Verstetigung und Weiterentwicklung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur entlang der Bedarfe der Wissenschaft erfordert mindestens 115 Millionen Euro jährlich
Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) zur Zukunft der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) fordert das Präsidium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die kontinuierliche bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Programms. So müsse die NFDI zum einen die Vernetzung von Akteuren, Fächern und Strukturen innerhalb Deutschlands sicherstellen. Zum anderen müsse über die Strukturen des NFDI-Vereins auch die europäische und internationale Anschlussfähigkeit verstärkt und verankert werden, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Positionspapier des Leitungsgremiums der größten deutschen Forschungsförderorganisation und zentralen Einrichtung für die Selbstverwaltung der Wissenschaft in Deutschland.
„Auf Grundlage der Erfahrungen, die die DFG in den letzten Jahren in der wissenschaftsgeleiteten Begutachtung und Bewertung der Anträge für die NFDI-Konsortien gemacht hat, halten wir es für zwingend notwendig, dass alle Reformprozesse die Bedarfe der Communitys im Blick behalten. Dabei sollte der wissenschaftsgeleitete und communitygetriebene Charakter der NFDI erhalten bleiben“, sagt DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker zur Veröffentlichung des Papiers.
Das DFG-Präsidium fordert zudem die Sicherstellung einer stabilen Infrastruktur: Wesentlich für den Erfolg einer zukünftigen NFDI sei eine auskömmliche Finanzierung. Nach eigenen Schätzungen sieht die DFG im Rahmen der Verstetigung ein jährliches Gesamtbudget von mindestens 115 Millionen Euro als erforderlich an. Die Summe decke die Kosten für Betrieb von Infrastruktur und Diensten, Weiterentwicklung und Innovation. Eine solche Investition sei auch deshalb notwendig, weil das starke Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), geopolitische Spannungen und massive Abhängigkeiten von kommerziellen Akteuren eine resiliente und möglichst auf europäischer Ebene zu verwirklichende, souveräne Dateninfrastruktur erforderlich machten.
Die Basis für die Beratungen in der GWK bildet der im Juli 2025 veröffentlichte Bericht des Wissenschaftsrats zur Strukturevaluation der NFDI. Neben der Verstetigung hatte der Wissenschaftsrat darin auch empfohlen, eine stärker zentralisierte Governance zu etablieren. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, Innovation und Weiterentwicklung der NFDI projektförmig über ein von der DFG betreutes Innovationsprogramm zu fördern.
Im Rahmen einer neuen Bund-Länder-Vereinbarung ab 2029 sollten die noch offenen rechtlichen Fragestellungen (beispielsweise zur zukünftigen Verfasstheit der NFDI) insbesondere mit Blick auf die zukünftige finanztechnische Abwicklung und Verteilung von Mitteln sorgfältig erwogen und geklärt werden: „Wir halten daher die Einsetzung eines kompetenten Transitionsteams für dringend erforderlich. Dieses sollte Vertreter*innen aller wesentlichen Stakeholder zusammenführen, die die einzelnen Schritte hin zu einer neuen Zielstruktur klar definieren und so den konkreten Weg hin zu einem bedarfsgerechten Betrieb der forschungsrelevanten Dienste ebnen“, so Becker.
Zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) hat das Ziel, die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch zu erschließen, nachhaltig zu sichern, (inter)national zu vernetzen und der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Sie wurde in einem von der Wissenschaft getriebenen Prozess als vernetzte Struktur eigeninitiativ agierender Konsortien aufgebaut.
Weiterführende Informationen
Das vollständige Positionspapier in deutscher Sprache findet sich hier:
https://doi.org/10.5281/zenodo.19728909
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
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fachunabhängig
überregional
Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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