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12.05.2026 09:36

Moorschutz braucht Moorwald - Neues LWF-Merkblatt zeigt Wege für Waldbesitzende

David Gerstmair Pressestelle
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

    Moore zählen zu den wertvollsten und zugleich bedrohtesten Lebensräumen Bayerns. Eine zentrale Rolle für Ihren Erhalt spielen die Moorwälder: Sie halten Wasser im Torfkörper und stabiliseren das Moorklima. Daruch sichern sie wichtige Funktionen für Klimaschutz, Wasserhaushalt und Biodiversität. Doch frühere Entwässerungen wirken bis heute nach – weniger als fünf Prozent der bayerischen Moore gelten als intakt. Mit dem neuen Merkblatt „Moorschutz im Wald“ zeigt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), wie Waldbesitzende zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume beitragen können.

    „Moorschutz in Bayern braucht den Moorwald und wir als LWF liefern hierfür die fachlichen Grundlagen“, betont Dr. Peter Pröbstle, Leiter der LWF und Herausgeber der aktuellen Handreichung.

    Moorwälder als Schlüssel für den Moorschutz
    Rund 65.000 Hektar und damit etwa ein Drittel der bayerischen Moore sind bewaldet. Diese Moorwälder sind keine Randerscheinung, sondern ein zentraler Baustein für den Moorschutz des gesamten Moores, auch seiner unbewaldeten Teile. Sie halten Wasser im Torfkörper zurück, verlangsamen den Abfluss und stabilisieren auf mehrfache Weise effektiv das lokale Moorklima. Gleichzeitig bieten sie hoch spezialisierten und oft stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum.

    Einige heimische Baumarten kommen fast ausschließlich in Mooren vor, darunter die Spirke, die seltene Moor-Waldkiefer oder die Karpatenbirke. Aber auch Fichte und die Normalform der Waldkiefer haben in vielen Regionen ihren natürlichen Wuchsort in Mooren und sind dort Bestandteil naturnaher Moorwälder.

    Handlungsempfehlungen für die Praxis
    Um den Schutz dieser sensiblen Wälder zu unterstützen, hat die LWF das Merkblatt „Moorschutz im Wald“ veröffentlicht. Es richtet sich an Waldbesitzende und forstliche Praktiker und zeigt auf, wie Moorwälder erhalten und verbessert werden können. Dabei wird deutlich: Waldbesitzende können auf sehr unterschiedliche, teils auch niedrigschwellige Weise zum Moorschutz beitragen.

    Nach einer Übersicht über die wichtigsten Moorbaumarten und ihre Standortansprüche stellt das Merkblatt konkrete Empfehlungen vor, etwa zur Förderung kleinstandörtlich angepasster Rottenstrukturen, zur Wahl standortgerechter Baumarten sowie zu boden- und moorschonender Holzbringung. Ergänzend werden Lösungen für eine moorerhaltende Gestaltung der vorhandenen Erschließung vorgestellt.

    Das Merkblatt Nr. 59 „Moorschutz im Wald“ der LWF kann als PDF auf der Internetseite heruntergeladen oder kostenlos als Printversion gegen eine geringe Versandkostenerstattung bestellt werden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Stefan Müller-Kroehling
    Abteilung Biodiversität und Naturschutz
    Stefan.Mueller-Kroehling@lwf.bayern.de


    Bilder

    Auch gerade für das weitgehend offene Moorzentrum bietet der strukturreiche Moorwald einen wichtigen klimatischen und hydrologischen Puffer.
    Auch gerade für das weitgehend offene Moorzentrum bietet der strukturreiche Moorwald einen wichtigen ...
    Quelle: Boris Mittermeier
    Copyright: Boris Mittermeier


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Auch gerade für das weitgehend offene Moorzentrum bietet der strukturreiche Moorwald einen wichtigen klimatischen und hydrologischen Puffer.


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