Wie kann ärztlicher Nachwuchs für die Urologie gewonnen und Weiterbildung unter den Bedingungen von Krankenhausreform, Personalmangel und Ambulantisierung verlässlich organisiert werden? Darüber diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Hochschulen und Selbstverwaltung beim Parlamentarischen Abend der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) am 20. Mai 2026 in Berlin. Themen waren unter anderem neue Wege der Nachwuchsgewinnung, ambulante Weiterbildung, ökonomischer Druck in Kliniken sowie aktuelle Ergebnisse einer GeSRU Umfrage zur Weiterbildungssituation in der Urologie.
Wie lässt sich ärztlicher Nachwuchs für die Urologie gewinnen und wie kann Weiterbildung unter den Bedingungen von Krankenhausreform, Personalmangel und Ambulantisierung, verlässlich organisiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Parlamentarische Abend der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) am 20. Mai 2026 in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Schirmherr der Veranstaltung war Matthias Hauer, MdB.
Im Mittelpunkt standen die Folgen struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen für Medizinstudium, Nachwuchsgewinnung und fachärztliche Weiterbildung. Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Hochschulen und berufspolitischen Organisationen diskutierten dabei unter anderem neue Wege der Nachwuchsgewinnung, die Bedeutung der zunehmenden Ambulantisierung der Urologie für die Weiterbildung sowie die Frage, wie Weiterbildung trotz zunehmenden ökonomischen Drucks verlässlich organisiert werden kann.
DGU Generalsekretär Prof. Maximilian Burger sprach über die Erwartungen junger Ärztinnen und Ärzte an Studium und Beruf sowie über Möglichkeiten, Studierende frühzeitig für die Urologie zu gewinnen. Dabei ging es auch um Fragen zur Supervision in der Weiterbildung, Teamkultur und Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Prof. Rainer Petzina, Rektor der MSH Medical School Hamburg, stellte privat finanzierte Hochschulmodelle als möglichen ergänzenden Baustein gegen den Ärztemangel vor, sein Beitrag wurde angeregt diskutiert. Mit Blick auf die Weiterbildungsordnung zeigte Dr. Elmar Mehring von der Bundesärztekammer, wie stark Umfang und regulatorische Anforderungen in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen sind. Themen waren unter anderem strukturiertere Curricula, feste Rotationen und digitale Dokumentation über das elektronische Logbuch.
BvDU Präsident Dr. Axel Belusa verwies darauf, dass sich viele urologische Leistungen zunehmend in den ambulanten Bereich verlagern, sodass die Weiterbildung auch eine Rotation in den ambulanten Sektor beinhalten sollte. DGU Präsidentin Prof. Susanne Krege schilderte die Situation vieler Kliniken zwischen wirtschaftlichem Druck, Personalmangel und dem Anspruch, qualitativ hochwertige Weiterbildung anzubieten.
Aktuelle Ergebnisse einer Umfrage der GeSRU (German Society of Residents in Urology) zur Zufriedenheit der weiterzubildenden Ärztinnen und Ärzte in der Urologie mit der Wahl des Faches und den Arbeitsbedingungen stellte Dr. Nadim Moharam, Vorsitzender der GeSRU vor. Die Daten zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem Fach Urologie, gleichzeitig aber Defizite bei Planbarkeit, Supervision und der praktischen Umsetzung von Weiterbildungsinhalten.
In der Diskussion ging es unter anderem um Rotationsplanung, die Finanzierung ambulanter Weiterbildung, neue Arbeitszeitmodelle sowie den möglichen Beitrag digitaler Systeme und künstlicher Intelligenz zur Entlastung im Klinikalltag. „Die Anforderungen an die Weiterbildung verändern sich spürbar. Umso wichtiger ist es, dass Weiterbildung auch unter den Bedingungen von Ambulantisierung und Strukturreformen verlässlich organisiert bleibt“, betonte DGU Präsidentin Prof. Susanne Krege. Denn, da waren sich alle einig „Wenn wir klinische Weiterbildung heute nicht strukturell schützen, verlieren wir morgen nicht nur den Nachwuchs – sondern auch Versorgungssicherheit.“
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medizin, Politik
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
Deutsch

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