Ob Menschen versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, hängt stark von gesundheitspolitischen Maßnahmen im jeweiligen Land ab – ob sie dabei erfolgreich sind, dagegen vor allem von ihrem persönlichen Umfeld und Verhalten. Das ermittelten Forschende aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einer internationalen Studie.
Die Forschenden analysierten Daten von über 50.000 Raucherinnen und Rauchern aus 29 Ländern in 5 Kontinenten und kombinierten diese mit Informationen zu nationalen Tabakkontrollmaßnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mit maschinellem Lernen konnten sie zentrale Einflussfaktoren für Rauchstopp-Versuche und deren Erfolg identifizieren.
Die Politik gibt den Anstoß…
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Strenge Gesetze zur Tabakprävention – etwa Rauchverbote, Warnhinweise oder höhere Tabaksteuern – erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen überhaupt versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. „Politische Maßnahmen schaffen den entscheidenden Anstoß“, sagt Studienleiter Titus Brinker. „Länder mit umfassender Tabakkontrolle verzeichnen mehr Rauchstopp-Versuche als Länder, die weniger Tabakkontroll-Maßnahmen umgesetzt haben.“
…doch der Erfolg hängt von individuellen Faktoren ab
Ob ein Rauchstopp gelingt, entscheidet sich jedoch meist im persönlichen Umfeld. Besonders wichtig ist, ob im eigenen Haushalt andere Menschen rauchen. Wer von Rauchern umgeben ist, hat deutlich geringere Chancen, dauerhaft aufzuhören. Daneben spielen individuelle Faktoren wie die Stärke der Nikotinabhängigkeit eine große Rolle: Wer früh nach dem Aufwachen zur Zigarette greift, oder viel raucht, hat es schwerer, erfolgreich aufzuhören.
Die Studie macht deutlich, dass erfolgreiche Tabakprävention zwei Ebenen braucht:
• konsequente Tabakkontroll-Maßnahmen, die zum Aufhören motivieren
• gezielte Unterstützung für einzelne Raucherinnen und Raucher, insbesondere Rücksichtnahme durch andere Raucherinnen und Raucher im sozialen Umfeld
Tabakkonsum verursacht weltweit jährlich mehr als sieben Millionen Todesfälle und gehört zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. „Aber ein erfolgreicher Rauchstopp ist nicht nur eine Frage des Willens. Er wird stark vom sozialen Umfeld, den Lebensbedingungen und den politischen Rahmenbedingungen ihres Heimatlandes beeinflusst“, so Christoph Wies, der Erstautor der Arbeit. Studienleiter Brinker ergänzt: „Unsere Ergebnisse sollen dazu beitragen, zukünftige Maßnahmen effektiver zu gestalten und damit mehr Menschen einen dauerhaften Rauchstopp zu ermöglichen.“
Wies C, Al Ssabbagh M, Elango V, Schiavone S, Anderson CL, Theilmann M, Geldsetzer P, Hoe C, Winkler V, Brinker TJ. Tobacco control policies predict quit attempts, but household smoking predicts cessation success across 29 countries. Tobacco Control. 2026, DOI: 10.1136/tc-2025-059403
https://tobaccocontrol.bmj.com/content/early/2026/05/07/tc-2025-059403
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).