Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz zeichnet die Autorin Mascha Unterlehberg für ihren Debütroman „Wenn wir lächeln“ mit der Alfred-Döblin-Medaille 2026 aus. Mit dem Preis würdigt die Akademie erste vielversprechende Veröffentlichungen sowie das bisherige literarische Wirken. Die öffentliche Preisverleihung findet am 18. Juni 2026 um 19 Uhr in der Akademie in Mainz statt.
Begründung der Jury:
„Mascha Unterlehbergs Debütroman erzählt in überzeugender Unmittelbarkeit von der komplizierten Freundschaft zweier junger Frauen und zeigt subtil die gesellschaftlichen Verhältnisse, die dieser Freundschaft den Boden bereiten.
Anto und Jara haben unterschiedliche Hintergründe, die eine von der Mutter vernachlässigt und wohlhabend, die andere geliebt und arm, Väter spielen keine Rolle. In ihrer Sehnsucht nach Lebendigkeit und ihrer Forderung nach einem wilden, authentischen, echten Leben treffen sie sich. Die jungen Frauen sind gleichermaßen Spiegel und Resultat der Verhältnisse, und so erzählt Unterlehberg auch von einem Zirkel der Gewalt, ohne klaren Anfang, ohne klares Ende. Unterlehbergs scheinbar einfache, direkte Sprache vermag die Personen und Ereignisse nah heranzuholen. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, eine Vagheit entstehen zu lassen, die nicht nur ein Ausdruck des Erwachsenwerdens ist, sondern auch das Diffuse der Gewaltstrukturen erkennbar macht, in denen sich die beiden Hauptfiguren täglich bewegen, eine zumeist männlich geprägte Gewalt, die sich bis in psychische Schattierungen hinein abbildet. (…) Mit „Wenn wir lächeln“ ist Mascha Unterlehberg ein griffiges und elegant gewebtes Textgeflecht gelungen.“
Über die Preisträgerin:
Mascha Unterlehberg, geboren in Mülheim an der Ruhr, hat Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Freiburg und Paris sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. Sie hat an Theatern in Deutschland und der Schweiz gearbeitet, war Stipendiatin der Cité des Arts in Paris und nahm mit ›Wenn wir lächeln‹ 2023 am Literaturkurs in Klagenfurt teil.
Alfred Döblin-Medaille:
Mit der Alfred-Döblin-Medaille zeichnet die Akademie Autorinnen und Autoren für erste vielversprechende Veröffentlichungen sowie ihr bisheriges literarisches Wirken aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Außerdem ist der bzw. die Preisträger:in Mitglied der Jury im darauffolgenden Jahr und hat im Rahmen der Juryarbeit die Möglichkeit, einen eigenen Vorschlag für die oder den kommende:n Preisträger:in einzubringen.
Der Name der Medaille erinnert an einen der Gründungsväter der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz: Alfred Döblin, dem die Akademie mit ihrer Gründung 1949 die Einrichtung einer Klasse der Literatur verdankt. Ermöglicht wurde der Preis durch eine testamentarische Stiftung des Ehepaares Prof. Dipl.-Ing. Georg und Dr. Margarete Martz und eine zusätzliche private Zustiftung.
Bisherige Preisträger:innen:
2025: Finn Job, 2024: Mina Hava, 2023: Ralph Tharayil, 2022: Fabian Saul, 2021: Semra Ertan, 2021: Karosh Taha, 2020: Cemile Sahin, 2019: Theresia Enzensberger, 2018: Julia Weber, 2017: Roman Ehrlich, 2016: Matthias Nawrat, 2015: Martin Kordić
Mascha Unterlehberg
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
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überregional
Pressetermine, Wettbewerbe / Auszeichnungen
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