Die Hochschule Geisenheim University (HGU) hat ihren ersten umfassenden Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Damit legt die Hochschule erstmals eine systematische und datenbasierte Darstellung ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Forschung, Lehre, Transfer, Governance und Hochschulbetrieb vor. Der Bericht schafft Transparenz über den aktuellen Stand und bildet zugleich den Ausgangspunkt für eine regelmäßige, indikatorbasierte Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Als Hochschule für landwirtschaftliche Sonderkulturen, nachhaltige Lebensmittelproduktion und die Gestaltung grüner Lebensräume verbindet die HGU wissenschaftliche Expertise entlang gesamter Wertschöpfungsketten – von Pflanzenzüchtung und Bodenkunde über Anbau, Verarbeitung und Vermarktung bis hin zu Landschaftsentwicklung und Freiraumgestaltung. Mit ihren Schwerpunkten in Weinbau, Gartenbau, Landschaftsarchitektur sowie Lebensmittel- und Umweltwissenschaften erlebt die Hochschule die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und arbeitet zugleich an Lösungen für zentrale Zukunftsfragen nachhaltiger Landnutzung und Ernährungssysteme.
Charakteristisch für die Hochschule ist ihr ausgeprägter Praxisbezug: In Versuchsanlagen, Weinbergen und Produktionssystemen werden neue Ansätze unter realen Bedingungen erprobt und gemeinsam mit Praxispartnern weiterentwickelt. Die Hochschule versteht sich damit als Reallabor für nachhaltige Transformationsprozesse in Agrar-, Lebensmittel- und Kultursystemen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Praxis, Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt und über die Region hinaus wirksam gemacht.
Ein zentraler Schwerpunkt des Berichts liegt auf der zunehmenden strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit in der Hochschule. Neben der Integration in Lehre und Forschung wurde in den vergangenen Jahren insbesondere die Steuerungs- und Organisationsstruktur weiterentwickelt. Mit der Etablierung der Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit bündelt die Hochschule erstmals Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit in einer gemeinsamen Einheit. Dieser integrierte Ansatz folgt dem Prinzip, Nachhaltigkeit ganzheitlich in allen Bereichen der Hochschule zu verankern, und unterstreicht den Anspruch, Nachhaltigkeit nicht als Einzelthema, sondern als strategisches Leitprinzip der gesamten Hochschule zu verstehen.
Erste systematisch erhobene Kennzahlen zeigen die Breite der Aktivitäten: Nachhaltigkeitsbezüge sind inzwischen in allen Bachelorstudiengängen verankert, der Anteil entsprechender Lehrinhalte ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In der Forschung weisen große Teile der Projekte einen Bezug zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) auf. Gleichzeitig werden auch im Hochschulbetrieb konkrete Maßnahmen umgesetzt – etwa zur Reduktion von Emissionen, zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie durch Projekte zur Kreislaufwirtschaft im Hochschulalltag.
Dazu zählen unter anderem die Umstellung der Wärmeversorgung auf regenerative Energieträger, der Ausbau von Photovoltaikanlagen sowie Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Wiederverwertung. Auch im Transfer setzt die Hochschule Impulse für nachhaltige Regionalentwicklung – beispielsweise im Rahmen der Bundesgartenschau 2029, durch die nachhaltigkeits-Rhein-Nahe-Allianz oder über das Kompetenzzentrum Kulturlandschaft (KULT), das den Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Politik stärkt.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans Reiner Schultz betont die besondere Verantwortung der Hochschule: „Nachhaltigkeit ist für die Hochschule Geisenheim kein Zusatzthema, sondern Teil unseres wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses. Als Hochschule mit unseren Schwerpunkten in Weinbau, Gartenbau, Landschaftsarchitektur sowie Lebensmittel- und Umweltwissenschaften tragen wir eine besondere Verantwortung für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen und für zukunftsfähige Lösungen im Kontext des Klimawandels. Mit der Etablierung der Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit haben wir eine Struktur geschaffen, die diese Themen dauerhaft und verbindlich in der gesamten Organisation verankert. Der nun vorliegende Bericht macht diesen Weg erstmals umfassend transparent.“
Auch die Leitung der Abteilung Strategische Hochschulentwicklung und Nachhaltigkeit, Tabea Dietrich, betont die integrierte Arbeitsweise der Einheit: „Mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht schaffen wir Transparenz über den Stand unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten und geben zugleich Orientierung für die weitere Entwicklung. Unser Anspruch ist es, Nachhaltigkeit nicht isoliert zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der strategischen Hochschulentwicklung zu verstehen. Unsere Abteilung verbindet klassische Steuerungsaufgaben mit einem Green-Office-Ansatz – das heißt: Wir sind zentrale Anlaufstelle für Nachhaltigkeitsinitiativen aus der gesamten Hochschule, vernetzen Aktivitäten, unterstützen Projekte und fördern deren Umsetzung im Hochschulalltag. So verbinden wir strategische Planung mit konkreter Umsetzungspraxis. Der Bericht ist für uns deshalb kein Abschluss, sondern der Beginn eines kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozesses.“
Der Nachhaltigkeitsbericht soll künftig regelmäßig fortgeschrieben werden und dient als Grundlage für die weitere strategische Entwicklung der Hochschule. Mit seiner Veröffentlichung unterstreicht die Hochschule Geisenheim ihren Anspruch, wissenschaftliche Expertise, Praxisnähe und gesellschaftliche Verantwortung entlang nachhaltiger Wertschöpfungsketten zusammenzuführen – vom Rheingau in die Region und weit darüber hinaus.
https://www.hs-geisenheim.de/hochschule/organisation/administrative-einheiten/st...
Kompostier-Workshop
Quelle: Tabea Dietrich
Copyright: Hochschule Geisenheim
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Organisatorisches
Deutsch

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