idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
23.04.2026 13:22

Gesundes Altern im Mittelpunkt: Geriaterin Ursula Müller-Werdan übernimmt Vorsitz der DGIM

Dr. Andreas Mehdorn Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

    Die Menschen werden immer älter. Wie kann die Innere Medizin dazu beitragen, dass mit der gewonnenen Lebenszeit auch mehr gesunde Lebensjahre einhergehen? Diese Frage stellt die Geriaterin Professorin Dr. med. Ursula Müller-Werdan als neue Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in den Mittelpunkt. Die Direktorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat mit Ende des 132. Internistenkongresses 2026 die Leitung der größten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft Deutschlands übernommen. Als Leitthema für den Kongress im kommenden Jahr hat sie „Gesund älter werden“ gewählt.

    Von der Mythologie und vom Schamanentum bis zur modernen biomedizinischen Forschung reichen die Bemühungen der Menschheit um eine Verlängerung des Lebens. „Die zentrale Frage ist aber nicht nur, wie lange Menschen leben, sondern wie lange sie gesund und ohne wesentliche Einschränkungen leben können“, sagt Müller-Werdan. Das Thema „Gesund älter werden“ hat sie bewusst gewählt in einer Phase, in der sich die Anforderungen an die Innere Medizin deutlich verändern: Mehr Menschen erreichen ein hohes Alter, zugleich steigt die Zahl der Patientinnen und Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen.

    Damit wächst der Bedarf an Versorgungskonzepten, die nicht einzelne Krankheiten, sondern den gesamten Krankheitsverlauf und die Selbstständigkeit im Alltag berücksichtigen. „Prävention, Therapie und Nachsorge müssen enger zusammengedacht werden“, so Müller-Werdan.

    Gleichzeitig nimmt mit zunehmendem Alter die Gefahr der Multimorbidität zu. „Wenn mehrere Erkrankungen zusammenkommen, lassen sich Leitlinien nicht immer eins zu eins umsetzen. Für uns als Internistinnen und Internisten bedeutet das, dass Therapieentscheidungen immer individueller werden“, sagt Müller-Werdan.

    Der Internistenkongress 2027 greift die Folgen dieser Entwicklung auf und will konkrete Antworten für die Versorgung geben. Dabei werden die Teilnehmenden auch darüber diskutieren, wie sich therapeutische Entscheidungen stärker an Lebensqualität und funktioneller Selbstständigkeit ausrichten lassen und welche Rolle neue wissenschaftliche Ansätze wie Geroscience spielen werden.

    Zur Person
    Müller-Werdan leitet die Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin und zugleich das Evangelische Geriatriezentrum Berlin. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie und Geriatrie. Ihre klinische und wissenschaftliche Arbeit verbindet Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Intensivmedizin und Altersmedizin. Zuvor war sie unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Halle-Wittenberg tätig, bevor sie Professuren in Aachen und seit 2015 an der Charité übernahm.

    In wissenschaftlichen Gremien befasst sie sich seit Jahren mit Fragen der Altersmedizin und der Versorgung älterer Menschen, unter anderem im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer. „Die Innere Medizin muss stärker darauf ausgerichtet werden, chronische Erkrankungen über lange Zeiträume zu begleiten und dabei die Lebensqualität zu sichern“, sagt Müller-Werdan. „Das erfordert eine engere Verzahnung der verschiedenen internistischen Disziplinen.“

    Wiesbadener Kardiologe Ferrari neu im Vorstand der DGIM
    Mit Ende des 132. Internistenkongresses übernimmt Müller-Werdan den Vorsitz von Professorin Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel. Die Essener Endokrinologin und Diabetologin rückt damit in das Amt der 1. Stellvertretenden Vorsitzenden. Einen Wechsel gab es zudem auf dem Posten des Kassenführers: Der Wiesbadener Kardiologe Professor Dr. med. Dr. disc. Pol. Markus Ferrari folgt als Kassenführer Professor Dr. med. Christoph Sarrazin nach, den die Mitglieder der DGIM zum neuen 3. Stellvertretenden Vorsitzenden wählten.

    Der gewählte Vorstand der DGIM 2026:
    Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan, Berlin, Vorsitzende
    Prof. Dr. Dr. med. Dagmar Führer-Sakel, Essen, 1. Stellvertretende Vorsitzende
    Prof. Dr. med. Stefan Frantz, Würzburg, 2. Stellvertretender Vorsitzender
    Prof. Dr. med. Christoph Sarrazin, Wiesbaden, 3. Stellvertretender Vorsitzender
    Prof. Dr. med. Georg Ertl, Würzburg, Generalsekretär
    Prof. Dr. med. Dr. disc. pol. Markus Ferrari, Wiesbaden, Kassenführer

    Sie finden diese Meldung auch online unter: https://www.dgim.de/presse/pressemitteilungen

    Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).