Am Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) der Hochschule Trier wurde ein bedeutender technologischer Meilenstein erreicht: Eine Anlage zur Herstellung von Metallpulvern nach dem VIGA-Verfahren (Vakuum-Inertgas-Verfahren) ist erfolgreich aufgebaut und in Betrieb genommen worden. Damit setzt der Campus neue Maßstäbe in der nachhaltigen Materialproduktion für die additive Fertigung.
Im Zentrum der Anlage steht ein innovativer Prozess: Metallische Abfälle werden zunächst induktiv aufgeschmolzen und anschließend mithilfe von Gas verdüst. Besonders hervorzuheben ist der konsequent nachhaltige Ansatz: Der gesamte Prozess läuft mit grünem Strom. Auch die eingesetzten Gase werden unter Nutzung erneuerbarer Energien hergestellt. Auf diese Weise entsteht „klimaneutrales Metallpulver“, welches insbesondere für moderne Fertigungsverfahren wie den 3D-Druck von großer Bedeutung ist.
Realisiert wurde die Anlage im Rahmen des Projekts „CZS Center KRAFt: Carl-Zeiss-Stiftung Center Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz mittels additiver Fertigungstechnologien“. Gefördert wird das Vorhaben von der Carl-Zeiss-Stiftung (CZS). Zusätzliche Unterstützung beim Aufbau der Pulververdüsungsanlage kam vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz.
Bereits jetzt gilt die Anlage als Leuchtturmprojekt für die Region: In einem weiten Umkreis gibt es keine vergleichbare Einrichtung an einer Hochschule.
Auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit spielt eine zentrale Rolle. Zu den Kooperationspartnern im Projekt KRAFt zählen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Hochschule Aalen. Gemeinsam arbeiten die Partner daran, die Ressourceneffizienz additiver Fertigungstechnologien zu steigern und Materialkreisläufe für die Additive Fertigung zu schließen. Zudem werden im Projekt für die einzelnen Prozessschritte detaillierte Energie- und Stoffbilanzen erstellt, analysiert und gezielt optimiert. An allen drei Standorten wird der Einsatz, der am Umwelt-Campus Birkenfeld hergestellten Metallpulver intensiv erforscht.
„Der Aufbau der Anlage war äußerst aufwendig und nur dank des großen Engagements vieler Beteiligter möglich. Mein Dank gilt allen Mitwirkenden. Besonders die Unterstützung des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung in Idar-Oberstein und unserer Betriebstechnik war entscheidend für den Erfolg des Projekts“, sagt Gesamtprojektleiter Prof. Michael Wahl.
Mit der Inbetriebnahme der Pulververdüsungsanlage eröffnen sich vielfältige neue Forschungsmöglichkeiten. Der Umwelt-Campus Birkenfeld positioniert sich damit als führender Standort für nachhaltige Innovationen in der additiven Fertigung.
Interessierte Unternehmen und Institutionen sind eingeladen, sich für eine Zusammenarbeit bei Prof. Dr. Michael Wahl m.wahl@umwelt-campus.de zu melden.
Das CZS Center KRAFt wird bis April 2031 mit 12 Millionen Euro durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.
Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Freiräume für wissenschaftliche Durchbrüche zu schaffen. Als Partner exzellenter Wissenschaft unterstützt sie sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsorientierte Forschung und Lehre in den MINT-Fachbereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). 1889 von dem Physiker und Mathematiker Ernst Abbe gegründet, ist die Carl-Zeiss-Stiftung eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und SCHOTT AG. Ihre Projekte werden aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.
Prof. Dr.-Ing. Michael Wahl
+49 6782 17-1313
m.wahl@umwelt-campus.de
https://www.umwelt-campus.de/mwahl/
Inbetriebnahmeteam der Pulververdüsungsanlage
Quelle: Jannik Scheer
Copyright: Hochschule Trier
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Energie, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch

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