO: Biophysikalische Forschung zur MRT-geführten Protonentherapie

Simon Schmitt Kommunikation und Medien
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

    Das Nationale Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay erhält über das Programm „Nukleare Sicherheitsforschung und Strahlenforschung“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eine Förderung in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro für das Verbundprojekt MEDABIS-PRO. Die Mittel werden über einen Zeitraum von vier Jahren bereitgestellt und zwischen dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden (TUD) aufgeteilt.

    Das Projekt MEDABIS-PRO („Magnetfeld-Effekte auf die Dosisapplikation und biologische Strahlenwirkung in der MRT-geführten Protonentherapie“) bewegt sich an der Schnittstelle von Bildgebung, Strahlenphysik, Biologie und klinischer Translation. Ziel ist es, biophysikalische Fragestellungen der MR-integrierten Protonentherapie (MRiPT) zu klären und diese innovative Technik weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sind der Kompetenzerhalt und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Strahlenforschung erklärte Ziele der Fördermaßnahme.

    Die MRiPT gilt als vielversprechende technologische Weiterentwicklung in der Radioonkologie. Sie kombiniert die hochpräzise Protonentherapie mit dem exzellenten Weichteilkontrast der Magnetresonanztomographie (MRT), die anders als herkömmliche auf Röntgenstrahlung basierende Verfahren ohne zusätzliche Strahlenbelastung auskommt und daher zur Echtzeit-Bildgebung beweglicher Tumore während der Bestrahlung genutzt werden kann, um die Treffgenauigkeit zu verbessern. Allerdings beeinflusst das Magnetfeld des MRT-Scanners – speziell dessen Stärke und Ausrichtung zur Strahlachse – die Bewegung von geladenen Teilchen und damit die im Gewebe applizierte Dosisverteilung. Um sicherzustellen, dass Tumore trotz des Einflusses des MR-Magnetfeldes weiterhin hochpräzise getroffen werden, muss die Ablenkung der Teilchen genau charakterisiert werden.

    Einzigartige Forschungsinfrastruktur ermöglicht neue Erkenntnisse

    Am OncoRay wurde im Jahr 2024 ein weltweit einzigartiger Forschungsprototyp eines Ganzkörper-MRT-Systems für die MRiPT installiert. Dieser verfügt über einen rotierbaren Magneten, der es ermöglicht, unterschiedliche Orientierungen des Magnetfeldes relativ zur Strahlrichtung einzustellen – eine bislang einzigartige Voraussetzung für die Forschung auf dem Gebiet der MRiPT.

    MEDABIS-PRO soll nun die Effekte verschiedener Magnetfeld-Orientierungen und Feldstärken auf die Ausbreitung von Protonenstrahlen und deren Sekundärteilchen systematisch analysieren. Von Seiten der Physik werden hierzu sowohl Computer-Simulationen als auch Messungen an Phantomen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus sollen erstmals biophysikalische und strahlenbiologische Experimente mit Protonenstrahlen in einem MRT-Scanner durchgeführt werden, um mögliche Einflüsse des Magnetfelds auf die biologische Strahlenwirkung zu untersuchen.

    „Wir danken dem BMFTR für die großzügige Förderung, die uns die Durchführung einer Vielzahl interessanter physikalisch-technischer Experimente sowie erstmals auch strahlenbiologische Untersuchungen in einem In-Beam-MRT-System ermöglichen wird“, erklärt Dr. Felix Horst, Verbundkoordinator und Projektleiter am HZDR.

    „Die Erkenntnisse von MEDABIS-PRO werden in die Weiterentwicklung der MRiPT und deren Anwendung im Rahmen klinischer Studien einfließen“, betont Prof. Esther Troost, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie sowie Projektleiterin seitens der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.

    MEDABIS-PRO wird einer von mehreren Bausteinen hin zur optimalen Anwendung der MR-integrierten Protonentherapie sein – mit dem Ziel, die Behandlung von Krebspatient*innen künftig noch präziser, effektiver und schonender zu gestalten.

    Das dieser Pressemitteilung zugrunde liegende Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 02NUK108 gefördert.

    Weitere Informationen:
    Dr. Felix Horst | Verbundkoordinator MEDABIS-PRO
    Institut für Radioonkologie – OncoRay am HZDR
    Tel.: +49 351 458 7437 | E-Mail: felix.horst@oncoray.de

    Prof. Esther Troost
    Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Dekanin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden
    Leiterin Bildgeführte Radioonkologie am HZDR (Institut für Radioonkologie – OncoRay)
    Tel. +49 351 458 23 94 | E-Mail: esther.troost@uniklinikum-dresden.de

    Medienkontakt:
    Simon Schmitt | Leitung und Pressesprecher
    Abteilung Kommunikation und Medien am HZDR
    Tel.: +49 351 260 3400 | Mobil: +49 175 874 2865 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de

    Anne-Stephanie Vetter | Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
    Tel.: +49 351 458 17903 | E-Mail: anne-stephanie.vetter@tu-dresden.de
    www.tu-dresden.de/med

    Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
    • Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
    • Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
    • Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

    Das HZDR entwickelt und betreibt große Infrastrukturen, die auch von externen Messgästen genutzt werden: Ionenstrahlzentrum, Hochfeld-Magnetlabor Dresden und ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen.
    Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, hat sechs Standorte (Dresden, Freiberg, Görlitz, Grenoble, Leipzig, Schenefeld bei Hamburg) und beschäftigt fast 1.500 Mitarbeiter*innen – davon etwa 700 Wissenschaftler*innen inklusive 200 Doktorand*innen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Felix Horst | Verbundkoordinator MEDABIS-PRO
    Institut für Radioonkologie – OncoRay am HZDR
    Tel.: +49 351 458 7437 | E-Mail: felix.horst@oncoray.de

    Prof. Esther Troost
    Direktorin der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Dekanin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden
    Leiterin Bildgeführte Radioonkologie am HZDR (Institut für Radioonkologie – OncoRay)
    Tel. +49 351 458 23 94 | E-Mail: esther.troost@uniklinikum-dresden.de


    Weitere Informationen:

    https://www.hzdr.de/presse/medabis-pro


    Bilder

    Projekt-Team vor dem In-Beam-MRT-Prototypen (von links: Dr. Felix Horst, Prof. Aswin Hoffmann, PD Dr. Jörg Pawelke, Prof. Esther Troost).
    Projekt-Team vor dem In-Beam-MRT-Prototypen (von links: Dr. Felix Horst, Prof. Aswin Hoffmann, PD Dr ...
    Quelle: OncoRay
    Copyright: OncoRay


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Projekt-Team vor dem In-Beam-MRT-Prototypen (von links: Dr. Felix Horst, Prof. Aswin Hoffmann, PD Dr. Jörg Pawelke, Prof. Esther Troost).


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