Wer sich für ein Lehramtsstudium entscheidet, hat später gute Beschäftigungs- und Verdienstchancen, muss sich jedoch meist früh auf eine Schulform, Unterrichtsfächer und ein Bundesland festlegen, denn nicht alle Lehramtstypen werden an allen Hochschulen und in allen Bundesländern angeboten. Dies zeigt eine aktualisierte Übersicht des CHE Centrum für Hochschulentwicklung sowie ein aktualisierter Kompakt-Ratgeber zum Thema.
Größtes Angebot im Lehramt für die Sekundarstufe II bzw. das Gymnasium
Rund 32.500 Menschen begannen im Wintersemester 2024/25 in Deutschland ein Lehramtsstudium. Das Studium ist je nach Bundesland, Hochschulstandort und Lehramtstyp unterschiedlich organisiert. Aktuell gibt es in Deutschland gemäß den Vorgaben der Kultusministerkonferenz fünf Lehramtstypen, für die jeweils separate Studiengänge angeboten werden:
• Lehrämter der Grundschulen bzw. Primarstufe (Lehramtstyp 1)
• Lehrämter für alle oder einzelne Schularten der Sekundarstufe I (Lehramtstyp 3)
• Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium (Lehramtstyp 4)
• Lehrämter der Sekundarstufe II [berufliche Fächer] oder für die beruflichen Schulen (Lehramtstyp 5)
• Sonderpädagogische Lehrämter (Lehramtstyp 6)
Ein DatenCHECK des CHE mit interaktiven Karten zeigt Studieninteressierten, wo welche Lehramtstypen an deutschen Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen studiert werden können. Nicht alle Hochschulen bieten das komplette Set an Lehramtstypen und Fächern an. Das größte Angebot gibt es für das gymnasiale Lehramt (Lehramtstyp 4) an insgesamt 59 Universitäten und Pädagogischen Hochschulen. Seltener hingegen wird der Lehramtstyp 6 für sonderpädagogische Lehrämter angeboten.
Regionale Bestimmungen und Bedarfe im Blick behalten
Wer Lehramt studieren möchte, muss häufig bereits vor der Einschreibung wichtige Richtungsentscheidungen treffen. Die gewählte Schulform bestimmt unter anderem, welche Fächer studiert werden können, wie das Studium aufgebaut ist und welche beruflichen Perspektiven sich nach dem Abschluss ergeben. Auch die Fächerwahl sollte gut überlegt sein, da Kombinationsmöglichkeiten je nach Hochschule und Lehramtstyp eingeschränkt sein können.
Hierbei sind regionale Unterschiede zu beachten und es lohnt sich, die Einstellungsbedarfe der Bundesländer bei der Wahl der Schulform zu berücksichtigen, denn nicht überall und in jeder Schulform herrscht Lehrkräftemangel.
„In Bundesländern wie Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern gehen die Schüler*innenzahlen zurück, sodass dort perspektivisch der Bedarf an Lehrkräften für den Primarbereich abnimmt“, sagt Anna Sappl, Autorin des Ratgebers. „Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Lehrkräften im Sekundarbereich I, also an den Haupt-, Real- und Gesamtschulen, in beinahe allen Ländern weiterhin hoch.“ Die Kultusministerkonferenz schätzt, dass bundesweit zwischen 2031 und 2035 mehr als 5.000 Lehrpersonen in diesem Bereich eingestellt werden müssen. Wer sich also heute für ein Lehramt im Sekundarbereich I entscheidet und das Studium innerhalb der kommenden neun Jahre absolviert, erwirbt laut dieser Prognose ein gefragtes Berufsprofil.
Ebenso sind an den Berufsschulen weiterhin hohe Einstellungsbedarfe zu erwarten – insbesondere die gewerblich-technischen Fachrichtungen oder der Pflegebereich sind hier gefragt. Für alle Lehramtstypen gilt jedoch: Besonders in den MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, bestehen gute Einstellungschancen.
Über die Publikation
Der CHE Ratgeber „Lehramt studieren“ aus der Reihe „CHE kurz + kompakt“ richtet sich an Studieninteressierte. Er beantwortet zentrale Fragen zu Studienaufbau, Hochschulwahl, Schulformen, Fächerkombinationen, Zulassungsbedingungen, Praxisphasen, Referendariat und Berufsperspektiven. Ergänzt wird der Ratgeber durch Tipps, Checklisten und weiterführende Links. Autor*innen sind Bianca Brinkmann, Cort-Denis Hachmeister, Jessica Hunold, Celine Maerz und Anna Sappl.
Der begleitende DatenCHECK 5/2026 – Lehramt studieren auf dem Portal hochschuldaten.de zeigt in interaktiven Karten, an welchen Hochschulstandorten in Deutschland welche Lehramtstypen angeboten werden. Autorinnen sind Anna Sappl und Bianca Brinkmann.
Über das CHE Centrum für Hochschulentwicklung:
Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung ist ein gemeinnütziger und politisch unabhängiger Think Tank für die Hochschullandschaft mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Das CHE unterstützt Hochschulen und Politik dabei, die aktuellen gesellschaftlichen Umbrüche zu verstehen, ihre Tragweite zu erkennen und adäquate Lösungen zu entwickeln, um die Zukunft positiv zu gestalten.
Anna Sappl
Projektmanagerin
CHE Centrum für Hochschulentwicklung
+49 5241 9761-62
anna.sappl@che.de
Sappl, Anna; Brinkmann, Bianca: DatenCHECK 5/2026: Lehramt studieren (2026), CHE, Gütersloh – veröffentlicht am 27. Mai 2026 auf www.hochschuldaten.de https://hochschuldaten.che.de/lehramt-studieren)
https://hochschuldaten.che.de/lehramt-studieren - Link zum DatenCHECK
https://www.che.de/download/lehramt-studieren/ - Link zum CHE Ratgeber
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, jedermann
fachunabhängig
überregional
Forschungsergebnisse, Studium und Lehre
Deutsch

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