DEGAM, DESAM, DNKW und JADE begrüßen die aktuelle Debatte um Machtmissbrauch im Gesundheitswesen und setzen sich dafür ein, Grenzüberschreitungen und Übergriffen aktiv entgegenzutreten. Gemeinsam empfehlen die vier Organisationen konkrete Maßnahmen, um im Bereich der fachärztlichen Weiterbildung Unterstützung und Schutz zu bieten.
Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt gehen uns alle an – das gilt natürlich auch im Gesundheitswesen. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), die Deutsche Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM), das Deutsche Netzwerk der Kompetenzzentren in der Weiterbildung (DNKW) sowie die Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) nehmen die Debatte beim Deutschen Ärztetag in Hannover zum Anlass, Vorschläge für Präventions- und Schutzkonzepte innerhalb der fachärztlichen Weiterbildung vorzustellen.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema nimmt völlig berechtigt Fahrt auf: Nachdem beim Ärztetag zahlreiche Beispiele öffentlich gemacht wurden, hat nicht zuletzt das große Medienecho gezeigt, dass eine Debatte über die problematischen Auswirkungen von realen strukturellen Machtverhältnissen im Gesundheitswesen längst überfällig ist.
Reflexion, Prävention und Schutzkonzepte
„Wir schließen uns der Bundesärztekammer und anderen Verbänden an, die mehr Reflexion, Prävention und Schutzkonzepte sowie einen grundlegenden Kulturwandel im gesamten Gesundheitswesen gefordert haben“, kommentiert Prof. Dr. Marco Roos, Vizepräsident der DEGAM. Dr. Martina Bischoff, stellvertretende Sprecherin des DNKW, ergänzt: „Auch wenn sich die bestehenden Machtverhältnisse nicht über Nacht ändern werden: Wir wollen und müssen ein sicheres, respektvolles und diskriminierungsfreies Lern- und Arbeitsumfeld in der gesamten medizinischen Aus- und Weiterbildung gewährleisten.“
Vor diesem Hintergrund setzen sich die DEGAM, DESAM, DNKW und JADE dafür ein, präventives und konsequentes Handeln zu fördern, damit Fehlverhalten sichtbar gemacht, klar benannt und entsprechend aufgearbeitet wird. Konkret empfiehlt das Netzwerk den angeschlossenen Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin – aber auch Weiterbildungseinrichtungen aller anderen Fachrichtungen:
- Verhaltenskodex für Seminarreferierende, Mentor:innen und Weiterbilder:innen
- Gezielte Fortbildungen zur Aufklärung über diskriminierendes Verhalten, Machtasymmetrien, Grenzüberschreitungen und deren Folgen im Seminarprogramm und Train-the-Trainer Programmen
- Thematisierung, Sensibilisierung und Reflexion im Rahmen von Gruppenmentoring
- Sichtbarmachung von Anlaufstellen für Ungerechtigkeit oder Diskriminierung mit Vermittlung weiterführender Strukturen (z.B. Ombudsstellen der ärztlichen Selbstverwaltung oder vergleichbare Strukturen an Universitäten)
DEGAM, DESAM, DNKW und JADE verstehen diese Maßnahmen als Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. Damit verknüpfen die drei Organisationen die anspruchsvollen Ziele, den Betroffenen Gehör zu verschaffen, institutionelle Lernprozesse anzustoßen und eine Kultur der Achtsamkeit, Transparenz und Verantwortungsübernahme auch im Gesundheitssystem nachhaltig zu verankern.
Pressekontakt:
Natascha Hövener
DEGAM-Pressesprecherin
Telefon: 030 – 20 966 98 16
E-Mail: presse@degam.de
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Schumannstraße 9, 10117 Berlin
Präsidentin: Prof. Dr. med. Eva Hummers (Göttingen)
http://www.degam.de
Über die DEGAM
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft. Ihre zentrale Aufgabe ist es, die Allgemeinmedizin als anerkannte wissenschaftliche Disziplin zu fördern und sie als Rückgrat der Patientenversorgung weiterzuentwickeln. Die DEGAM ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen zur wissenschaftlichen Entwicklung der Allgemeinmedizin an den Hochschulen, zur Fort- und Weiterbildung sowie zum Qualitätsmanagement. Sie erarbeitet eigene wissenschaftlich fundierte Leitlinien für die hausärztliche Praxis und beteiligt sich auch an interdisziplinären Leitlinien anderer Fachgesellschaften.
Für den allgemeinmedizinischen Nachwuchs engagiert sich die DEGAM gemeinsam mit der Jungen Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) sowie der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM). Die JADE ist die Nachwuchsorganisation der DEGAM und Ansprechpartnerin für Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und Fachärzt:innen bis fünf Jahre nach der Fachgebietsprüfung Allgemeinmedizin.
Prof. Dr. med. Marco Roos, Vizepräsident der DEGAM
E-Mail: marco.roos@med.uni-augsburg.de
Die DEGAM und ihre angeschlossenen Organisationen machen konkrete Vorschläge zur Verhinderung von Gr ...
Quelle: Salim Hanzaz
Copyright: iStock / salim hanzaz
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
Medizin
überregional
Studium und Lehre, wissenschaftliche Weiterbildung
Deutsch

Die DEGAM und ihre angeschlossenen Organisationen machen konkrete Vorschläge zur Verhinderung von Gr ...
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