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28.04.2026 14:20

Wie gut verstehen wir Gespräche im echten Leben und nicht nur im Testlabor?

Sina Riebe Kommunikation/ Pressestelle
Technische Hochschule Lübeck

    Im Forschungsprojekt „alltagsnahe Hörgeräte-Evaluation mittels virtueller Akustik“ (AHEVA) an der Technische Hochschule Lübeck gehen Prof. Dr. Tim Jürgens und sein Team genau dieser Frage nach. Ziel ist es, Hörgeräte künftig unter Bedingungen zu testen, die dem Alltag deutlich näherkommen als klassische Verfahren.

    Bisherige Untersuchungsverfahren im Labor gelten als wenig alltagsnah, und alternative Feldtests mit Hörgeräten mittels Fragebögen im Alltag sind schlecht reproduzierbar. Die Sprachtests in der Audiologie arbeiten häufig mit isolierten Wörtern oder künstlich konstruierten Sätzen. Doch wie realistisch sind solche Tests, wenn es darum geht, Gespräche in einer belebten Umgebung zu verstehen?

    Alltag im Labor: Ein neuer Ansatz

    Im Rahmen von AHEVA wurde ein neuartiger Sprachtest entwickelt, der auf alltagsnahen Dialogen basiert. Statt einzelner Wörter wird das Sprachverstehen anhand von Schlüsselwörtern im Kontext realitätsnaher Gespräche gemessen. Ein zentraler Innovationsbaustein: Die verwendete Sprache wird synthetisch durch künstliche Intelligenz erzeugt. Ihre Qualität ist inzwischen so hoch, dass sie kaum noch von echten Sprachaufnahmen zu unterscheiden ist.

    Virtuelle Realität trifft Hörforschung

    Das Deutsche Hörgeräte Institut (DHI) kofinanziert das Projekt AHEVA und beteiligt sich aktiv sowie beratend an der Bearbeitung der Arbeitspakete. So konnten die Forschenden in einer ersten Pilotstudie zeigen, dass diese KI-generierte Sprache, eingebettet in eine in 3D simulierte Cafeteria-Umgebung, von Probanden als realistisch wahrgenommen wird.

    Könnten Hörgeräte in Zukunft präziser auf individuelle Alltagssituationen angepasst werden? Genau hier setzt die Forschung an und die Ergebnisse sind eindeutig: Normalhörende erzielen unter definierten Bedingungen ein hohes Sprachverstehen, Schwerhörende ohne Hörgeräte schneiden deutlich schlechter ab und mit einer angepassten Hörgeräteversorgung verbessert sich das Sprachverstehen signifikant.

    Damit gelingt der sogenannte „Proof of Concept“: Alltagssituationen lassen sich im Labor realitätsnah simulieren und der Nutzen von Hörgeräten wird messbar.

    Was bedeutet das für Betroffene? Ein Blick nach vorn

    Die Ergebnisse des Projekts werden aktuell auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen vorgestellt. Unter anderem in Paris, auf der nationalen Audiologietagung in Oldenburg und geplant im August auf der internationalen Hörgeräte-Entwicklerkonferenz in Kanada.

    Realistischere Tests schaffen die Grundlage für bessere Versorgung und mehr Lebensqualität. Neben der Cafeteria wurden bereits weitere Alltagsnahe Testszenarien entwickelt. Darunter ein Großraumbüro und ein Live-Konzert mit dazu passenden Dialogen.
    Denn gutes Hören beginnt zwar im Labor, zeigt sich jedoch besonders im echten Leben und bedeutet Teilhabe im Alltag.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. rer. nat Dipl. Phys. Tim Jürgens, Tel.: +49 451 300 5261,
    E-Mail: tim.juergens@th-luebeck.de


    Weitere Informationen:

    https://www.th-luebeck.de/AHEVA


    Bilder

    Im Rahmen von AHEVA wurde ein neuartiger Sprachtest entwickelt, der auf alltagsnahen Dialogen basiert.
    Im Rahmen von AHEVA wurde ein neuartiger Sprachtest entwickelt, der auf alltagsnahen Dialogen basier ...
    Quelle: TH Lübeck
    Copyright: TH Lübeck


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Im Rahmen von AHEVA wurde ein neuartiger Sprachtest entwickelt, der auf alltagsnahen Dialogen basiert.


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