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08.05.2026 09:28

Technologietransferzentren und Digitalzentrum bündeln Expertise

Anne Speda Hochschulkommunikation
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

    „Tag der KI und Robotik“ im Technologietransferzentrum Kitzingen der THWS

    Von der Automation von Rasenmährobotern über autonomes Fahren bis hin zu klaren Firmenstrukturen durch Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI): Das auf Robotik und KI spezialisierte Technologietransferzentrum Kitzingen (TTZ-KT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat gemeinsam mit dem Technologietransferzentrum Neustadt/Aisch (TTZ NEA) der Hochschule Ansbach und dem Mittelstand Digital Zentrum Franken im Kitzinger Innopark einen Kooperationstag über KI und Robotik veranstaltet. Hendric Rahm vom Mittelstand-Digital Zentrum Franken moderierte das Event.
    Prof. Dr. Erik Schaffernicht, Leiter des TTZ-KT, eröffnete das Event und dankte den rund 50 Gästen, darunter Vertreterinnen und Vertreter regionaler Firmen und Institutionen, für ihr Interesse an der Arbeit des TTZ-KT. „Das Themenfeld ,Robotikʼ birgt Herausforderungen für die Zukunft“, so Prof. Dr. Schaffernicht, der als Beispiel über einen Halbmarathon in Peking im April 2026 berichtete, an dem humanoide Roboter teilgenommen hatten. „Die besten Roboter kamen sogar vor manchen Menschen ins Ziel.“ Aber, so stellte er die Frage, warum wird es nach dieser technischen Leistung trotzdem noch dauern, bis es autonome Fahrzeuge gibt, die sicher am Straßenverkehr teilnehmen können? Immerhin gebe es zuhause schon längst praktische Alltagshelfer wie Rasenmäh- oder Saugroboter. Diese seien auf immer denselben Ablauf programmiert und müssten keine schwierigen Herausforderungen meistern, erklärte er. „Was schwierig ist für KI und Robotik, muss nicht schwierig für den Menschen sein – und umgekehrt.“ Der Trend gehe von Automatisierung, etwa in Firmenabläufen, hin zu Autonomie. Bei einer Automation müsse die Umgebung so strukturiert wie möglich sein – ein Mal vom Menschen geplant, um ein Vielfaches ausführbar. Autonomie hingegen bedeute, dass die Umgebung mit der Sensorik eines Roboters wahrgenommen werde, der ständig neu zu planen und sich auf die Umgebung anzupassen habe. „Aktuell stehen wir vor der Herausforderung, die Robotik weiter nach vorne zu bringen – insbesondere in den Bereichen Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, KI für Wahrnehmung, Entscheidung und Autonomie, Sicherheit für kollaborative Systeme und Kosten“, schloss Prof. Dr. Schaffernicht seinen Vortrag.

    Prof. Yvonne Wetsch, Leiterin des TTZ NEA sowie des Mittelstand-Digital Zentrum Franken, sprach über „KI in Organisationen“ und stellte die Frage, was es brauche, damit KI wirklich wirke. Sie bezog sich auf die Forschungsprofessuren der Hightech Agenda Bayern und die von dieser Initiative finanzierten TTZ, insgesamt über 50 in ganz Bayern. Das TTZ NEA ist eines von drei TTZ der Hochschule Ansbach mit Fokus auf Daten- und Prozessmanagement, KI und Nachhaltigkeit sowie Organisationsentwicklung. Prof. Wetsch berichtete von einer aktuellen Studie: Demnach hätten 95 Prozent der KI-Projekte laut einer Schlagzeile von Fortune zur MIT-NANDA-Studie 2025 keinen messbaren Geschäftserfolg gezeigt. „Warum scheitern diese KI-Projekte wirklich?“, fragte Prof. Wetsch das Publikum. „Es ist meistens nicht die Technik“, erklärte sie und betonte, dass 70 Prozent der verwendeten Ressourcen für die Einführung von KI bei menschlichen Prozessen verwendet würden, wie Schulungen von Mitarbeitenden oder Kompetenzaufbau. Aber 43 Prozent der der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) hätten keine KI-Strategie (Quelle: Boston Consulting Group, „Where´s the Value in AI?“, Oktober 2024).
    „Wenn Projekte scheitern, sollte man sich die Frage stellen, ob die Projekte überhaupt zur Unternehmensstrategie passen.“ Für 79 Prozent sei der Kompetenzaufbau im Team die größte Herausforderung (Quelle: Stifterverband & McKinsey, „KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen“, 2025). Prof. Wetsch verwies auf das Mittelstand-Digital Zentrum Franken, das als Lotse für Digitalisierung, KI und Cybersicherheit dafür stehe, die Digitalisierung der klein- und mittelständischen Unternehmen zu fördern. „KI braucht ein Fundament – erst muss eine Datenbasis stehen, dann müssen Prozesse optimiert werden, anschließend Governance geklärt sein, etwa klare Verantwortlichkeiten – erst dann kann KI zum Einsatz kommen. Es braucht Vertrauen in die Technik, damit die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine klappen kann“, so Prof. Wetsch.

