Wie wird Demokratie dort verteidigt, wo es nicht auf den ersten Blick um Politik geht? Dieser und weiteren Fragen widmet sich die Reihe „In Verteidigung der Demokratie“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in diesem Sommersemester. Veranstaltet wird sie vom Institut für Politikwissenschaft auf dem Steintor-Campus und am Universitätsplatz. Auf dem Programm stehen Lesungen, Vorträge und Diskussionen. Ein Höhepunkt ist im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 3. Juli die Lesung mit der Autorin Gaea Schoeters.
Den Auftakt der Reihe „In Verteidigung der Demokratie“ bildet am Donnerstag, 7. Mai 2026, 18 Uhr, eine Lesung mit anschließender Diskussion zu Bruno Franks Schrift „Lüge als Staatsprinzip“. Autor und Publizist Peter Graf stellt das 1939 von einem Freund Thomas Manns im amerikanischen Exil verfasste Werk vor. Darin identifiziert Frank die Lüge als zentrales Moment der Herrschaft Hitlers im Nationalsozialismus. Frank, einer der wichtigen Autoren der Weimarer Republik, verließ Deutschland am Tag nach dem Reichstagsbrand 1933. Graf hat das Manuskript aus dem Nachlass gerettet und erstmals veröffentlicht.
Fortgesetzt wird das Programm am Dienstag, 26. Mai 2026, 18 Uhr. Der Schriftsteller Tim Staffel liest aus seinem Roman „Wasserspiel“, der von der Privatisierung des Wassers in einer deutschen Kleinstadt erzählt. Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Petra Dobner begleitet die Veranstaltung aus wissenschaftlicher Perspektive mit Blick auf Fragen der Wasserpolitik.
Ebenso geht es um das Thema „Wasserpolitik in Europa, Deutschland und Sachsen-Anhalt“ in einer Diskussionsrunde am Mittwoch, 27. Mai 2026, 10 Uhr, mit Jutta Paulus, Mitglied des Europäischen Parlaments im Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit, und Wolfgang Aldag, Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt im Ausschuss für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Petra Dobner.
Mit der Frage, wie ökologischer Wandel sozial gerecht gestaltet werden kann, befasst sich Wirtschaftsjournalist Caspar Dohmen in seinem Buch „Grün geht nur gerecht. Unterwegs in die sozialökologische Zukunft“ und stellt es am Mittwoch, 3. Juni 2026, 18 Uhr, vor.
Am Montag, 15. Juni 2026, 18 Uhr, spricht der Autor Dominik Herold über seine Arbeit „Radikale Demokratie und die Macht des Affektiven“. Im Zentrum steht die Frage, wie autoritäre und faschistische Kräfte Emotionen politisch mobilisieren – und welche Rolle Affekte umgekehrt für demokratische Emanzipation und Transformation spielen können.
Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften liest und diskutiert die belgische Schriftstellerin und Journalistin Gaea Schoeters am Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr, in der Aula des Löwengebäudes aus ihrem Buch „Das Geschenk“. Darin wird Deutschland unerwartet mit 20.000 Elefanten aus Botswana konfrontiert – eine satirisch zugespitzte Geschichte über globale Verantwortung, postkoloniale Machtverhältnisse, Naturschutz und europäische Moralvorstellungen.
Im Rahmen der Reihe „In Verteidigung der Demokratie“ finden weitere Veranstaltungen im Sommersemester statt. Das fortlaufend aktualisierte Programm finden Sie unter: https://verteidigungderdemokratie.de/
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Gesellschaft, Politik
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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