idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
28.05.2026 13:20

Machtmissbrauch: Wichtige Debatte im Gesundheitswesen angestoßen

Natascha Hövener Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V.

    DEGAM, DESAM, DNKW und JADE begrüßen die aktuelle Debatte um Machtmissbrauch im Gesundheitswesen und setzen sich dafür ein, Grenzüberschreitungen und Übergriffen aktiv entgegenzutreten. Gemeinsam empfehlen die vier Organisationen konkrete Maßnahmen, um im Bereich der fachärztlichen Weiterbildung Unterstützung und Schutz zu bieten.

    Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt gehen uns alle an – das gilt natürlich auch im Gesundheitswesen. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), die Deutsche Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM), das Deutsche Netzwerk der Kompetenzzentren in der Weiterbildung (DNKW) sowie die Junge Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) nehmen die Debatte beim Deutschen Ärztetag in Hannover zum Anlass, Vorschläge für Präventions- und Schutzkonzepte innerhalb der fachärztlichen Weiterbildung vorzustellen.

    Die Auseinandersetzung mit dem Thema nimmt völlig berechtigt Fahrt auf: Nachdem beim Ärztetag zahlreiche Beispiele öffentlich gemacht wurden, hat nicht zuletzt das große Medienecho gezeigt, dass eine Debatte über die problematischen Auswirkungen von realen strukturellen Machtverhältnissen im Gesundheitswesen längst überfällig ist.

    Reflexion, Prävention und Schutzkonzepte

    „Wir schließen uns der Bundesärztekammer und anderen Verbänden an, die mehr Reflexion, Prävention und Schutzkonzepte sowie einen grundlegenden Kulturwandel im gesamten Gesundheitswesen gefordert haben“, kommentiert Prof. Dr. Marco Roos, Vizepräsident der DEGAM. Dr. Martina Bischoff, stellvertretende Sprecherin des DNKW, ergänzt: „Auch wenn sich die bestehenden Machtverhältnisse nicht über Nacht ändern werden: Wir wollen und müssen ein sicheres, respektvolles und diskriminierungsfreies Lern- und Arbeitsumfeld in der gesamten medizinischen Aus- und Weiterbildung gewährleisten.“

    Vor diesem Hintergrund setzen sich die DEGAM, DESAM, DNKW und JADE dafür ein, präventives und konsequentes Handeln zu fördern, damit Fehlverhalten sichtbar gemacht, klar benannt und entsprechend aufgearbeitet wird. Konkret empfiehlt das Netzwerk den angeschlossenen Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin – aber auch Weiterbildungseinrichtungen aller anderen Fachrichtungen:

    - Verhaltenskodex für Seminarreferierende, Mentor:innen und Weiterbilder:innen
    - Gezielte Fortbildungen zur Aufklärung über diskriminierendes Verhalten, Machtasymmetrien, Grenzüberschreitungen und deren Folgen im Seminarprogramm und Train-the-Trainer Programmen
    - Thematisierung, Sensibilisierung und Reflexion im Rahmen von Gruppenmentoring
    - Sichtbarmachung von Anlaufstellen für Ungerechtigkeit oder Diskriminierung mit Vermittlung weiterführender Strukturen (z.B. Ombudsstellen der ärztlichen Selbstverwaltung oder vergleichbare Strukturen an Universitäten)

    DEGAM, DESAM, DNKW und JADE verstehen diese Maßnahmen als Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. Damit verknüpfen die drei Organisationen die anspruchsvollen Ziele, den Betroffenen Gehör zu verschaffen, institutionelle Lernprozesse anzustoßen und eine Kultur der Achtsamkeit, Transparenz und Verantwortungsübernahme auch im Gesundheitssystem nachhaltig zu verankern.

    Pressekontakt:

    Natascha Hövener
    DEGAM-Pressesprecherin
    Telefon: 030 – 20 966 98 16
    E-Mail: presse@degam.de

    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
    Schumannstraße 9, 10117 Berlin
    Präsidentin: Prof. Dr. med. Eva Hummers (Göttingen)
    http://www.degam.de

    Über die DEGAM

    Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft. Ihre zentrale Aufgabe ist es, die Allgemeinmedizin als anerkannte wissenschaftliche Disziplin zu fördern und sie als Rückgrat der Patientenversorgung weiterzuentwickeln. Die DEGAM ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen zur wissenschaftlichen Entwicklung der Allgemeinmedizin an den Hochschulen, zur Fort- und Weiterbildung sowie zum Qualitätsmanagement. Sie erarbeitet eigene wissenschaftlich fundierte Leitlinien für die hausärztliche Praxis und beteiligt sich auch an interdisziplinären Leitlinien anderer Fachgesellschaften.

    Für den allgemeinmedizinischen Nachwuchs engagiert sich die DEGAM gemeinsam mit der Jungen Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) sowie der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DESAM). Die JADE ist die Nachwuchsorganisation der DEGAM und Ansprechpartnerin für Studierende, Ärzt:innen in Weiterbildung und Fachärzt:innen bis fünf Jahre nach der Fachgebietsprüfung Allgemeinmedizin.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. med. Marco Roos, Vizepräsident der DEGAM
    E-Mail: marco.roos@med.uni-augsburg.de


    Bilder

    Die DEGAM und ihre angeschlossenen Organisationen machen konkrete Vorschläge zur Verhinderung von Grenzüberschreitungen und Übergriffen im Gesundheitswesen
    Die DEGAM und ihre angeschlossenen Organisationen machen konkrete Vorschläge zur Verhinderung von Gr ...
    Quelle: Salim Hanzaz
    Copyright: iStock / salim hanzaz


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Studium und Lehre, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


     

    Die DEGAM und ihre angeschlossenen Organisationen machen konkrete Vorschläge zur Verhinderung von Grenzüberschreitungen und Übergriffen im Gesundheitswesen


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).