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12.05.2026 10:16

Neue Wege für Wissenstransfer: Von TikTok bis Pop-up-Labor - So erreicht Wissenschaft Menschen

Marco Baron Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik

    Die Frage, wie Wissenstransfer zur Energiewende besser gelingen kann, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Wissenstransfer anders machen?!“ am Montag, 27. April, in Gelsenkirchen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft diskutierten neue Ansätze der Wissenschaftskommunikation – von Pop-up-Laboren über Open Hardware und Social Media bis hin zu kulturellen Formaten. Eingeladen hatte das Wissenschaftsforum Ruhr e. V.

    Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse Menschen erreichen, aktivieren und zur Mitgestaltung befähigen? Mit dieser Leitfrage brachte die Veranstaltung „Wissenstransfer anders machen?!“ unterschiedliche Perspektiven auf Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer zusammen.

    Bereits in der Begrüßung betonte Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg, Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr e. V., dass Wissenstransfer weit über Wirtschaft, Politik und Forschungseinrichtungen hinausreichen müsse. „Wir brauchen einen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft. Wissenschaftskommunikation darf nicht im geschlossenen Raum oder in unserer eigenen Bubble bleiben. Wir müssen alte Formate, alte Botschaften und alte Narrative hinterfragen und stärker daran arbeiten, Menschen zu befähigen, mitzuwirken“, sagte Deerberg. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt und gesellschaftlich getragen werden.

    Neue Formate für mehr Beteiligung

    In der ersten Session wurden konkrete Praxisbeispiele vorgestellt: Gesine Hahn (Westfälische Hochschule) zeigte, wie ungewöhnliche Formate wie „H2-Business-Pokern“ oder Quizformate den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren fördern. Dr. Theresa Schredelseker (Zentrum für BrennstoffzellenTechnik) präsentierte mit der OpenFuelCell einen Open-Hardware-Ansatz, der Technologien zugänglich und nachbaubar macht. Dr. Franz Flögel (Institut Arbeit und Technik) stellte das H2PopUpLab vor, das Wissenschaft mitten in die Innenstadt bringt und so neue Zielgruppen erreicht.

    Perspektivwechsel in der Wissenschaftskommunikation

    In seiner Keynote plädierte Prof. Dr. Uwe Schneidewind für einen grundlegenden Perspektivwechsel: Statt Wissen ausschließlich aus der Wissenschaft heraus zu vermitteln („inside-out“), müsse stärker von den realen Veränderungsprozessen in Gesellschaft und Kommunen ausgegangen werden („outside-in“). Transformationsprozesse scheiterten heute weniger an Technologie als an politischen, institutionellen und kulturellen Hürden.

    Die Podiumsdiskussion griff diese Perspektiven auf und machte deutlich, dass erfolgreiche Wissenschaftskommunikation stärker auf Beteiligung, Emotion und Lebensweltbezug setzen muss. Orte wie Bibliotheken, Theater oder Pop-up-Räume können dabei als geeignete Begegnungsorte dienen. „Das Ruhrgebiet war nie nur stark, weil es Dinge erfunden hat, sondern weil es sie besser gemacht hat. Daran müssen wir anknüpfen: Innovation entsteht im Zusammenspiel von Wissenschaft, Mittelstand und Region“, sagte Garrelt Duin, Regionaldirektor des RVR. „Es geht dabei nicht nur um einzelne Projekte, sondern um die zentrale Frage, wie wir künftig leben wollen – und wie wir diese Diskussion gemeinsam in die Breite der Gesellschaft tragen.“

    Dialog, Emotion und neue Narrative

    In der zweiten Session wurde dieser Ansatz weiter vertieft: Prof. Dr. Thomas Weith (ILS–Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung) stellte die Rolle von Wissenschaft als „Honest Broker“ heraus und plädierte für dialogische Formate. Dr. Antonia Villinger (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) zeigte das Potenzial kultureller und literarischer Zugänge. Dr. Elisabeth Jurack (Universität Bonn) gab Einblicke in erfolgreiche Wissenschaftskommunikation auf Social Media. Sabrina Schreiner (Fraunhofer UMSICHT) präsentierte Forschungsergebnisse zu Emotionen und Narrativen der Energiewende und betonte die Bedeutung lebensweltbezogener Kommunikation.

    Gemeinsame Herausforderung: Menschen erreichen und aktivieren

    Die Veranstaltung machte deutlich, dass Wissenstransfer zur Energiewende mehr ist als Informationsvermittlung. Es geht darum, Menschen einzubeziehen, Vertrauen aufzubauen und Räume für Austausch und Mitgestaltung zu schaffen.

    „Wir danken allen Referentinnen und Referenten, Teilnehmenden und Partnern für die engagierten Beiträge und die offenen Diskussionen“, sagte Dr. Franz Flögel stellvertretend für das Organisationsteam von IAT, Fraunhofer UMSICHT und FernUniversität in Hagen. „Die Veranstaltung hat gezeigt, wie groß das Interesse an neuen Formen des Wissenstransfers ist – und wie wichtig es ist, Wissenschaft noch stärker und gezielter zu den Menschen zu bringen.“


    Weitere Informationen:

    https://www.iat.eu/termine/veranstaltungen/2026/wissenstransfer-anders-machen-re...


    Bilder

    Die Stadt der Zukunft — Interaktives Stadtwandel-Exponat des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.
    Die Stadt der Zukunft — Interaktives Stadtwandel-Exponat des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, E ...

    Copyright: Fraunhofer UMSICHT

    Podiumsdiskussion, v.l.: Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg (Wissenschaftsforum Ruhr e. V.), Garrelt Duin (RVR), Mona Rieken (Neue Effizienz gGmbH), Antje vom Berg (E.ON Foundation), Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Prof. Dr. Stefan Gärtner (IAT).
    Podiumsdiskussion, v.l.: Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg (Wissenschaftsforum Ruhr e. V.), Garrelt Duin ...

    Copyright: Fraunhofer UMSICHT


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Energie, Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Die Stadt der Zukunft — Interaktives Stadtwandel-Exponat des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.


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    Podiumsdiskussion, v.l.: Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg (Wissenschaftsforum Ruhr e. V.), Garrelt Duin (RVR), Mona Rieken (Neue Effizienz gGmbH), Antje vom Berg (E.ON Foundation), Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Prof. Dr. Stefan Gärtner (IAT).


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