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29.05.2026 14:08

Neue Beratungsstelle für seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zittau eröffnet

Annechristin Bonß Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Folgeprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen stärkt Versorgungsstrukturen im Landkreis Görlitz

    Seit April 2026 ist in Zittau die ‚Beratungsstelle Seelische Gesundheit für Kinder und Jugendliche‘ eröffnet. Die neue Anlaufstelle für den Landkreis Görlitz schließt künftig die Lücke zwischen ersten psychischen Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter und klinischer Diagnostik und Behandlung. Staatssekretärin Dagmar Neukirch würdigte bei einem Besuch die Einrichtung als wesentlichen Schritt für die regionale Versorgung. Das Vorhaben wird im Rahmen eines Projekts gemeinschaftlich durch das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, den Landkreis Görlitz sowie die Carus Consilium Sachsen GmbH umgesetzt. Finanziert wird das Vorhaben durch das Sozialministerium. In diesem Jahr werden dafür 265.000 Euro bereitgestellt.

    Bei ihrem Besuch der neuen Beratungsstelle heute in Zittau sagte Staatssekretärin Dagmar Neukirch: „Seelische Gesundheit ist das Fundament einer starken Gesellschaft. Deshalb müssen wir die Sorgen und seelischen Belastungen unserer Kinder und Jugendlichen ernst nehmen. Wir brauchen verlässliche, zukunftsfeste Strukturen, die Halt geben, bevor Krisen entstehen und die unsere jungen Menschen mit den Herausforderungen der modernen Welt gesund mitwachsen lassen.“

    Neben der Staatssekretärin nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz, des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, des Landkreises Görlitz und der Carus Consilium Sachsen GmbH an dem Besuch teil.

    Dr. Anja Hartmann, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz: „Die Sorge um und für Kinder und Jugendliche mit psychischen und emotionalen Problemen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Einrichtung dieser Beratungsstelle und der regionalen Netzwerkstelle soll in der schwierigen Versorgungslage im Landkreis Görlitz die Arbeit aller Beteiligten unterstützen und eine angemessene und frühzeitige Versorgung ermöglichen. Wir hoffen sehr, dass sich diese Ansätze bewähren und dann mit Hilfe aller Beteiligten in stetige Einrichtungen überführt werden können.“

    „Als Maximalversorger sind wir verantwortlich für die Menschen in Dresden, Ostsachsen und darüber hinaus. Es gilt, mit modernen Konzepten die Gesundheitsversorgung in der Region zu sichern. Dazu gehört auch die Seelische Gesundheit. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit diesem Gemeinschaftsprojekt unserer Verantwortung gerecht werden und dazu beitragen, dass Kindern und Jugendlichen mit psychischen und emotionalen Problemen sowie ihren Familien geholfen werden kann“, sagt Janko Haft, Kaufmännischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.

    Johannes Klaus, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH, ergänzt: „Mit der neuen Beratungsstelle stärken wir die regionale Versorgung und schaffen gemeinsam mit unseren Partnern tragfähige Strukturen, die Familien frühzeitig Orientierung und Hilfe bieten“.

    Frühzeitig helfen – Versorgungslücken schließen
    Mit der Beratungsstelle entsteht im Landkreis Görlitz ein niedrigschwelliges und wohnortnahes Unterstützungsangebot für Kinder und Jugendliche, die erste emotionale oder soziale Auffälligkeiten zeigen, mit der medizinischen Kompetenz des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Rücken. Ziel ist es, betroffenen Familien frühzeitig Hilfe anzubieten – bevor sich Probleme verfestigen und eine intensivere kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung erforderlich wird.

    Die Einrichtung setzt damit eine zentrale Handlungsempfehlung aus dem im Jahr 2024 durchgeführten Pilotprojekt zur Stärkung der kinder- und jugendpsychiatrischen sowie -psychotherapeutischen Versorgung in einer ländlich geprägten Modellregion um. Das vorangegangene Projekt hatte gezeigt, dass insbesondere bei frühen psychischen Belastungen erhebliche Versorgungslücken bestehen. Häufig erhalten betroffene Kinder und Jugendliche erst dann fachliche Unterstützung, wenn sich Symptome bereits verfestigt haben und längere Wartezeiten auf spezialisierte Angebote in Kauf genommen werden müssen.

    Genau an dieser Schnittstelle setzt die Beratungsstelle jetzt an und bietet:
    • Screening und diagnostische Ersteinschätzung
    • Niedrigschwellige fachliche Beratung für Kinder, Jugendliche und Familien
    • Empfehlungen und gezielte Vermittlung in weiterführende Hilfen
    • Enge Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendhilfe, medizinischen Einrichtungen und weiteren regionalen Akteuren
    • Fallbezogene Beratung von Fachkräften

    Damit übernimmt das Team aus Psychologin, Sozialpädagogin und Medizinische Fachkraft eine Steuerungs- und Filterfunktion im regionalen Hilfesystem. Familien im Landkreis Görlitz erhalten einen Anlaufpunkt, von dem aus passgenaue Unterstützungsangebote koordiniert werden.
    Ein Termin bei der Beratungsstelle kann telefonisch vereinbart werden – ein Überweisungsschein ist nicht erforderlich. Die Beratung ist kostenfrei.

    Regionale Vernetzung und kindzentrierte Versorgung ausbauen
    Aufbauend auf den zentralen Ergebnissen des Pilotprojekts wird im Folgeprojekt neben der Einrichtung einer neuen Beratungsstelle insbesondere die sektorenübergreifende Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gezielt weiterentwickelt. In enger Kooperation mit dem Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz ist geplant, dazu eine regionale Netzwerkstelle auszubauen. Dadurch soll die Vernetzung zwischen medizinischen, pädagogischen und psychosozialen Fachkräften verbessert und die Patientenversorgung nachhaltig optimiert werden. Die Umsetzung ist bis Ende 2026 geplant.

    Das Folgeprojekt wird durch den Bereich Psychosoziale Medizin und Entwicklungsneurowissenschaften des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dabei werden sowohl die Inanspruchnahme als auch die Wirksamkeit der neu geschaffenen Beratungsstelle untersucht. Die Ergebnisse sollen zur nachhaltigen Weiterentwicklung beitragen und eine mögliche Übertragbarkeit auf andere ländliche Regionen ermöglichen.

    Die Umsetzung des Projekts zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen im Landkreis Görlitz wird mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Beratungsstelle Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
    Hochwaldstraße 29, 02763 Zittau
    Telefon: 173 27 80 70 9
    E-Mail: info@bsgkj.de
    www.bsgkj.de

    Carus Consilium Sachsen GmbH
    Susanne Nestler, Projektmanagerin
    Tel.: 0351 458 3814
    E-Mail: susanne.nestler@carusconsilium.de
    www.carusconsilium.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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