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29.04.2026 16:37

Neues Projekt für den Insektenschutz in Drömling und Welski-Park in Polen

Norbert Doktor Pressestelle
Hochschule Magdeburg-Stendal

    Das deutsch-polnische Projekt InsectCare, das an der Hochschule Magdeburg-Stendal angesiedelt ist, entwickelt und erprobt innovative Verfahren, um Insektenvorkommen, Habitatqualität und Renaturierungserfolge verlässlich zu erfassen und den Insektenschutz in der Praxis zu stärken.

    Insekten erfüllen zentrale Funktionen in Ökosystemen: Bestäuber sichern die Fortpflanzung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen, wassergebundene Arten sind wichtige Indikatoren für die Qualität von Gewässern und Feuchtlebensräumen. Allerdings gehen ihre Bestände vielerorts zurück.

    Sind renaturierte Lebensräume artenreicher?
    Wie lassen sich daher belastbare Datengrundlagen schaffen, um Bestäuber und andere Insekten wirksam zu schützen? Wie kann gemessen werden, ob renaturierte Lebensräume tatsächlich artenreicher und ökologisch wertvoller werden? Und wie lassen sich neue Monitoringmethoden so entwickeln, dass sie auch in der Praxis einsetzbar sind?

    Nicht nur Libellen, Bestäuber oder Köcherfliegen
    Diesen Fragen widmet sich das deutsch-polnische Projekt InsectCare, das am 1. April 2026 gestartet ist und für drei Jahre geplant ist. Gefördert wird es vom Land Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehen Bestäuber, Laufkäfer sowie wassergebundene Insekten wie Libellen, Köcherfliegen und aquatische Käfer. Ziel des Projekts ist es, neue Methoden zu entwickeln und zu erproben, mit denen sich Habitatqualität und Renaturierungserfolge verlässlich erfassen lassen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung, mit der geschädigte Ökosysteme in Europa schrittweise wiederhergestellt, ihre biologische Vielfalt gestärkt und unter anderem der Rückgang von Bestäubern aufgehalten werden sollen. Als Reallabore dienen das UNESCO-Biosphärenreservat Drömling in Sachsen-Anhalt und der Welski Park in Polen.

    Erfassung und direkte Hilfen zur Verbesserung
    InsectCare verbindet klassische Insektenkartierung mit technologisch gestütztem Monitoring. Ergänzend zu etablierten Feldmethoden werden Bioakustik, Videoanalyse, Biotelemetrie und Künstliche Intelligenz eingesetzt. So können Vorkommen, Aktivitätsmuster und Habitatnutzung standardisierter, über längere Zeiträume und möglichst eingriffsarm erfasst werden. Ergänzend entwickelt und erprobt das Projekt Maßnahmen zur Habitatverbesserung, darunter innovative Nisthilfen für Bestäuber.

    Die Partnerschaft
    Beteiligt als wissenschaftliche Einrichtungen sind die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Universität Ermland-Masuren in Olsztyn, Polen, in Kooperation mit der University of Life Sciences in Poznań. Als Reallabore dienen das UNESCO-Biosphärenreservat Drömling in Sachsen-Anhalt und der Welski Park in Polen. Die Hochschule Magdeburg-Stendal, AG Ingenieurökologie unter Leitung von Prof. Dr. Petra Schneider, koordiniert das Projekt und bündelt ihre Expertise aus Renaturierung, Ökologie, Ingenieurwissenschaften und KI. Ein „Insect Knowledge Hub“ soll die im Projekt gewonnenen Daten und Erkenntnisse langfristig für Forschung, Praxis und Bildung sichern und für Bildungszwecke zugänglich machen. Involviert sind unter dem Dach des Instituts für Wasserwirtschaft und Ökotechnologie (IWO) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fachbereiche Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit (WUBS) sowie Ingenieurwissenschaften und Industriedesign (IWID).

    Das Projekt soll bis 2029 laufen, die Zuwendung für das erste Jahr beträgt 458.441,00 Euro. Es sind mindestens drei Wissenschaftliche Mitarbeiter geplant.


    Bilder

    Eine Faltenwespe an einer Distelblüte
    Eine Faltenwespe an einer Distelblüte
    Quelle: Prof. Dr. Petra Schneider


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Eine Faltenwespe an einer Distelblüte


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