    Workshops: Stellschraube für die Kompetenz von Mitarbeitenden
    Anknüpfend informierten Prof. Dr. Arndt Balzer, Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik der THWS, sowie Dr. Maximilian Münch von Center für künstliche Intelligenz (CAIRO) der THWS darüber, dass die acht KI-Regionalzentren der direkte Zugang zu Hochschulexpertinnen und -experten in Bayern sei. Dr. Münch stellte Workshopangebote des KI-Regionalzentrums der THWS vor, die sich etwa mit dem Thema befassen, wie sich KI in Unternehmen systematisch einbauen ließe. Das KI-Regionalzentrum unterstützt mittelständische Unternehmen bei allen Fragestellungen rund um KI und begleitet Firmen bei der Entwicklung und Implementierung eigener KI-Use Cases, KI-Kompetenzerweiterung der Mitarbeitenden sowie bei der Erarbeitung einer KI-Langzeitstrategie.
    Vor Ort konnten die Besuchenden zwischen drei Workshops wählen, die im Anschluss an die Impulsvorträge angeboten wurden: EU AI Act, Prompt Engineering sowie Use Case Analyse. Einen Überblick über die wichtigsten Inhalte der neuen EU-Verordnung und deren Bedeutung für Unternehmen gab der erste Workshop EU AI Act in Form eines kompakten Einstiegs in die neue EU-Verordnung über KI. In einem Kurzimpuls wurden die wichtigsten Grundbegriffe, Risikokategorien und Pflichten vorgestellt, die Unternehmen kennen sollten. Dadurch konnten die Teilnehmenden ein erstes Orientierungswissen hinsichtlich der Regelung der EU AI Act erlangen und darauf aufbauend einen ersten Eindruck darüber erhalten, was das in etwa für den eigenen Betrieb bedeuten könnte.
    Im Workshop Prompt Engineering ging es darum, wie sich effektive Prompts formulieren lassen, um das Potenzial generativer KI optimal nutzen zu können. Hierbei handelte es sich um die Funktion von Sprachmodellen und wo ihre Grenzen liegen. Ein interaktiver Teil brachte den Interessierten einfache Techniken für bessere Prompts näher, um zu lernen, wie generative KI-Werkzeuge gezielter eingesetzt und häufige Fehler im Umgang mit KI-Systemen vermeidet werden können.
    Welche KI-Anwendungen im eigenen Unternehmen sinnvoll sein können, wurde im Workshop Use Case Analyse gezeigt. Die Teilnehmenden lernten ein einfaches Bewertungstool kennen, mit dessen Hilfe KI-Ideen nach Nutzen und Aufwand eingeordnet werden kann. Durch eine strukturierte Methode lassen sich KI-Potenziale im eigenen Betrieb identifizieren und sinnvoll priorisieren, denn viele Unternehmen stünden vor der Frage, wie sie den Einstieg in KI pragmatisch angehen.

    Robotik und KI an der THWS
    Die THWS hat langjährige Erfahrung und Know-how in den Bereichen Robotik und KI. Die fachliche Expertise ist im Center für Robotik (CERI) in Schweinfurt und dem Center für Künstliche Intelligenz (CAIRO) in Würzburg gebündelt. Sie bilden einen idealen Anknüpfungspunkt für das Technologietransferzentrum Kitzingen (TTZ-KT) und werden maßgeblich am Austausch mit den Partnerunternehmen beteiligt sein.
    Das TTZ-KT dient als Schnittstelle zwischen der THWS und den Partnerunternehmen, die einen direkten Transfer von Robotik- und KI-Know-how in die Wirtschaft ermöglicht. Es ist eines von sechs TTZ, die an der THWS angesiedelt sind. Die Unternehmen profitieren auf diesem Weg vom Know-how der Hochschulen und können ihre Vorhaben einfacher und in kürzerer Zeit umsetzen. Die ersten TTZ wurden in Bayern vor mehr als zehn Jahren etabliert und haben sich zu wichtigen Innovationstreibern in allen Regionen entwickelt.

    Weitere Informationen zum CERI
    Weitere Informationen zum CAIRO
    Weitere Informationen zum TTZ-KT
    Weitere Informationen zum TTZ-NEA
    Weitere Informationen zum Mittelstand Digital Zentrum Franken
    Zu den Workshops des THWS-KI-Regionalzentrum Würzburgs

    Über die THWS
    Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

    Kontakt:
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
    Technologietransferzentrum Kitzingen
    Prof. Dr. Erik Schaffernicht
    Steigweg 24 / Gebäude 1
    97318 Kitzingen
    erik.schaffernicht@thws.de

    Pressekontakt:
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
    Angela Kreipl
    Münzstr. 12
    97070 Würzburg
    angela.kreipl@thws.de
    0931 3511-8354


    Bilder

    Mitarbeitende der Technologietransferzentren Kitzingen (THWS) sowie Neustadt/Aisch (Hochschule Ansbach) auf dem „Tag der KI und Robotik“ im TTZ-KT
    Mitarbeitende der Technologietransferzentren Kitzingen (THWS) sowie Neustadt/Aisch (Hochschule Ansba ...
    Quelle: Theresa Bauer
    Copyright: Hochschule Ansbach

    Der zweite Teil „Tag der KI und Robotik“ bestand aus Workshopangeboten für die rund 50 Teilnehmenden
    Der zweite Teil „Tag der KI und Robotik“ bestand aus Workshopangeboten für die rund 50 Teilnehmenden ...
    Quelle: Theresa Bauer
    Copyright: Hochschule Ansbach


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Mitarbeitende der Technologietransferzentren Kitzingen (THWS) sowie Neustadt/Aisch (Hochschule Ansbach) auf dem „Tag der KI und Robotik“ im TTZ-KT


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    Der zweite Teil „Tag der KI und Robotik“ bestand aus Workshopangeboten für die rund 50 Teilnehmenden


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