Bonn, 22. April 2026 – Bewegung oder Gespräche – welche Ansätze können Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Alltag unterstützen? Dieser Frage geht eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) gemeinsam mit der Universität Bonn nach. Dafür werden aktuell Studienteilnehmende im Alter von 16 bis 24 Jahren mit ADHS gesucht.
ADHS wird meist mit Medikamenten und begleitenden Gesprächen behandelt. Doch nicht alle Betroffenen profitieren ausreichend davon oder vertragen die Medikamente gut. „Wir möchten untersuchen, ob unterschiedliche Behandlungsansätze eine sinnvolle Ergänzung zur bisherigen Therapie sein können“, erklärt Julischka Borchert vom Studienteam. „Gleichzeitig wollen wir besser verstehen, welche biologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.“
Teilnehmen können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren mit einer klinischen Diagnose oder Verdachtsdiagnose einer ADHS, die sich in ambulanter psychiatrischer Behandlung befinden. Voraussetzung ist die Bereitschaft, die bestehende medikamentöse Dosis (falls vorhanden) sowie das gewohnte Aktivitätsniveau während der gesamten Studie beizubehalten.
Nicht teilnehmen können Personen mit einer anderen psychischen Erkrankung, die aktuell vorrangig behandelt werden muss (z. B. Psychose, schwere Depression, Suizidgedanken, Substanzabhängigkeit, Anorexie oder Bulimie), mit neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Multipler Sklerose beziehungsweise mit früheren Gehirnverletzungen sowie mit schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenfalls ausgeschlossen ist eine parallele psychotherapeutische Behandlung während der Studiendauer. Die genauen Teilnahmekriterien werden im Rahmen einer Voruntersuchung geklärt.
Die Studie umfasst ein 12-wöchiges Programm. Die Teilnehmenden erhalten entweder eine Sportintervention oder nehmen an einer strukturierten Gesprächsgruppe teil. Beide Angebote finden dreimal pro Woche für jeweils 60 Minuten in Kleingruppen statt. Zusätzlich gibt es einmal wöchentlich eine 30-minütige Psychoedukation. Die Zuteilung zu einer der beiden Gruppen erfolgt nach dem Zufallsprinzip.
Ergänzend finden fünf Testtermine (jeweils zwei bis vier Stunden) statt. Dabei werden Fragebögen, neuropsychologische Tests, Fitnessuntersuchungen sowie MRT- und Blutuntersuchungen durchgeführt. Außerdem wird die Alltagsaktivität über ein Smartphone erfasst.
Mit ihrer Teilnahme leisten die Studienteilnehmenden einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung ergänzender Therapieansätze bei ADHS. Teilnehmende erhalten eine Kostenaufwandsentschädigung von 30 bis 50 Euro pro Testtermin, eine kostenlose Leistungsdiagnostik zur Fitness, ihre MRT-Bilder sowie auf Wunsch Informationen zu den Studienergebnissen.
Julischka Borchert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
AG Sport und Neurokognition
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKB
Telefon: 0228 287-16198
E-Mail: Julischka.Borchert@ukbonn.de
Studienteilnehmende gesucht: Das Universitätsklinikum Bonn untersucht neue Therapieansätze bei ADHS
Copyright: Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medizin, Sportwissenschaft
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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